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Los Angeles testet Straßenbeschichtung gegen mörderische Hitze

Temperaturen über 40 Grad sind in Los Angeles keine Seltenheit. Die Sonne bringt die Straßen regelrecht zum Glühen. Eine neue Spizialfarbe soll Abhilfe verschaffen. 

Los Angeles testet eine neue Straßenbeschichtung, die das Sonnenlicht reflektieren soll

Los Angeles testet eine neue Straßenbeschichtung, die das Sonnenlicht reflektieren soll.

Picture Alliance

Kann eine Schicht graue Farbe die Folgen der Klimaerwärmung verringern? In , wo die Temperaturen im Hochsommer regelmäßig über 40 Grad steigen, werden einige Straßen nun testweise mit einer Spezialfarbe mit Kühleffekt beschichtet. Laut Hersteller reflektiert das graue "Kühlpflaster" das Sonnenlicht, während normaler schwarzer Asphalt bis zu 95 Prozent davon absorbiert. Durch die Reflexion soll die Spezialfarbe die Bodentemperatur und damit die mörderische Hitze auf innerstädtischen Straßen mindern.

Bei der Vorführung der neuen Beschichtung zeigt Jeff Luzar vom Hersteller Guardtop in Los Angeles den Effekt: "Auf der schwarzen Oberfläche erreicht die Hitze im Moment 42, 43 Grad. Und auf der anderen Seite sind es nach nur einer Schicht 36 Grad - bevor man die zweite Schicht überhaupt aufgetragen hat. Man sieht also einen Temperaturunterschied von sechs bis sieben Grad."

"Riesiges Marktpotenzial für Kühlpflaster-Produkte"

Die Verwaltung der kalifornischen Metropole will nun beobachten, wie die Einwohner auf den neuartigen Asphalt reagieren. Bei der Testphase geht es auch um die Frage, wie schnell der berüchtigte Verkehr in Los Angeles die helle Farbe - etwa durch Reifenspuren und Ölflecken - verschmutzt und damit verdunkelt. Los Angeles teste die Beschichtung nach Versuchen auf Parkplätzen als erste Stadt in Kalifornien auf einer öffentlichen Straße, betont Greg Spotts vom städtischen Straßenbauamt. Damit wolle Los Angeles andere Städte "inspirieren, mit verschiedenen Möglichkeiten zur Reduzierung des Hitzeinsel-Effekts zu experimentieren".

Außerdem setze die Stadt darauf, dass auch andere Hersteller neue Produkte entwickeln. "Es gibt ein riesiges Marktpotenzial für Kühlpflaster-Produkte, und tatsächlich ist es Teil eines viel größeren ökonomischen Trends mit zukunftsträchtigen Lösungen für den Klimawandel", meint Spotts.

Nur Vorteile?

George Ban-Weiss, Dozent für Zivil- und Umweltingenieurswesen an der Universität von Südkalifornien, hebt hervor, die Farbe sei nur eine von verschiedenen Möglichkeiten zur Kühlung in Städten. Auch das Anpflanzen von Bäumen entlang der Straßen und der Einsatz kühlender Dachmaterialien seien einfache Mittel zur Reduzierung der Hitze. Zwar sei die Farbe vielversprechend in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte und vielen Autos, doch könnte es auch Nachteile für die Umwelt durch das stärkere Reflektieren der Hitze geben, warnt Ban-Weiss. "Die Forschung ist dabei, herauszufinden, ob die ökologischen Vorteile jene Einbußen aufwiegen."

Alan Barreca, Professor für Umweltwissenschaft an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA), sieht einen weiteren Vorteil kühlender Fahrbahnbeschichtungen: "Nicht jeder hat die Mittel für den Einsatz von Klimaanlagen, daher leiden möglicherweise Familien mit geringem Einkommen", sagt er. "Das stört mich in moralischer Hinsicht."

Die Fahrbahnbeschichtung würde für alle Vorteile bringen, hebt Barreca hervor. Niedrigere Temperaturen auf den Straßen bedeuteten weniger Abhängigkeit von Klimaanlagen. "Und das bedeutet weniger Treibhausgase", sagt der Experte. Pro Meile (1,6 Kilometer) kostet die Spezialbeschichtung in sieben Jahren umgerechnet gut 34.000 Euro. Damit hat sie laut Barreca das Potenzial, "viele Leute in den dichtbevölkerten, urbanen Zonen zu geringen Kosten zu schützen".

ivi/AFP

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