7. März 2012, 12:45 Uhr

Kassen erwirtschaften Milliardenüberschüsse

Die gesetzliche Krankenversicherung verfügt laut Gesundheitsministerium über ein finanzielles Polster von 19,5 Milliarden Euro. Dennoch lehnt die größte deutsche Kasse Prämienrückzahlungen an die Versicherten ab.

Barmer GEK, Krankenkasse, Gesundheitssystem

Die Krankenkassen wollen die eingenommen Überschüsse lieber sparen, als Prämien auszuzahlen©

Die gesetzliche Krankenversicherung hat Finanzreserven von 19,5 Milliarden Euro angehäuft. Das geht aus den vorläufigen Finanzergebnissen für das vergangene Jahr hervor, die das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin veröffentlichte. Allein die einzelnen Krankenkassen erzielten 2011 einen Überschuss von rund vier Milliarden Euro. Damit fällt das Plus höher aus als noch vor kurzem angenommen.

Das Bundesgesundheitsministerium sieht nun bei einzelnen Krankenkassen Spielraum für Prämienrückzahlungen. Bei "etlichen Krankenkassen" seien die Rücklagen höher als zur Risikoabsicherung nötig. Dort gebe es Spielräume für eine Auszahlung von Prämien an die Versicherten. "Diese Krankenkassen sind gefordert, intensiv zu prüfen, ob vorhandene Prämienpotenziale an ihre Mitglieder weiter zu geben sind", erklärte das Ministerium.

Barmer GEK will keine Boni auszahlen

Trotzdem lehnt die größte deutsche Krankenkasse Barmer GEK Zahlungen von Boni an ihre Versicherten ab. "Was hilft es uns und den Versicherten, heute eine verhältnismäßig geringe Prämie auszuschütten und morgen wieder mehr Geld einzufordern, weil die Leistungsausgaben steigen?", sagte ihr Chef art318,1578397;Christoph Straub den "Ruhr Nachrichten". Es sei davon auszugehen, "dass die Gesundheitsversorgung in Zukunft eher teurer" werde.

Die Debatte über gesetzlich vorgesehene Bonuszahlungen schwelt bereits seit geraumer Zeit. Der Vorsitzende der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, forderte in den Zeitungen der WAZ-Gruppe eine Senkung der Krankenversicherungsbeiträge. "Ich finde, das Geld gehört den Beitragszahlern, wenn es solche Überschüsse gibt, dann müssen die Beiträge gesenkt werden", sagte er.

be/AFP/DPA
 
 
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