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5. Dezember 2008, 11:27 Uhr
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Deutsche Bank malt Horrorszenario

Nach Ansicht der Deutschen Bank sind die Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr bisher viel zu positiv. Deutschlands größtes Geldinstitut geht dagegen von einem dramatischen Absturz der Wirtschaft um bis zu vier Prozent aus. Auch die Bürger selbst sehen das Schlimmste der Krise noch auf sich zukommen.

ARD-Deutschlandtrend, Rezession, Konjunktur, Wirtschaftseinbruch, Umfrage,

Ausverkauf allerorten: Die Deutschen glauben, dass ihnen das Schlimmste in der Krise erst noch bevorsteht© Peter Steffen/DPA

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Deutschen Bank im kommenden Jahr viel stärker schrumpfen als von der Bundesregierung bisher angenommen. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, warnte in der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe laut Vorabbericht) vor einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um bis zu vier Prozent. "Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt rund ein Drittel", sagte Walter. Das wäre die größte Krise seit Bestehen der Bundesrepublik. Im besten Fall sei 2009 mit einem Schrumpfen des Inlandsprodukts um ein Prozent zu rechnen.

Als mögliche Ursachen für einen massiven Einbruch nannte Walter unter anderem eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Russland und im Nahen Osten. Der Chefökonom forderte die Bundesregierung auf, die Mehrwertsteuer "sofort für ein Jahr" auf 16 Prozent zu senken, um den Inlandskonsum zu stärken. "Sonst ist der Absturz nicht mehr zu verhindern", sagte Walter dem Blatt.

Auch die Bundesbürger selbst sehen schwarz für die Konjunktur im Land und sorgen sich um ihre Zukunft. Fast drei Viertel (73 Prozent) sind laut dem am Donnerstag veröffentlichten "ARD-Deutschlandtrend" der Ansicht, dass "der schlimmste Teil der Krise uns noch bevorsteht". Dies sind zehn Punkte mehr als vor einem Monat. Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) macht sich Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Zukunft.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Krise verschlechterte sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland deutlich. 73 Prozent sind der Meinung, die gegenwärtige wirtschaftliche Lage sei weniger gut oder schlecht - das sind 19 Punkte mehr im Vergleich zum Oktober. Nur 26 Prozent halten laut der Umfrage die gegenwärtige wirtschaftliche Lage für gut oder sehr gut (minus 17). 42 Prozent der Bundesbürger machen sich Sorgen um ihre Ersparnisse.

59 Prozent der Befragten fänden "es generell gut, wenn der Staat wieder stärker in die Wirtschaft eingreifen würde". Staatliche Hilfen für die deutsche Autoindustrie lehnt eine Mehrheit jedoch ab: Nur 36 Prozent sind dafür, dass "der Staat der deutschen Autoindustrie mit Bürgschaften unter die Arme greifen sollte", 60 Prozent sind dagegen.

Vor die Wahl gestellt zwischen kurzfristigen Steuersenkungen oder einer späteren umfassenden Steuerreform entscheidet sich eine knappe Mehrheit für letzteres: 53 Prozent sind der Ansicht, es sollten "zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer umfassenden Reform die Steuern gesenkt und dabei die Haushaltssanierung weiter verfolgt werden". 43 Prozent sprechen sich hingegen dafür aus, "Anfang 2009 die Steuern zu senken, um damit dem Abschwung entgegen zu wirken".

Die Arbeit von Bundeskanzlerin Merkel bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise wird von der Mehrheit positiv beurteilt: 55 Prozent sind der Ansicht, Merkel leiste "gute Arbeit bei der Bewältigung der aktuellen Finanzkrise". 51 Prozent sind der Ansicht, Merkel sorge dafür, "dass es in Deutschland wirtschaftlich bergauf geht". Dies sind allerdings 17 Punkte weniger im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres. 73 Prozent kritisierten zudem, Merkel kümmere sich "eher um die Interessen der Wirtschaft als um die der kleinen Leute" (plus fünf Punkte im Vergleich zum Oktober 2007). Für die Umfrage wurden am Montag und Dienstag 1000 Bundesbürger befragt.

AP/Reuters
KOMMENTARE (10 von 53)
 
Turmfalke (07.12.2008, 10:38 Uhr)
Wer glaubt
dass die Linke es besser macht leidet an Wahnvorstellungen. Oskar und Konsorten sind ebenso verlogen wie der Rest von dem korrupten Politikerhaufen.
***
Hier ändert sich frühestens dann etwas wenn das Volk aufsteht, wenn es vor die Zentralen der Macht zieht und die Betrüger zum zittern bringt.
Helmers (06.12.2008, 08:50 Uhr)
Bewußt bösartige Gerüchte, nichts neues bei der DB!
Was hat die DB bei der IKB gemacht, ihr vorher die faulen Eier verkauft, die IKB dan hingehängt und dann noch an fallenden Kursen kräftig verdient. Wir erleben hier wieder einmal das Strickmuster der bewußten Panikmache!
Vermutlich deswegen nicht, weil sie nun mit einer Wandelanleihe weiter billigeres Geld einzusacken, versuchen sie will allen Ernstes dafür 9,5 Prozent Zinsen bezahlen. Das kommt mir als Strickmuster eines Autozulieferers bekannt vor, der das Insolvenzrecht ausgetrickst hat und nun genau so mit diesen 9,5 Prozent die Opfer geködert hat. Natürlich hat er keinen einzigen Cent dieser Anleihe bedient. Es scheint vielmehr die Masche dieser Heuschrecken zu sein. Sie können sich bei ihrem dreckigen Geschäft nicht unter einen staatlichen Schirm oder Aufsicht stellen. Die Bundesregierung und die BAFIN sehen wieder einmal zu, bis spätestens im Frühjahr die Pleite dieser Bank ausgerufen wird und damit alle staatlichen Milliarden Hilfen weg sein werden, nachdem die Heuschrecke ihre Opfer ausgesaugt haben wird! Un die Staatsanwaltschaft wird dann wieder mal keinen Anhaltspunkt wegen Betruges finden können, soll dies unser Staat so zulassen?
snort (06.12.2008, 04:32 Uhr)
verbrecher an die macht ???
da bin ich jahrzehnte zu spät.
politik ist abgeleitet als kurzwort für legalisiertes bescheissen.
familientragödien werden ausgelöst durch heilsbringendes wirken obengenannter die nichts mehr lieben als ihre sause durch den puff und schmiergeld in der tasche.
wenn erna klopstok ihre kinder nicht mehr ernähren kann gerät sie an einen der schleimsaugenden "berater" der arge.
zweitstufe der ausbeutung nach "zeitarbeit" und privatvermittlern.
ach gas-gerd wie schön du es dir doch eingerichtet hast !
nie war es leichter, mit bedacht auf persönlichen vorteil ein ganzes land zu ruinieren.
gmathol (05.12.2008, 23:23 Uhr)
@knilch_59
Aus der Internationalen: "...es rettet uns kein hoeheres Wesen, kein Gott, noch Kaiser noch Tribung uns aus dem Elend zu erloesen koennen wir nur selber tun".
Oktober Revolution, 17. Juni - das waere nun angebracht. Warum? Damit wir diese Kraefte die uns schaden auch nicht noch mit Steuergeldern auf hohem Niveau durchfuettern muessen.
gmathol (05.12.2008, 23:18 Uhr)
Erinnern wir uns noch an die Zeiten von Breuer als Deutsche Bank Chef?
Der wollte die Deutschland AG - ueberbezahlte Beschaeftigte, zuviele Arbeitnehmerrechte usw. - abbauen.
Nun das wurde schon fast zu 100%igen Realitaet - und nun bleibt die Nachfrage schwach und das Finanzkartenhaus faellt zusammen?
Was nun Herr Breuer und Analysten-Konsorten? Will man die Bevoelkerung jetzt auf Suppenkueche und das auch nur 3 mal die Woche einstimmen.
Der Waehler hat es in der Hand! Waehlt die Linke, schlimmer kann es nicht mehr kommen und dann werden zumindestens die korrupten Seilschaften von Politik und Wirtschaft abgewatscht. Um mehr geht es bei Wahlen eh nicht mehr.
heinzbecker007 (05.12.2008, 22:29 Uhr)
Machtpolitisches taktieren
Merkel und Steinbrück haben schnell auf bevorstehende Bankenzusammenbrüche reagiert. Allerdings jetzt wo die reale Wirtschaft am Zusammenbrechen ist zögern sie. Merkel spielt auf Zeit, will Steuererleichterungen und weitere Konjunkturprogramme erst kurz vor der nächsten Bundestagswahl verkünden mit dem bewusten Risiko, daß diese Gaben zu spät für die Wirtschaft kommen. Dieses machtpolitische taktieren wird Deutschland und Europa schaden und uns viele Arbeitsplätze kosten.
Sanjoaquin (05.12.2008, 16:50 Uhr)
Neuer Wirtschaftszyklus und verändertes Weltbewusstsein
Genau das machen wir von jetzt an, das Paten(d)rezept für eine allumfassende Problemlösung.
Huxley_82 (05.12.2008, 16:50 Uhr)
Blabla
Krise, so ein Gerede. Wer so etwas behauptet hat noch nie etwas von Konjunkturzyklen gehört. Frau Merkel aber anscheinend auch nicht, sonst wüsste Sie, dass es langsam Zeit für expansive Maßnahmen (Steuersenkungen, Investitionen) wäre...
starmax (05.12.2008, 16:07 Uhr)
Ergänzung zum Vakuumröhrentransportsystem:
Eines Herrn Mehdorn und seiner Bahn bedarf es in heutiger Form auch nicht mehr: Für Personenverkehr reicht ein schnelles, preiswertes Einschienensystem völlig aus, wenn der Güterverkehr, auch Massengut, im Vakuumröhrensystem stattfindet.
Eine grausame, aber wahrscheinliche Alternative zu dieser möglichenKonjunkturmaßnahme gibt es natürlich: Provozierter Krieg und Wiederaufbau. Wie gehabt...
nightmare_online (05.12.2008, 15:53 Uhr)
@knilch_59
Ich teile Ihren Pessimismus bezüglich der Rezepte der Ordoliberalen nicht. Das hat letztes Mal auch ganz gut funktioniert. Da gabs einen massiven Zuwachs an Wohlstand, und keinen Verlust.
Ein Wort noch zum Mindestlohn: Ich halte die These von den Arbeitsplätzen, die verloren gehen für falsch. Es gibt eine Studie aus GB, in der klar belegt wird, das Mindestlöhne keineswegs Arbeitsplätze vernichten, sondern sogar schaffen.
Im Übrigen sollten wir mal andiskutieren, das die Hungerlöhne, die aktuell in Teilen gezahlt werden, heute schon das nächste Rentenloch vorprogrammieren. Insofern zahlt der Steuerzahler nicht nur heute die Aufstockung, sondern auch in Zukunft die Rente der Niedriglöhner. Und alles, weil wir Unternehmen subventionieren, die den Bürgern nicht genug zum Leben zahlen.
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