1. April 2013, 17:08 Uhr

Novartis verliert Patentstreit

Schwere Niederlage für Novartis: Indiens Oberster Gerichtshof hat dem Schweizer Pharmakonzern den Patentschutz für sein Krebsmittel Glivec versagt.

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Das Präparat sei keine "Neuheit" im Sinne der indischen Patentgesetze, hieß es zur Begründung. Novartis hatte argumentiert, Glivec sei entscheidend weiterentwickelt worden, so dass es nun auch als Pille verabreicht werden könne. Nach der Urteilsverkündung sagte der Vize-Vorsitzende von Novartis in Indien, Ranjit Shahani: "Wir werden weiter in Indien investieren, aber mit Vorsicht. Wenn wir neue Produkte auf den Markt bringen, werden wir uns um Patente bemühen, und wir hoffen, dass es in dem Land Fortschritte beim Schutz geistigen Eigentums geben wird." Indien ist mit seiner Milliardenbevölkerung und der stark wachsenden Nachfrage nach Medizinprodukten interessant für westliche Konzerne. Viele Inder können sich die Originalpräparate jedoch nicht leisten, sondern sind grundsätzlich auf günstige Nachahmerprodukte angewiesen. In dem Land verdienen 40 Prozent der 1,2 Milliarden Einwohner weniger als einen Euro am Tag. Leena Menghaney von "Ärzte ohne Grenzen" hat das Urteil deshalb begrüßt: "Es ist eine sehr große Erleichterung. Wir behandeln mehr als 200.000 Menschen mit HIV, 80 Prozent davon sind Inder. Die Medikamente kommen aus Indien, deshalb hatten wir große Angst, dass ein Sieg von Novartis bedeuten könnte, dass uns weniger Medikamente zur Verfügung stehen. Es ist also eine große Erleichterung, dass die Medikamente nun Menschen in Entwicklungsländern zur Verfügung stehen." Die Entscheidung gegen Glivec könnte Analysten zufolge auch die Chancen anderer Pharmakonzerne schmälern, die in Indien ebenfalls um Patentschutz streiten. ORT: MUMBAI (INDIEN) Schließen

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