Vom Wohnzimmer-Händler zum Branchenführer

24. August 2004, 07:18 Uhr

Nein, ein Aldi der Musikfachgeschäfte will Hans Thomann nicht sein. "Ich bin der größte Gegner von Filialen", erklärt er im Brustton der Überzeugung. Aber es gibt ja noch das Internet - und damit macht das Musikhaus mächtig Umsatz.

Hans Thomann, Inhaber des gleichnamigen Musikhauses, vor seinem Geschäft©

Nur in Treppendorf, rund 20 Kilometer westlich von Bamberg, und über das Internet verkauft der Musikalienhändler seine Ware. Von Bach bis Beat, von Rock bis Rave, jeder Wunsch des Kunden wird erfüllt. "Selbst wenn die Gitarre rosa sein soll, ist das für uns kein Problem", erklärt Marketingleiter Sven Schoderböck. In diesem Jahr will das Unternehmen erstmals mehr als 100 Millionen Euro Umsatz machen.

Heeresmusikkorps und Pink Floyd sind Kunden

Treppendorf ist ein eher verschlafenes Dorf mit rund 140 Einwohnern am Rande des Steigerwaldes. An so manchem Samstag wird es aber voll im Dorf. Dann sind bis zu 1.500 Kunden in dem Musikfachgeschäft, das rund 240 Beschäftigten Lohn und Brot gibt. Die Kundendatei des Musikhauses Thomann, das seit 50 Jahren existiert, listet mehr als 620.000 Kunden in über 100 Ländern weltweit auf - darunter beispielsweise das ZDF, das Heeresmusikkorps der Bundeswehr und Pink Floyd. Verkauft wird auf knapp 5.000 Quadratmetern, dazu kommen noch einmal rund 10.000 Quadratmeter Lager- und Logistikflächen.

Thomann ist damit nach Angaben von Heinz Stroh, Geschäftsführer des Gesamtverbandes Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM), einer der größten Musikalienhändler in Deutschland und Europa. Das Unternehmen zähle eindeutig "zu den Preismachern" in der Branche, die einen Jahresumsatz von einer halben Milliarde Euro erwirtschaftet.

Es begann mit Wohnzimmerverkauf

Das Unternehmen im Steigerwald hat vor 50 Jahren ganz klein begonnen. "Aus dem Wohnzimmer von Hans Thomann senior wurden die ersten Blasinstrumente verkauft", sagt Marketingleiter Schoderböck. Die gehen zwar immer noch über die Ladentheke, doch sind auch E-Gitarren, Percussion-Instrumente und Mischpulte längst selbstverständlich. Das Musikhaus Thomann ist nicht mehr nur der klassische Musikalienhändler. Rundfunk- und Fernsehunternehmen zählen zu den Kunden. Mit einer Licht- und Tonanlage hat das Treppendorfer Unternehmen eine der größten Discotheken Europas in Würzburg ausgestattet.

Besonders wichtig ist dem Unternehmen, alles aus einer Hand anzubieten. In einem eigenen Call-Center sitzen bis zu 38 Beschäftigte und beantworten die Fragen der Kunden aus aller Welt. Thomann ist nach eigenen Angaben der größte ausländische Händler in Finnland mit einem Umsatzvolumen von rund zehn Millionen Euro. Deshalb sitzen im Call-Center in Treppendorf auch sechs Finnen, die die telefonischen Anfragen ihrer Landesleute beantworten.

Riesiges Logistik-Zentrum

Hinter den Verkaufshallen versteckt, liegt das erst vor wenigen Jahren erbaute Logistik-Zentrum. An Spitzentagen werden hier bis zu 2.200 Pakete versendet. "Wenn wir rund um die Uhr arbeiten würden, dann hätten wir eine Kapazität von rund 16.000 Paketen", sagt Marketingchef Schoderböck und gibt damit auch die Zielrichtung für die kommenden Jahre vor. "Wir wollen weiter wachsen, aber nicht um jeden Preis", ergänzt Inhaber Hans Thomann. "Und wir hoffen, dass wir bald auch unseren 300. Mitarbeiter einstellen können."

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