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Jobangst verdirbt Kauflaune

Das Konsumklima in Deutschland kühlt sich weiter ab. Negativ macht sich dabei vor allem die steigende Angst vor Arbeitslosigkeit bemerkbar.

Die Furcht vor dem Jobverlust dämpft die Kauflaune der Verbraucher. Das Konsumklima trübt sich im Februar zum vierten Mal in Folge ein, sagten die Marktforscher der Nürnberger GfK am Montag voraus. "Vor allem der drohende Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie die etwas abgeschwächte Erholung der deutschen Wirtschaft spielen hierfür eine wesentliche Rolle", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das laufende Jahr dürfte daher etwas schwieriger für den Konsum werden als 2009.

Der GfK-Konsumklimaindex sank auf 3,2 Punkte von 3,4 Zählern im Januar. Analysten hatten einen etwas stärkeren Rückgang auf 3,1 Punkte erwartet. Die Verbraucher gingen zwar davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft langsam von der Rezession erhole, schlössen Rückschläge aber nicht aus, sagte Bürkl. Die Bundesregierung erwartet für 2010 wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent, nach einem Rekordeinbruch um fünf Prozent 2009. Das bedeutet jedoch, dass bis Jahresende nicht einmal ein Drittel der Verluste in der Rezession aufgeholt werden.

Zudem dürfte die Arbeitslosigkeit steigen. Die Verbraucher schätzten daher im Januar ihre Einkommensaussichten düsterer ein als noch zum Jahresende 2009, das entsprechende Barometer sank um 2,5 Punkte auf 12,5 Zähler. Auch die Steuerentlastungen wie die Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge könnten ein leichtes Absinken des Indikators nicht verhindern, sagte Bürkl. Das bedeutet wohl Rückschläge für den privaten Konsum: Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass die Verbraucher ihre Ausgaben um 0,4 Prozent drosseln.

Die Rabattschlachten des Einzelhandels stützen dagegen die Anschaffungsneigung, der entsprechende Indikator stieg um 4,2 Punkte auf 25,4 Zähler und machte damit die Verluste des Vormonats wieder nahezu wett. Nicht nur der Lebensmittel-Einzelhandel, sondern auch Möbelhäuser und Verkäufer von Unterhaltungselektronik senken derzeit ihre Preise massiv, um die Verbraucher in die Läden zu locken.

Reuters/Reuters

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