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Oettinger setzt auf Atomkraft

Deutschlands Ausstieg ist beschlossene Sache. Die EU aber will auf Kernkraft offenbar nicht verzichten, sie sogar deutlich ausbauen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger plant laut einem Medienbericht den Neubau von 40 Atomkraftwerken bis 2020 in Europa.

  Während Deutschland den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen hat, will EU-Energiekommissar Günther Oettinger erst richtig einsteigen und 40 neue AKW in Europa bauen lassen

Während Deutschland den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen hat, will EU-Energiekommissar Günther Oettinger erst richtig einsteigen und 40 neue AKW in Europa bauen lassen

Die EU befürwortet einem Zeitungsbericht zufolge trotz des deutschen Atomausstiegs den Neubau zahlreicher Atomkraftwerke. Im bislang vertraulichen Entwurf "Energy Roadmap 2050" bezeichne EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Atomkraft als "wichtigen Faktor", heißt es in einem Vorabbericht der "Süddeutschen Zeitung". Unterhändlern zufolge sehen die Details mehrerer Szenarien den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Zweifel der Europäer seien überwindbar

Das Papier soll der Zeitung zufolge in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden und ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte liefern. Die Zweifel vieler Europäer an der Kernkraft erwähne das Papier zwar, halte sie aber offenbar für überwindbar. "Eine neue Generation der Atomtechnik könnte helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu adressieren", zitiert die Zeitung aus dem Papier. Auch eine finanzielle Förderung der Atomenergie in Mitgliedsstaaten ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für grünen Strom in Deutschland halte die Kommission Unterhändlern zufolge für möglich. Sie könnte demnach Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke, zum Beispiel in Großbritannien, erlauben.

swd/Reuters/Reuters
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