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Computerexperten züchten Super-Salat

Die Erde in der Fukushima-Region ist verseucht, aber in einem ehemaligen Halbleiterwerk von Fujitsu gedeiht grüner Salat prächtig. Das Gemüse des Hightechkonzerns hat erstaunliche Eigenschaften.

  Moderner Bauer: Ein Fujitsu-Mitarbeiter hegt den Blattsalat im Halbleiterwerk

Moderner Bauer: Ein Fujitsu-Mitarbeiter hegt den Blattsalat im Halbleiterwerk

Das kommt also heraus, wenn ein Elektronikhersteller unter die Gemüsebauern geht. Fujitsu hat in der Fukushima-Region ein ehemaliges Halbleiterwerk in eine Plantage umgewandelt. Statt Elektronik zusammenzulöten, bauen die Mitarbeiter dort auf 2000 Quadratmetern seit einigen Monaten Salat an. Nun ist der Fujitsu-Salat auch im Handel erhältlich, wie die "Japan Times" berichtet.

Der Clou des Ganzen: Weil der Salat in einem der absolut staub-, bakterien- und sonnenlichtfreien Reinräume der Fabrik hergestellt wird, haben die Züchter Laborbedingungen, um dem Blattsalat wünschenswerte Eigenschaften mitzugeben. So reduzierten sie den Kaliumgehalt gegenüber einem normalen Salat vom Feld deutlich, sodass das Gemüse für Nierenkranke geeignet ist, die nicht zu viel Kalium zu sich nehmen dürfen. Auch der Nitratgehalt wurde gesenkt, was den Salat weniger bitter macht, damit mehr Kinder zugreifen.

Ingenieure mit grünem Daumen

Zudem bleibt der Salat besonders lange frisch - angeblich zwei Wochen lang. Auf Pestizide zur Bekämpfung von Schädlingen konnte wegen der sterilen Umgebung komplett verzichtet werden. Für das Projekt stellte Fujitsu keine Landwirtschaftsexperten ein, sondern ließ die eigenen Ingenieure ran. "Unsere Ingenieure haben dem Gemüse die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet wie unseren Halbleitern", zitiert das Wall Street Journal"" eine Sprecherin.

Der unter Hightech-Bedingungen gezüchtete Salat ist zwar etwas teurer als der vom Feld, doch was in Fukushima im Boden wächst, sollte man vielleicht derzeit auch nicht unbedingt essen. Das Fujitsu-Projekt ist Teil eines Förderprogramms der japanischen Regierung für die Fukushima-Region.

Fujitsu hofft, mit dem sauberen Gemüse ein neues Geschäftsfeld erschließen zu können. Angedacht ist bereits, das Gemüsesortiment auszuweiten, etwa auf Spinat. Und Fujitsu ist nicht der einzige Elektronikkonzern, der unter die Bauern geht: Sharp experimentiert gerade mit Erdbeeren in einem Labor in Dubai.

Daniel Bakir
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