15. August 2012, 08:11 Uhr

CDU-Politiker attackiert "System Merkel"

CDU-Mittelstandschef Josef Schlarmann rechnet mit dem Führungsstil der Kanzlerin ab. Karriere mache nur, wer auf Linie liege. Das "System Merkel" höhle die Partei inhaltlich und personell aus.

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Nicht wirklich amüsiert: Kanzlerin Angela Merkel sieht sich heftiger Kritik aus dem CDU-Mittelstand ausgesetzt©

Der Chef der Unions-Mittelstandsvereinigung Josef Schlarmann hat Kanzlerin Angela Merkel wegen ihres Führungsstils scharf angegriffen. Er habe erhebliche Zweifel daran, dass die Union mit Merkel an der Spitze noch genügend Stimmen bei Wahlen holen könne, sagte der CDU-Politiker der "Leipziger Volkszeitung". Aber ein potenzieller Nachfolger habe keine Chance, nach oben zu kommen, und die Partei werde "mit einem Wohlfühl-Programm für den nächsten Bundesparteitag ruhiggestellt".

Die CDU-Vorsitzende betreibe Politik und Wahlkämpfe mit dem Rechenschieber, sagte Schlarmann, der sich seit Jahren als Kritiker Merkels profiliert. "Es gibt keinerlei grundsätzliche Debatte mehr, weil alles in Frau Merkels CDU als alternativlos angeboten wird. Das ist wie in der Mensa, die täglich nur ein Gericht anbietet. Wem das nicht schmeckt, der bleibt draußen." Harte Themen wie Energie oder Europa würden in der Union gar nicht mehr grundsätzlich behandelt.

Von den Herausforderern hat keiner politisch überlebt

Karriere mache nur noch, wer auf Merkels Linie liege, das habe man beim entlassenen Umweltminister Norbert Röttgen erlebt. Von den möglichen Herausforderern habe keiner politisch überlebt. "Das liegt am System Merkel. Wer sich auf Landesebene für die Bundespolitik vorbereiten wollte, ist weg. Bis auf die, die sich ganz bewusst aus der Bundespolitik raushalten, wie David McAllister in Niedersachsen oder Volker Bouffier in Hessen."

Schlarmann warf der CDU-Spitze zudem vor, mit dem Koalitionspartner FDP gebrochen zu haben: "Die von Merkel geführte CDU-Spitze entschied, dass man der FDP in dieser Koalitionsregierung keinen Stich mehr lassen will. Seitdem lässt man die FDP auflaufen."

kng/DPA
 
 
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