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Wirtschaft in Deutschland und Europa erholt sich

Die deutsche Wirtschaft lässt die Krise schneller hinter sich als gedacht. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent. Wachstumsmotor waren die Exporte und die Investitionen der Unternehmen. Auch die Euro-Zone meldet positive Zahlen.

Die deutsche Wirtschaft erholt sich immer weiter. Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist damit endgültig vorbei. Auch die Euro-Zone hat die Rezession hinter sich gelassen.

In Deutschland legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Die 39 von Reuters befragten Experten hatten ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. "Nach dem Einbruch im Winterhalbjahr scheint sich der Aufwärtstrend der Wirtschaft fortzusetzen", sagte ein Statistiker.

Im Frühjahr war die Wirtschaft nach einem Jahr Rezession erstmals wieder gewachsen: Das Plus wurde nachträglich von 0,3 auf 0,4 Prozent angehoben. Zu Jahresbeginn hatte es mit minus 3,5 Prozent noch den stärksten Einbruch seit Einführung der Quartalsvergleiche 1970 gegeben.

Angekurbelt wurde die Konjunktur im Sommer von den Exporten. Außerdem investierten die Unternehmen wieder mehr in Ausrüstungen und Bauten. "Die privaten Konsumausgaben gingen dagegen zurück und bremsten das Wirtschaftswachstum", hieß es. Die deutlich gestiegenen Importe sorgten dafür, dass die Unternehmen ihre Lagerbestände aufbauten. Details wollen die Statistiker am 24. November nennen.

Wie stark die Wirtschaft aber immer noch unter den Folgen der weltweiten Finanzkrise leidet, zeigt der Vergleich mit dem dritten Quartal 2008: Hier brach das Bruttoinlandsprodukt - die Summe aller in Deutschland hergestellten Waren und erbrachten Dienstleistungen - um 4,7 Prozent ein.

Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen ebenso wie die Bundesregierung für das Gesamtjahr mit einem Minus von 5,0 Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. Für 2010 sagen die Weisen ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus und sind damit etwas optimistischer als die Regierungsprognose von 1,2 Prozent.

Wachstum auch in Euro-Zone und EU

In der Euro-Zone wuchs das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September nach vorläufigen Berechnungen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Spitzenreiter war die Slowakei mit einem Wachstum von 1,6 Prozent, gefolgt von Österreich und Portugal mit jeweils 0,9 Prozent. Allerdings haben noch nicht alle 16 Mitgliedstaaten der Währungsunion die Krise überstanden. So schrumpfte in Spanien die Wirtschaft auch von Juli bis September. In Zypern sank das BIP mit 1,4 Prozent sogar noch schneller als im Frühjahr.

Auch die Europäische Union als Ganzes verzeichnete ein Wachstum und zwar von 0,2 Prozent. Unte den 27 Mitgliedsstaaten waren die Veränderungsraten im arg von der Wirtschaftskrise gebeutelten Baltikum besonders stark: Litauen lag mit plus 6,0 Prozent mit Abstand an der Spitze - Estland mit minus 2,8 Prozent abgeschlagen hinten.

Reuters/Reuters
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