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5. Dezember 2008, 07:10 Uhr

Deutsche Bank malt Horrorszenario

Nach Ansicht der Deutschen Bank sind die Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr bisher viel zu positiv. Deutschlands größtes Geldinstitut geht dagegen von einem dramatischen Absturz der Wirtschaft um bis zu vier Prozent aus. Auch die Bürger selbst sehen das Schlimmste der Krise noch auf sich zukommen.

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Ausverkauf allerorten: Die Deutschen glauben, dass ihnen das Schlimmste in der Krise erst noch bevorsteht© Peter Steffen/DPA

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Deutschen Bank im kommenden Jahr viel stärker schrumpfen als von der Bundesregierung bisher angenommen. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, warnte in der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe laut Vorabbericht) vor einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um bis zu vier Prozent. "Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt rund ein Drittel", sagte Walter. Das wäre die größte Krise seit Bestehen der Bundesrepublik. Im besten Fall sei 2009 mit einem Schrumpfen des Inlandsprodukts um ein Prozent zu rechnen.

Als mögliche Ursachen für einen massiven Einbruch nannte Walter unter anderem eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Russland und im Nahen Osten. Der Chefökonom forderte die Bundesregierung auf, die Mehrwertsteuer "sofort für ein Jahr" auf 16 Prozent zu senken, um den Inlandskonsum zu stärken. "Sonst ist der Absturz nicht mehr zu verhindern", sagte Walter dem Blatt.

Auch die Bundesbürger selbst sehen schwarz für die Konjunktur im Land und sorgen sich um ihre Zukunft. Fast drei Viertel (73 Prozent) sind laut dem am Donnerstag veröffentlichten "ARD-Deutschlandtrend" der Ansicht, dass "der schlimmste Teil der Krise uns noch bevorsteht". Dies sind zehn Punkte mehr als vor einem Monat. Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) macht sich Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Zukunft.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Krise verschlechterte sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland deutlich. 73 Prozent sind der Meinung, die gegenwärtige wirtschaftliche Lage sei weniger gut oder schlecht - das sind 19 Punkte mehr im Vergleich zum Oktober. Nur 26 Prozent halten laut der Umfrage die gegenwärtige wirtschaftliche Lage für gut oder sehr gut (minus 17). 42 Prozent der Bundesbürger machen sich Sorgen um ihre Ersparnisse.

59 Prozent der Befragten fänden "es generell gut, wenn der Staat wieder stärker in die Wirtschaft eingreifen würde". Staatliche Hilfen für die deutsche Autoindustrie lehnt eine Mehrheit jedoch ab: Nur 36 Prozent sind dafür, dass "der Staat der deutschen Autoindustrie mit Bürgschaften unter die Arme greifen sollte", 60 Prozent sind dagegen.

Vor die Wahl gestellt zwischen kurzfristigen Steuersenkungen oder einer späteren umfassenden Steuerreform entscheidet sich eine knappe Mehrheit für letzteres: 53 Prozent sind der Ansicht, es sollten "zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer umfassenden Reform die Steuern gesenkt und dabei die Haushaltssanierung weiter verfolgt werden". 43 Prozent sprechen sich hingegen dafür aus, "Anfang 2009 die Steuern zu senken, um damit dem Abschwung entgegen zu wirken".

Die Arbeit von Bundeskanzlerin Merkel bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise wird von der Mehrheit positiv beurteilt: 55 Prozent sind der Ansicht, Merkel leiste "gute Arbeit bei der Bewältigung der aktuellen Finanzkrise". 51 Prozent sind der Ansicht, Merkel sorge dafür, "dass es in Deutschland wirtschaftlich bergauf geht". Dies sind allerdings 17 Punkte weniger im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres. 73 Prozent kritisierten zudem, Merkel kümmere sich "eher um die Interessen der Wirtschaft als um die der kleinen Leute" (plus fünf Punkte im Vergleich zum Oktober 2007). Für die Umfrage wurden am Montag und Dienstag 1000 Bundesbürger befragt.

AP/Reuters
 
 
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