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Dieses Instagram-Model ist die perfekte Fälschung

Alexa Rae ist auf Instagram so erfolgreich, dass Firmen ihr Werbeverträge anbieten. Dabei ist alles nur eine Fälschung, um zu zeigen, wie leicht man Accounts manipulieren kann.

Fake-Fashion-Account auf Instagram: Die Kommentare neben dem Bild sind eingekauft

Fake-Fashion-Account auf Instagram: Die Kommentare neben dem Bild sind eingekauft

Oma und Opa mögen es nicht für möglich halten, aber "Instagram-Star" ist heute tatsächlich für manche ein Beruf. Wer genügend Fans hat, kann sich von Firmen dafür bezahlen lassen, Produkte vorzuführen und seine Reichweite für Werbung zu nutzen. Influencer-Marketing nennt man das.

Um solche Angebote zu bekommen, muss man noch nicht einmal drei Millionen Fans haben wie der deutsche Fitnessstar Pamela Reif. Es reicht schon, ein paar Tausend zu haben und selbst die müssen nicht echt sein, wie eine US-Agentur mit einem bemerkenswerten Experiment bewiesen hat.

Die Agentur Mediakix, die sich auf Influencer Marketing spezialisiert hat, schuf mit einfachen Mitteln zwei falsche Instagram-Stars, denen mehrere Firmen echte Werbedollars anboten. Zunächst legten die Marketing-Experten einen Account namens "calibeachgirl310" für das ausgedachte Mode- und Lifestyle-Model Alexa Rae an. Ein lokales Model lieferte in einem eintägigen Photoshoot genug Bilder, um den Account mit Leben zu füllen. Einen zweiten Fake-Account einer vermeintlichen Reisebloggerin ("wanderingggirl") bestückten die Macher gleich komplett mit Stockfotos aus einer kostenlosen Datenbank. 

Rainbow vibes ☔️

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Von Null auf 50.000 Fans

Um die unbekannten zu Star-Profilen hochzujazzen kauften die Mediakix-Leute Fake-Follower auf einschlägigen Webseiten ein. 1000 falsche Follower kosteten laut Mediakix zwischen 3 und 8 US-Dollar. Um nicht als Betrüger aufzufallen, kauften sie über einen Zeitraum von zwei Monaten immer wieder Fake-Follower ein, bis der Mode-Account 50.000 Fans und der Reise-Account 30.000 Fans hatte. Auch Likes und Kommentare wurden eingekauft, um Interaktionen von echten Menschen auf den Profilen vorzutäuschen. "Wir haben rund 12 Cent pro Kommentar und 4-9 Dollar für 1000 Likes bezahlt", heißt es in dem Blogeintrag, in dem die ganze Fakegeschichte nacherzählt wird.

Nun meldete die Agentur ihre vermeintlichen Instagram-Stars auf mehreren Influencer-Marketing-Plattformen an und wartete, ob jemand den Köder schlucken würde. Und tatsächlich: Der Mode-Account bekam Angebote von einer Bademodenfirma und einem großen Lebensmittelanbieter. Letzterer wollte auch gerne bei dem Reise-Account werben und auch eine Alkoholmarke fiel auf die vorgegaukelten Reiseträume herein.

Mit dem Experiment will Mediakix darauf aufmerksam machen, wie anfällig das Influencer-Marketing für Betrüger ist. Auf rund eine Milliarde Dollar beziffert die Agentur den Markt, selbst ganz normale Leute mit Accounts, die nicht mehr als 5000 Fans haben, würden mittlerweile von Marken bezahlt.

Fazit: "Instagramer mit komplett oder teilweise falschen Followern und/oder Interaktionen konfrontieren Werbetreibende mit einer einzigartigen Form von Anzeigenbetrug, die immer gängiger wird und Marken um viele Millionen Dollar schröpfen kann." 

bak

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