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"Vorsicht Gift" - Rentner erpresst Haribo und Kaufland

Ein 74-Jähriger hat laut WDR gedroht, Haribo-Goldbären und Tiefkühlpizza von Kaufland mit Zyanid zu vergiften - und forderte von beiden Konzernen je eine Million Euro. Der Tatverdächtige wurde verhaftet.

Haribo Goldbären

"Achtung Gift": Der mutmaßliche Erpresser beklebte Haribo-Packungen mit Warnhinweisen

Ein Rentner aus Dortmund hat offenbar versucht, die Lebensmittelkette Kaufland und den Süßwarenkonzern Haribo zu erpressen. Wie der WDR berichtet, drohte der 74-Jährige damit, Produkte der beiden Konzerne mit Zyanid zu vergiften - und forderte jeweils eine Million Euro. Die Polizei habe den mutmaßlichen Erpresser aber ermitteln und festnehmen können. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem WDR ein entsprechendes Ermittlungsverfahren, ohne Details nennen zu wollen.

Den WDR-Recherchen zufolge hat der Rentner am 9. Dezember zwei Erpresserbriefe bei der Post als Einschreiben aufgegeben. Einer ging an die Geschäftsführung von Haribo, der andere an die Kaufland-Zentrale in Neckarsulm. In dem Brief hieß es: "Entweder ihr zahlt mir innerhalb der nächsten zehn Tage eine Million Euro in Bitcoins oder ich vergifte eure Produkte mit Zyanid." Der gebürtige Gelsenkirchener habe das tödliche Gift auch tatsächlich im Darknet bestellt und bezahlt - es sei allerdings nie angekommen.

"Vorsicht Gift"-Etiketten auf Goldbären und Pizza

Statt auf echtes Gift setzte der Mann daraufhin auf Drohetiketten: Den Polizei-Ermittlungen zufolge beklebte er mehrere Packungen "Goldbären" und "Konfekt" von Haribo sowie Pizza und Käsestangen von Kaufland mit dem Warnhinweis "Vorsicht Gift", berichtet der WDR. Außerdem habe er zwei weitere Drohmails an die Unternehmen geschickt.

Haribo und Kaufland hatten da schon längst die Polizei eingeschaltet - und die kam dem Mann schnell auf die Spur. Die Ermittler verfolgten die Einschreiben zurück in die Postfiliale, aus der sie abgesendet wurden. Dort filmten Überachungskameras den mutmaßlichen Erpresser. Auch die IP-Adresse der Drohmails führte die Ermittler zu dem Mann. An Heiligabend wurde er in Würzburg festgenommen.

Altersarmut als Motiv

In den Vernehmungen soll er nicht nur diese Erpressungen gestanden haben, sondern auch, dass er es zuvor schon bei Lidl versucht hat. Als Motiv gibt er chronischen Geldmangel an. "Mein Mandant bekommt eine Rente von knapp 180 Euro, die seiner Frau liegt bei 900 Euro. Das hat vorne und hinten nicht zum Leben gereicht", sagte sein Rechtsanwalt Thomas Ohm dem WDR. Nach einem Arzt-Besuch habe sein Mandant noch nicht einmal genug Geld für Medikamente gehabt und die Erpressungen als letzten Ausweg gesehen. Er habe aber nie vorgehabt, Menschen zu verletzen.

Wegen Fluchtgefahr musste der mutmaßliche Erpresser zunächst in der JVA Köln einsitzen, kam nach Haftbeschwerde des Anwalts aber nun vorläufig frei, berichtet der WDR. In Kürze werde er wegen räuberischer Erpressung angeklagt.

bak
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