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Trumps Lieblingsölkonzern will Russland-Sanktionen umgehen

Ölkonzern Exxon hat bei der US-Regierung Ausnahmen von den Russland-Sanktionen beantragt. Brisant: Die Geschäfte mit dem russischen Staatskonzern Rosneft hatte einst Trumps jetziger Außenminister Tillerson eingefädelt.

Exxon

Die Trump-Regierung steht für ihre Nähe zum Ölkonzern Exxon in der Kritik

Die USA und Russland - das ist unter Donald Trump eine ganz besondere Beziehung. Einerseits steht der Präsident wegen angeblicher Russland-Kontakte seines Teams schwer unter Druck. Andererseits markiert er gegenüber Putin verbal den starken Mann und hält die nach der Krim-Annexion verhängten aufrecht. Nun bringt eine Meldung des Wall Street Journal weitere Brisanz in das Russland-Thema.

Der Ölkonzern hat laut der Zeitung das US-Finanzministerium um Ausnahmen von den Russland-Sanktionen gebeten. Exxon möchte demnach seine Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosneft fortsetzen. Die beiden Ölkonzerne wollen gemeinsam vor der russischen Küste im Schwarzen Meer nach Rohstoff-Vorkommen bohren, was gemäß der Sanktionen eigentlich nicht erlaubt wäre.

Rosneft-Deal wurde von Tillerson eingefädelt

Exxon sagte dazu, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Verhandlungen mit Behörden. Das US-Finanzministerium habe aber in der Vergangenheit bereits erlaubt, das Joint Venture mit Rosneft trotz der Sanktionen fortzuführen.

Der neuerliche Antrag birgt allerdings zusätzliche Brisanz, da mittlerweile den Posten des Außenministers bekleidet. Tillerson war zuvor Chef von Exxon und hatte im Jahr 2012 das Joint Venture mit Rosneft eingefädelt. Im Februar trat Tillerson seinen Ministerposten an, im März trat Exxon mit seinem neuerlichen Ausnahmeantrag an die US-Regierung heran.

Sollte Trumps Regierung dem Antrag von Exxon zustimmen, würde das den Kritikern des Präsidenten gleich doppelte Munition liefern: Sowohl, was die Russland-Verbindungen des Trump-Teams anbelangt, als auch das unangemessen enge Verhältnis zu Exxon.

Vor einigen Wochen war das Weiße Haus in der Hinsicht bereits unangenehm aufgefallen, als es eine Pressemitteilung von Exxon über bevorstehende Investitionen teilweise wortgleich kopiert und als offizielles Regierungsstatement herausgegeben hatte.  

Auch Donald Trump persönlich stimmte damals via Twitter in den Exxon-Jubel ein. 

bak

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