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14. August 2008, 09:23 Uhr
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Wirtschaft schrumpft erstmals seit vier Jahren

Zum ersten Mal seit knapp vier Jahren ist die deutsche Wirtschaft in einem Quartal geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt ging im zweiten Quartal leicht zurück. Sinkende Konsumausgaben und Investitionen trugen zum Rückgang bei. Nur der Export bleibt auf Kurs.

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal ein Minus verbucht© Rainer Jensen/DPA

Die deutsche Wirtschaft bleibt trotz einer Konjunkturdelle auf Wachstumskurs. Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar zum ersten Mal seit knapp vier Jahren geschrumpft und im Vergleich zum Vorquartal real um 0,5 Prozent zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Allerdings erklärt sich das Minus aus einer Gegenbewegung zum ersten Quartal, das vor allem wegen des milden Winters und Steuereffekten gut ausgefallen war. Rechnet man beide Zahlen zusammen, so ergibt sich im ersten Halbjahr ein deutlicher Zuwachs von 1,2 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr.

"Insgesamt sieht es gut aus für die deutsche Wirtschaft", sagte ein Statistiker. Die Finanzmarktkrise, der starke Euro und der hohe Ölpreis bremsen jedoch zunehmend das Wachstum. Einen Rückgang hatten die Statistiker zuletzt im dritten Quartal 2004 mit minus 0,2 Prozent verzeichnet. Für das jüngste Minus waren nach Angaben der Statistiker schrumpfende Konsumausgaben der privaten Haushalte, die rückläufige Baukonjunktur sowie sinkende Investitionen der Firmen in Maschinen und Anlagen verantwortlich. Wachstumsmotor blieb trotz des starken Euro der Export.

Der Rückgang fiel geringer aus, als Experten erwartet hatten. Daher halten die meisten Volkswirte an ihren Prognosen von rund zwei Prozent für das Gesamtjahr fest. Die Bundesregierung erwartet nach wie vor für 2008 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr. Das BIP ist die wichtigste Messlatte für die Leistung einer Volkswirtschaft und misst den Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen.

Zu Jahresbeginn 2008 legte die Wirtschaft nach den neuesten Zahlen weniger stark zu als bislang berechnet. Das Wachstum betrug im ersten Quartal nur 1,3 Prozent statt der zunächst bekanntgegebenen 1,5 Prozent. Im zweiten Quartal stieg das BIP im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,1 Prozent, kalenderbereinigt um zusätzliche Arbeitstage um 1,7 Prozent.

Am Arbeitsmarkt, der der Konjunktur hinterherläuft, verbesserte sich die Lage weiter. Die Wirtschaftsleistung wurde im zweiten Quartal 2008 von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 566 000 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Ausführliche Ergebnisse gibt das Statistische Bundesamt am 26. August 2008 bekannt.

DPA
KOMMENTARE (6 von 6)
 
NeuerMensch (14.08.2008, 10:43 Uhr)
weitergehen...
Es gibt keinen Abschwung, hier gibt es nichts zu sehen! Weitergehen! Der Aufschwung kommt bei allen an!
knilch_59 (14.08.2008, 10:20 Uhr)
Scherbenhaufen der Regierung
Jetzt ist er also zu Ende, der schöne Aufschwung. Und keine der wirtschaftspolitischen Hausaufgaben für die „guten Zeiten“ ist gemacht. Und wieder gehen wir in eine Zeit weniger sprudelnder Steuereinnahmen und nicht weiter sinkender Arbeitslosigkeit auf Basis eines nicht ausgeglichenen Haushalts. So wenig diese Regierung für den Aufschwung konnte, so schlecht ist sie für den Abschwung gerüstet.
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Der ultimative Nachweis für die wirtschaftspolitische Unfähigkeit der CDU/CSU ist erbracht. Wer das noch nicht kapiert hat, ist der echte Sozialromantiker in diesem unseren Lande. Wir brauchen einen neuen Ansatz, der konsequent auf Elemente der Binnenkonjunktur setzt, anstatt darauf, dass irgendwo auf der Welt jeden Morgen noch ein paar Idioten aufstehen, die unsere Produkte kaufen. Wir können den Kram zwar herstellen, aber uns fehlt das Geld, um uns die Sachen auch mal selbst leisten zu können. Auf die Weltwirtschaft haben wir nur geringen Einfluss, aber für oder gegen die Binnenkonjunktur kann die Bundesregierung viel bewegen. Und da hat sie alles getan, um das Anspringen zu vermeiden: Steuererhöhungen in nie gekanntem Ausmaß, um der breiten Masse Kaufkraft zu entziehen. Drastische Einschnitte bei den Sozialleistungen bewirken Angstsparen bei den Wohlhabenden und Konsumunfähigkeit bei den weniger Vermögenden. Fazit: Wer nicht für den Export produziert, sieht keine Perspektive, die Investitionen und unternehmerisches Risiko zur Expansion attraktiv machen würde. Geld wird nur zum Kosten Sparen und Arbeitsplatzabbau in die Hand genommen. Und Glos und Merkel schauen zu.
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Die haben fertig!
auwei (14.08.2008, 10:19 Uhr)
Renaissance
Wie heißt es doch so schön in einer anderen deutschen Zeitung: "Im Zeichen der Krise hat die ganze Welt die Segnungen von John Meynard Keynes wiederdentdeckt - nur Deutschland weigert sich nach wie vor 'tapfer'." So weit, so schlecht. Was ich allerdings nicht verstehe: Warum heulen gerade die vermeintlichen Volksversteher von der Union immer so laut über die schlappe Binnenkonjunktur? Schließlich wollten sie (vor allem der so genannte Wirtschaftsflügel) es haargenau so haben. Und was sagt eigentlich unser guter "Die Löhne sind zu hoch"-Hans Werner Sinn?
undueberhaupt (14.08.2008, 10:17 Uhr)
Die Preishölle im Supermarkt
Dienstag dieser Woche war ich im Supermarkt. Dort sind die Preise für
bestimmte Lebensmittel gegenüber der Vorwoche um 20 - 30 Cent gestiegen. Ich frag mich wo das wohl hinführt. Was machen die vielen Hartz IV Leute. Die können sich bald die Wurst auf dem Brot nicht mehr leisten. Und das in einem der reichsten Länder der Erde, oder doch armes DEUTSCHLAND ?
520i (14.08.2008, 09:39 Uhr)
Merkel beim TV-Duell 2005
"Ich weiß zwischen Exportweltmeister und Wachstum wahrlich zu unterscheiden. Natürlich sind wir Exportweltmeister. Daraus generiert sich aber nicht automatisch Wachstum. Deutschland hat die geringsten Wachstumsraten, weil sich Exportweltmeister und Binnenkonjunktur addieren und es geht um das Gesamtwachstum einer Volkswirtschaft, und da stehen wir schlecht da"
Tja, wo ist die Ankurbelung der Binnenkonjunktur jetzt? Warum wird Lohnverzicht gepredigt und Sozialleistungen nicht erhöht??
Naja..."Der Deutschen Wirtschaft", ne?
ganzbaf (14.08.2008, 09:34 Uhr)
Typisch CDU-Wirtschaft...!

Erst die Megakonzerne und Ultrareichen gespickt, die Unternehmen, Gewinne und Arbeitsplätze nach China und nach Nassau verlagern.
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Dann noch den Privatkonsum abgewürgt, durch eine konsequente Niedriglohn- und Verarmungspolitik breiter Volksschichten und fertig ist die Malaisse...))-:
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