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Zahl der Aufstocker steigt kontinuierlich

Sie arbeiten in Teil- oder Vollzeit und verdienen dennoch nicht genug zum Leben. Aufstocker müssen ihren Lohn mit Harz IV ergänzen. Betroffen sind vor allem Singles, die in drei Branchen arbeiten.

Immer mehr Menschen in Deutschland verdienen trotz eines Vollzeit- oder Teilzeitjobs zu wenig, um davon leben zu können. Dies geht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" aus neuen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Danach ist die Zahl der Arbeitnehmer, die trotz eines Verdienstes von mehr als 800 Euro brutto im Monat auf Hartz IV angewiesen sind, in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gestiegen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat den Bericht zurückgewiesen: Die Zahl der Bundesbürger, die trotz eines Vollzeit- oder Teilzeitjobs auf Hartz IV angewiesen sind, gehe zurück. Im vergangenen Jahr hätten 1,324 Millionen Menschen einen staatlichen Zuschuss bekommen - etwa 30.000 weniger als 2011. "Wir werten das eigentlich positiv", sagte Paul Ebsen, Sprecher der BA, in Nürnberg. Nach Statistiken der Bundesagentur sinkt die Zahl der sogenannten Hartz-IV-Aufstocker seit 2010. Die Zahl der Menschen, die mehr als 800 Euro im Monat verdienen und Arbeitslosengeld II bekommen, stieg laut BA im Vergleich zu 2009 zwar um 20.000. Im Vergleich zu 2007 ging die Zahl jedoch um mehr als 25.000 zurück.

Viele Singles unter den Aufstockern

Dagegen berichtet die "Süddeutsche", es habe 2012 im Jahresdurchschnitt etwa 323.000 Haushalte mit einem sogenannten Hartz-IV-Aufstocker gegeben, der ein sozialversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen von mehr als 800 Euro bezog. 2009 waren es noch etwa 20.000 weniger. Noch deutlicher sei der Anstieg bei den Singles mit einem entsprechenden Verdienst: Ihre Zahl habe im selben Zeitraum um 38 Prozent auf etwa 75.600 zugenommen.

Arbeitnehmer, die ihren Lohn aufstocken müssen, arbeiten vor allem im Handel, in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie als Leiharbeiter. Insgesamt waren 2012 durchschnittlich 1,3 Millionen Hartz-IV-Bezieher erwerbstätig, etwa genauso viele wie 2009. Zu demselben Ergebnis war vor kurzem die Universität Duisburg-Essen in einer Untersuchung gekommen. Die SPD wertet die Zahlen als Unterstützung für ihre Forderung nach einem flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro.

swd/DPA/DPA

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