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Belgische Arbeiter randalieren vor Kölner Ford-Werk

Sie kamen mit Feuerwerkskörpern und brannten Reifenstapel ab: Belgische Ford-Arbeiter haben in Köln ihrem Ärger über Werkschließungen Luft gemacht. Mehrere Polizisten wurden verletzt.

  Abgebrannte Silvesterböller liegen vor dem Ford-Werk in Köln auf dem Boden. Arbeiter aus einem von der Schließung bedrohten Werk in Belgien haben in Köln randaliert.

Abgebrannte Silvesterböller liegen vor dem Ford-Werk in Köln auf dem Boden. Arbeiter aus einem von der Schließung bedrohten Werk in Belgien haben in Köln randaliert.

Belgische Ford-Mitarbeiter haben am Mittwoch vor den Ford-Werken in Köln gewaltsam gegen die geplante Schließung des Ford-Werks im flämischen Genk protestiert. Aus einer Gruppe von bis zu 250 aus Belgien angereisten Demonstranten wurden Beamte nach Polizeiangaben mit Feuerwerkskörpern beworfen, ein Reifenstapel wurde angezündet. Drei Polizisten trugen Knalltraumata davon.

Die Polizei leitete nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein. Die Kölner Beamten waren am Mittwochmorgen vom Ford-Werkschutz darüber informiert worden, dass Demonstranten mit Reisebussen die Zufahrt zu dem Werksgelände in Köln-Niehl blockiert und Reifen in Brand gesteckt hatten. "Bei unserem Eintreffen herrschte eine vergleichsweise aggressive Stimmung", sagte ein Polizeisprecher.

Als weitere Polizisten aus Köln und dem Umland am Einsatzort eintrafen, vermummten sich zahlreiche Demonstranten und zündeten weitere Reifen an. Kurz darauf stürmten die belgischen Arbeiter das Kölner Werksgelände. Dabei überrannten sie einen Mitarbeiter des Werks und schlugen mehrere Scheiben ein. "Nur durch einen massiven Einsatz von Polizisten konnten weitere Straftaten verhindert werden", teilte die Polizei mit.

Nachdem sich die Lage weitgehend beruhigt hatte, begannen die Beamten am frühen Nachmittag mit der Personalienfeststellung der mutmaßlichen Störer. Sechs Männer wurden festgenommen - einer von ihnen hatte nach ersten Ermittlungen Feuerwerkskörper auf die Polizisten geworfen.

Treffen zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat

Ford teilte mit, es habe am Mittwoch auf dem Kölner Werksgelände ein Treffen zwischen der Ford Geschäftsleitung und Vertretern des europäischen Betriebsrats gegeben. "Während des Treffens hat sich eine Gruppe von Protestierenden gewaltsam Zugang zu dem Ford-Gelände in Niehl verschafft", hieß es in einer Erklärung. "Die Situation konnte mit Unterstützung der lokalen Polizei und des Ford-Werkschutzes unter Kontrolle gebracht und schließlich deeskaliert werden."

Der Autobauer äußerte einerseits Verständnis, "welchen Einfluss unser europäischer Geschäftsplan auf die Menschen hat. Und wir respektieren selbstverständlich das Recht auf friedliche Demonstrationen." Auf der anderen Seite zeigte sich Ford jedoch "enttäuscht darüber, dass einige der Protestierenden sich gewaltsam Zugang zum Werksgelände verschafft haben".

Die Europa-Direktion von Ford hatte vor zwei Wochen angekündigt, das Werk im flämischen Genk mit rund 4300 Mitarbeitern 2014 schließen zu wollen. Wegen der massiv gesunkenen Nachfrage in Westeuropa schließt der US-Autobauer zudem zwei Werke in Großbritannien.

kmi/DPA/DPA
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