9. Juni 2012, 08:53 Uhr

Spaniens Banken fehlen 40 Milliarden Euro

Der Weltwährungsfonds sieht Spaniens Banken im Kern gut aufgestellt. Doch er beklagt auch anfällige Institute. Deshalb brauche der Sektor einen Krisenpuffer von 40 Milliarden Euro - mindestens.

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Der spanische Bankensektor benötigt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Krisenpuffer von mindestens 40 Milliarden Euro. Das frische Kapital würde gebraucht, wenn die düstersten Konjunkturvorhersagen für das Euroland eintreten würden. Dieses Ergebnis eines Stresstests geht aus einem IWF-Bericht über die Stabilität des spanischen Finanzsystems hervor, der in Teilen am Freitagabend in Washington veröffentlicht wurde. Der tatsächliche Kapitalbedarf sei wegen möglicher Kosten für Restrukturierungen und Kreditausfälle sogar bis zu doppelt so hoch, sagte eine IWF-Mitarbeiterin in einer Telefonkonferenz.

Der Weltwährungsfonds meint, dass der Bankensektor des Landes im Kern gegen eine weitere Verschlechterung der spanischen Konjunktur gewappnet sei. So hätten die größten spanischen Institute eine ausreichende Kapitaldecke. Es gebe aber in manchen Segmenten und bei bestimmten Instituten Anfälligkeiten. Deshalb werde insgesamt der zusätzliche Finanzpuffer benötigt, um die von Notenbankern ausgearbeiteten schärferen Eigenkapitalregeln ("Basel III") einhalten zu können. Zudem müssten zum Schutz des Finanzsystems Reformen voll umgesetzt und ein glaubhafter Rückhalt aufgebaut werden.

Veröffentlichung deutet auf baldigen Hilferuf Spaniens hin

Der Stresstest habe nicht zur Absicht gehabt, eine definitive Größe des Kapitalbedarfs zu ermitteln, sondern vor allem Schwächen im Finanzsektor festzustellen, betonte der IWF. Die Veröffentlichung von Teilen des eigentlich für Montag angekündigten Reports erfolgte möglicherweise am Vorabend einer Beantragung Spaniens von Geldern beim Euro-Rettungsfonds EFSF, mit denen ein Bankenkollaps abgewendet werden soll. Bis zuletzt hieß es aus Madrid, vor einer Entscheidung müssten erst Berichte über den Zustand der spanischen Finanzhäuser vorliegen.

Spanien kämpft gegen eine massive Bankenkrise und steckt in der Rezession. Allein die Krisenbank Bankia will vom Staat für seine Sanierung insgesamt mehr als 23 Milliarden Euro. Vor allem eine Vielzahl "fauler" Immobilienkredite hat die Bankenbranche in die Krise gestürzt.

mad/DPA
 
 
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