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Jeder vierte Azubi schmeißt hin

24,4 Prozent der Ausbildungen werden in Deutschland abgebrochen, der höchste Stand seit dem Wirtschaftsboom nach der Wiedervereinigung. Bestimmte Branchen sind besonders davon betroffen.

  Mehrere Jahre lernen und im Betrieb mitarbeiten? Nicht für alle ist das was. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern brechen besonders viele Lehrlinge ihre Ausbildung ab.

Mehrere Jahre lernen und im Betrieb mitarbeiten? Nicht für alle ist das was. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern brechen besonders viele Lehrlinge ihre Ausbildung ab.

Immer mehr Lehrlinge brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab. Fast jede vierte Lehre werde in Deutschland vorzeitig beendet, berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) für den Berufsbildungsbericht 2013. Im Jahr 2011 sei die Abbrecherquote auf 24,4 Prozent gestiegen, das sei der höchste Stand seit dem Wirtschaftsboom nach der Wiedervereinigung. Insgesamt seien 149.760 Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst worden.

Zwischen den einzelnen Berufen gebe es allerdings große Unterschiede. Jeder zweite Kellner und Umzugshelfer beende seine Lehre nicht. Bei Verwaltungsfachangestellten, Elektronikern und Bankkaufleuten liegt die Abbrecherquote dem Bericht zufolge dagegen weit unter zehn Prozent.

Die Gründe für den Abbruch einer Lehre seien "vielfältig und mitunter komplex", zitiert die "Welt" aus der Analyse des BiBB. Mal gebe es gesundheitliche Gründe, mal werde der Betrieb geschlossen, mal ändere sich der Berufswunsch. "Manchmal passt die Chemie zwischen Ausbilder und Jugendlichen nicht oder die Entfernung zum Betrieb wird auf Dauer zum Problem", schildert der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann, weitere Gründe. Vielfach setzten die jungen Leute ihre Ausbildung aber bei einem anderen Betrieb oder in einem anderen Beruf fort.

DIHK fordert frühe Berufsorientierung

Es sei "auffällig, dass die Quote der Abbrüche sich seit Jahren erheblich zwischen den einzelnen Ausbildungsberufen unterscheidet", sagte DGB-Vizechefin Ingrid Sehrbrock der "Welt". Die Betriebe in diesen "Problembranchen" müssten dringend an Attraktivität und Ausbildungsqualität arbeiten.

Sehrbrock fordert zudem ausbildungsbegleitende Hilfen für die Betriebe, etwa durch Sozialpädagogen. "Bisher werden diese Hilfen erst eingesetzt, wenn schon schlechte Noten in den Berufsschulzeugnissen stehen", sagte sie der Zeitung. Das sei "deutlich zu spät". Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Hans-Heinrich Driftmann, plädiert für eine frühzeitige und gute Berufs-Orientierung. "Wer weiß, was er will und kann, der trifft auch leichter die Entscheidung für den richtigen Beruf", sagte er der "Welt".

Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben bundesweit die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag wird dort vorzeitig aufgelöst. Am unteren Ende der Rangskala liegen Baden-Württemberg und Bayern mit Quoten von knapp 20 Prozent.

pas/AFP/DPA/DPA

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