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So extrem ist Massentierhaltung - in Echtzeit

Wurst, Speck, Steak, Schinken, Braten und Schnitzel: Pro Jahr stopft jeder Deutsche rund 60 Kilo Fleisch in sich hinein. Das ist nicht nur ungesund, sondern vor allem ein riesiges Geschäft, zeigt eine Echtzeit-Grafik.

Wir essen zu viel Fleisch - daran ist nicht zu rütteln. 60 Kilogramm Wurst, Steak und Braten isst jeder Deutsche statistisch pro Jahr, schätzt der Bundesverband für Vieh und Fleisch. Liebling auf dem Teller: Schweinefleisch. Zwei Drittel aller Fleischprodukte stammen vom Schwein, mit weitem Abstand dahinter folgen Huhn und Rind. Dass die wenigsten Schlachttiere ein schönes Leben auf saftigen Weiden geführt haben, wird dabei gerne ausgeblendet. Trotz veganem Boom hat die Fleischproduktion im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Dabei stammen 98 Prozent der verzehrten Tiere in Deutschland aus der Massentierhaltung.

Zu viel Fleisch

Doch es geht nicht nur um den Verzehr von Fleisch. Denn an der Fleischindustrie hängt noch viel mehr: Küken, die nicht gebraucht werden, kommen in den Schredder. Eier und Milchprodukte entstehen in deutlich höheren Mengen als benötigt. 

Verschwendung pur: Innerhalb von zehn Sekunden landen beispielsweise rund 300 Kilogramm Fleisch und tierische Produkte im Müll. Im gleichen Zeitraum werden über 3500 Eier produziert und rund 580.000 Milligramm Antibiotika wird in die Tiere gepumpt.

Die animierte Echtzeitgrafik wurde von dem Online-Ernährungsplanportal Calobro erstellt und basiert auf hochgerechneten Daten des statistischen Bundesamtes und weiteren Datenquellen. Dafür wurden jährliche und monatliche Werte sekundengenau umgerechnet. 

Wurst macht Krebs?

Trauriger Fakt: Trotz Veggie-Boom nimmt der Fleischkonsum nicht ab. Seit dem Jahr 2000 gibt es nur wenig Schwankungen beim Fleischkonsum. 2014 kamen 2,4 Millionen Tonnen Fleischprodukte auf Deutschlands Teller. Die Weltgesundheitsorganisation glaubt, dass allein 81 Gramm Wurst, Speck oder Schinken pro Tag von jedem Deutschen verzehrt werden. 

Als jüngst die Weltgesundheitsorganisation davor warnte, dass Wurstkonsum die Krebsgefahr erhöhen könnte, wehrte sich die Fleischindustrie. "Für die Entstehung von Krebs ist sicherlich nicht ein einzelnes Lebensmittel verantwortlich, sondern auch weitere Einflussfaktoren wie die persönliche Lebensweise, erbliche Vorbelastungen oder Umwelteinflüsse", sagte der Bundesverband der Fleischwarenindustrie der Deutschen Presse-Agentur. Ob nun krebserregend oder nicht: Zu viel Fleisch ist ungesund (In den USA liegt die jährliche Pro-Kopf-Ration Fleisch bei stabilen 120 Kilogramm) und gefährdet die Umwelt.


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