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14. August 2008, 08:11 Uhr

Wirtschaft schrumpft erstmals seit vier Jahren

Zum ersten Mal seit knapp vier Jahren ist die deutsche Wirtschaft in einem Quartal geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt ging im zweiten Quartal leicht zurück. Sinkende Konsumausgaben und Investitionen trugen zum Rückgang bei. Nur der Export bleibt auf Kurs.

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal ein Minus verbucht© Rainer Jensen/DPA

Die deutsche Wirtschaft bleibt trotz einer Konjunkturdelle auf Wachstumskurs. Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar zum ersten Mal seit knapp vier Jahren geschrumpft und im Vergleich zum Vorquartal real um 0,5 Prozent zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Allerdings erklärt sich das Minus aus einer Gegenbewegung zum ersten Quartal, das vor allem wegen des milden Winters und Steuereffekten gut ausgefallen war. Rechnet man beide Zahlen zusammen, so ergibt sich im ersten Halbjahr ein deutlicher Zuwachs von 1,2 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr.

"Insgesamt sieht es gut aus für die deutsche Wirtschaft", sagte ein Statistiker. Die Finanzmarktkrise, der starke Euro und der hohe Ölpreis bremsen jedoch zunehmend das Wachstum. Einen Rückgang hatten die Statistiker zuletzt im dritten Quartal 2004 mit minus 0,2 Prozent verzeichnet. Für das jüngste Minus waren nach Angaben der Statistiker schrumpfende Konsumausgaben der privaten Haushalte, die rückläufige Baukonjunktur sowie sinkende Investitionen der Firmen in Maschinen und Anlagen verantwortlich. Wachstumsmotor blieb trotz des starken Euro der Export.

Der Rückgang fiel geringer aus, als Experten erwartet hatten. Daher halten die meisten Volkswirte an ihren Prognosen von rund zwei Prozent für das Gesamtjahr fest. Die Bundesregierung erwartet nach wie vor für 2008 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr. Das BIP ist die wichtigste Messlatte für die Leistung einer Volkswirtschaft und misst den Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen.

Zu Jahresbeginn 2008 legte die Wirtschaft nach den neuesten Zahlen weniger stark zu als bislang berechnet. Das Wachstum betrug im ersten Quartal nur 1,3 Prozent statt der zunächst bekanntgegebenen 1,5 Prozent. Im zweiten Quartal stieg das BIP im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,1 Prozent, kalenderbereinigt um zusätzliche Arbeitstage um 1,7 Prozent.

Am Arbeitsmarkt, der der Konjunktur hinterherläuft, verbesserte sich die Lage weiter. Die Wirtschaftsleistung wurde im zweiten Quartal 2008 von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 566 000 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Ausführliche Ergebnisse gibt das Statistische Bundesamt am 26. August 2008 bekannt.

DPA
 
 
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