HOME

Warum sich Lidl Heidi Klum als Mode-Designerin geangelt hat

In der kommenden Woche startet Lidl in den USA - mit prominenter Unterstützung: Heidi Klum hat für den Discounter eine Mode-Linie entworfen. Ein cleverer Schachzug, denn Klum ist auch in den USA ein Star. Und Lidl darf den Markteintritt nicht verpfuschen.

Heidi Klum verkauft bei Lidl Klamotten

Lidl verkauft Mode von Heidi Klum

In der kommende Woche fällt der Startschuss: , die Nummer 2 der weltgrößten Discounter, startet in den USA. Für den Billigheimer aus der Schwarz-Gruppe ist es ein wichtiger Schritt, bislang überließen die Neckarsulmer dem Erzrivalen Aldi den nordamerikanischen Markt. Damit ist jetzt Schluss, auch Lidl will vom milliardenschweren Discountermarkt in den USA profitieren.

Lidl hat sich für den Auftakt prominente Unterstützung gesichert: Model und TV-Star Heidi Klum hat exklusiv für den eine Mode-Kollektion entworfen. Tatsächlich gibt Klum nicht nur ihr Gesicht zu Werbezwecken her, sondern hat selbst die Kleidungsstücke designt, die als "hochwertige Mode für jedermann" beschrieben wird. Wie die Mode aussehen wird, verrät der Discounter zwar noch nicht. Klar ist hingegen, dass mit der Verpflichtung von Heidi Klum ein cleverer Schachzug gelungen ist.

Warum Lidl Heidi Klum braucht

Denn Klum ist ein deutscher Superstar in den . Ihre Model-Karriere startete die Blondie aus Bergisch Gladbach in den Staaten. Sie ist nicht nur eine der Produzentinnen der bekannten TV-Show "Project Runway", sondern sitzt dort auch in der Jury. Auch "America's Got Talent", der Vorlage für "Deutschland sucht den Superstar" ist sie seit 2013 Juror. Zwar hat die 44-Jährige auch die US-Staatsbürgerschaft, doch sie kokettierte in der Vergangenheit mit ihrer deutschen Heimat. 2010 ließ sie sich für das US-Magazin "City" als Marlene Dietrich ablichten und sagte: "Tief in meinem Herzen werde ich immer ein deutsches Mädchen sein."

So will Lidl wachsen

Die doppelte Funktion - ein bisschen US-Glitzerwelt und deutsche Bodenständigkeit - will Lidl für den Marktstart nutzen. Bis Mitte 2018 will der Discounter an der Ostküste der USA 100 Filialen eröffnen. Eigentlich war der Markteintritt erst im kommenden Jahr geplant, nun gibt Lidl schon in diesem Jahr Gas. "Wir finden es toll, dass wir vor Plan starten können", zitiert die "Lebensmittelzeitung" den Länderchef Brendan Proctor. Für Lidl ist dieser Schritt wichtig, denn der Heimatmarkt wächst kaum noch. Der US-Markt mit seinen rund 300 Millionen Konsumenten verspricht sattes Wachstum. Die heimischen Supermarktketten wie Walmart beäugen den Aktivitäten der deutschen Discounter genau. Walmart experimentiert seit kurzem mit neuen Preismodellen, um die preissensible Kundschaft nicht an Aldi oder auch bald Lidl zu verlieren.

Aldi in den USA

Und Aldi? Der Wettbewerber Aldi Süd ist bestens auf dem US-Markt etabliert, betreibt 1630 Märkte und erzielt laut Schätzungen einen Nettoumsatz von umgerechnet 12 Milliarden Euro. Bis 2020 sollen rund 650 weitere Filialen dazukommen. Auch ist in den Staaten vertreten. Die Handelsmarke Trader's Joe punktet mit handgeschriebenen Schildern und Bio-Lebensmitteln. Dass ein deutscher Discounter sich hinter dem Namen verbirgt, wissen die wenigsten Amerikaner.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools