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Die Rückkehr der Postkutsche

ADAC und Post wollen gemeinsam Busse auf die Straßen schicken. Ab 2014 sollen die Fahrzeuge vor allem der Bahn Konkurrenz machen. Die Linien sollen Städte mit zumindest 150.000 Einwohnern verbinden.

  Gelb sollen die Busse sein, die Deutsche Post und der ADAC gemeinsam betreiben wollen

Gelb sollen die Busse sein, die Deutsche Post und der ADAC gemeinsam betreiben wollen

Reisende können sich künftig vielleicht wieder von der Post durch die Lande kutschieren lassen: Die Deutsche Post und der Autofahrerclub ADAC prüfen ein gemeinsames bundesweites Fernbusnetz ab 2014, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten. Die Post stehe wie kein anderes Unternehmen für flächendeckende Präsenz und Zuverlässigkeit sowie Know-how im Transport und Fuhrparkmanagement, sagte Vorstand Jürgen Gerdes.

Post und ADAC verwiesen auf ihre "hervorragende Infrastruktur von Filialen und Geschäftsstellen" in ganz Deutschland, wo Kunden künftig Fahrkarten und Informationen bekommen könnten, erläuterte ein Sprecher des ADAC in München. Die Haltestellen sollten an zentralen Punkten sein, wo Fahrgäste gut hin- und wieder wegkämen. Noch sei aber nicht klar, wo die Haltestellen sein könnten. Zahlen wollte der Sprecher nicht nennen; angeschlossen werden an das mögliche Netz sollten aber "eine Menge Städte": diejenigen ab 150.000 bis 250.000 Einwohner.

Gelb wie Post und ADAC

Ein Team aus Experten beider Unternehmen habe bereits ein Konzept entwickelt, hieß es von Post und ADAC. Es werde in den Gremien der beiden Unternehmen diskutiert und "sehr stark forciert", wie der ADAC-Sprecher sagte. Die Farbe Gelb - sowohl bei der Post als auch beim ADAC bereits die Unternehmensfarbe - liege "auf der Hand". Das Fernbusnetz "kann aus unserer Sicht eine runde Sache werden".

Ab dem 1. Januar 2013 dürfen Busunternehmen im ganzen Land Fernverbindungen anbieten. Zu dem Zeitpunkt fällt ein Gesetz, dass die Bahn seit fast 80 Jahren auf Langstrecken vor Konkurrenz durch Busse schützte. Mit Bekanntwerden der Marktöffnung habe die Post mit der Prüfung einer Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit begonnen, erklärte das Unternehmen. Mit dem ADAC sei ein "renommierter und in Mobilitätsfragen erfahrener Partner" gewonnen worden.

Weitere Unternehmen planen Fernbuslinien

"Die Zeit ist reif für eine preisgünstige, sichere und komfortable Mobilitätsalternative", erklärte Post-Vorstandsmitglied Gerdes. Postbusse - Nachfolger der Postkutschen und vor allem unterwegs im Nahverkehr - gibt es in Deutschland nicht mehr.

In den Startlöchern stehen aber nicht nur Post und ADAC. Auch das Busunternehmen Deutsche Touring und das britische Unternehmen National Express hatten Fernbuslinien ab 2013 angekündigt.

Deutsche Bahn hat die größte Flotte

Andere Unternehmen sind schon weiter: MeinFernbus, im Juni 2011 in Berlin gegründet, bietet bereits acht Linien an. Das Unternehmen sagte, es habe das "klare Ziel, im Jahr 2013 der bekannteste und beliebteste Fernbusanbieter in Deutschland" zu werden. Auch das Internetportal DeinBus.de, wo sich Menschen zu Bus-Fahrgemeinschaften zusammenschließen können, bietet feste Fernbusverbindungen an.

Die größte Fernbusflotte hierzulande hat aber die Deutsche Bahn (DB), die mit der Marke BerlinLinienBus (BLB) zurzeit rund 30 Fernbuslinien innerhalb Deutschlands betreibt. Die DB hatte im Sommer erklärt, sie nehme "aufgrund der zu erwartenden Volatilität des Marktes" Abstand von millionenschweren Investitionen in den substanziellen Ausbau ihrer Fernbuslinienverkehre. Das sei nach wie vor gültig, sagte ein Unternehmenssprecher.

lin/AFP/AFP
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