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11. November 2009, 16:57 Uhr

Arbeitsagentur rechnet mit 42-Milliarden-Defizit

Schlechte Nachricht für die Bundesregierung: Die Bundesagentur für Arbeit erwartet bis zum Jahr 2013 ein Defizit von 42 Milliarden Euro. Der Schuldenberg könnte eine Erhöhung des Beitragssatzes für die Arbeitslosenversicherung auf über drei Prozent zur Folge haben.

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Noch hat die Bundesagentur für Arbeit Rücklagen, doch schon 2010 werden diese aufgebraucht sein© Sebastian Willnow/DDP

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) steuert ohne zusätzliche Beitragserhöhung nach eigenen Berechnungen bis zum Jahr 2013 auf ein Defizit von fast 42 Milliarden Euro zu. Dies geht aus der mittelfristigen Finanzplanung der Behörde hervor. Darin ist zwar noch nicht berücksichtigt, dass die Regierung nach Absichtsbekundungen von Union und FDP kommendes Jahr einen Zuschuss von 16 Milliarden Euro zahlen will. Doch selbst dann türmt die BA bis 2013 einen Schuldenberg von 25,8 Milliarden Euro auf. Dabei unterstellt sie, dass die Arbeitslosigkeit ab 2011 wieder sinkt und bis zum Jahr 2013 im Durchschnitt auf 3,6 Millionen zurückgeht. "Den einmaligen, krisenbezogenen Zuschuss vom Bund von 16 Milliarden Euro werden wir 2010 komplett brauchen, die Krise wird sich aber auch in den Folgejahren auswirken. Wir werden also bis 2013 ein Defizit mitschleppen", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der "Welt".

Den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung veranschlagt die Behörde ab 2011 wie gesetzlich geplant mit 3,0 Prozent. Diese Erhöhung werde die Lücken aber nicht stopfen, erläuterte Weise. "Das reicht nicht, um die weiteren Folgen der Krise für die BA zu bezahlen."

Verwaltungsrat beschließt Haushaltsplan für 2010

Damit dürfte absehbar sein, dass die Bundesregierung auf mittlere Sicht nicht darum herumkommt, weitere Zuschüsse an die BA zu zahlen oder den Beitragssatz auf mehr als drei Prozent anzuheben. Die schwarz-gelbe Koalition hat sich bisher nur darauf festgelegt, dass der Beitragssatz 2010 unverändert bei 2,8 Prozent bleibt und 2011 dann auf 3,0 Prozent steigt. Das war bereits von der großen Koalition gesetzlich verankert worden.

Der Verwaltungsrat der BA will am Freitag den Haushaltsplan für das kommende Jahr beschließen. Wie vorab bekanntgeworden war, geht die Behörde für 2010 von einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um durchschnittlich 640.000 auf 4,1 Millionen und einem operativen Defizit von 17,8 Milliarden Euro aus. Da sie ihre Rücklagen in diesem Jahr trotz eines Fehlbetrages von voraussichtlich 14,9 Milliarden Euro nicht vollständig aufzehrt, startet sie 2010 mit einer Rücklage von noch 1,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich erwartet die BA daher für 2010 ein Minus von 15,9 Milliarden Euro, das der Bund mit einem Zuschuss ausgleichen will. Zur Finanzierung der Defizite der nachfolgenden Jahre sind bislang nur Darlehen des Bundes vorgesehen

Reuters
KOMMENTARE (10 von 10)
 
also_ne... (12.11.2009, 11:51 Uhr)
@ tatanuna (12.11.2009, 01:12 Uhr)
Was ist denn das für eine Unterstellung? Beamten sind Berufsparasiten? Nicht gleich beleidigend werden! Sie kennen wahrscheinlich keine 5 Beamten persönlich und wissen noch nicht mal, wo überhaupt im öffentlichen Dienst überall Beamte sitzen! Für Sie ist doch jeder Beamter, der im öffentlichen Dienst hinterm Schreibtisch sitzt oder einfach nur beim Staat/Land/Kreis/Kommune angestellt ist!
Beamte können praktisch nie arbeitslos werden? Wie viele Beamte haben wir denn noch? Was ist überhaupt Hintergrund des Beamtentums? Wissen Sie, was der Durchschnittsbeamte brutto/netto verdient? Trotz 4 Jahre Studium? Nein? Da lacht sich jeder zweitklassige, ungelernte Schichtarbeiter ins Fäustchen, die verdienen netto fast das Doppelte bei 6h weniger Arbeitszeit pro Woche, bei mind. 4 Tage mehr Urlaub pro Jahr, mit Weihnachtsgeld, mit Urlaubsgeld, etc. Solche Zahlungen gibt es für Beamte nicht! Für Beamte gibt es auch keine ständigen Forderungen nach Lohnerhöhungen im 2-stelligen Prozentbereich wie von den Gewerkschaften immer gefordert! Oh nein, da steigt der Lohn noch nicht mal recht mit der Inflation und trotzdem wird geschrieen, dass die faulen Beamten noch mehr verdienen!
Lächerliches, einfältiges Halbwissen!
also_ne... (12.11.2009, 11:21 Uhr)
@ knilch_59 (11.11.2009, 16:27 Uhr)

Was sich mir nicht ganz erschließt, wie dann die jetzigen Arbeitslosen bezahlt werden sollen? Oder was mit den jungen Menschen ab 1985 passiert, wenn sie jetzt arbeitslos sind aber noch kein finanzielles Polster aufbauen konnten? Sofort H4?
Soziale Absicherung ist im Sozialstaat Aufgabe des Staates und kann nicht einfach abgeschafft oder privatisiert werden.

Zur Ihrem Beispiel Pflegefall:
Da wird Ihnen nur in den seltensten Fällen Ihre Pflegeversicherung reichen. Allein in der Pflegestufe 1 müssen Sie mit Kosten ab 1.500 ? rechnen, Pflegestufe 3 dürfen Sie dann mit über 4.000 ? pro Monat für Ihre Pflege gerade stehen. Pflegeversicherung hin oder her, der Gang zum Sozialamt bleibt Ihnen nicht erspart (Wobei die Leistungen vom Träger-Landkreis der Einrichtung und nicht vom Bund getragen werden. Und es zwar organisatorisch ins Sozialamt eingegliedert ist, aber nichts mit der Sozialhilfe (wie sie im allgemeinen verstanden wird) zu tun hat).

Von welcher solidarischen Finanzierung hat sich denn die obere Hälfte mit Ausnahme der Reichen befreit? Versteh ich nicht so recht...
Fakten (12.11.2009, 09:15 Uhr)
Der Trick mit der Kurzarbeit?
Das wird noch interessant werden.

Schon spricht Berlin von mehr Freiheit wagen, d. h. Buerger werden noch mehr verzichten muessen und dafuer noch mehr Steuern zu zahlen, um die Prasser-Eliten durchzufuettern.

Bald kracht es! Lasst euch diesmal nicht gegen Fremde hetzen, sondern geht gleich gegen die Verursacher vor: Politiker, Bankster und sogenannte "Eliten" wie Guttenberg (auch Herr von Witz) und Merkel.
rebegtar (12.11.2009, 00:21 Uhr)
@Nursery
Den Steinbrück wird man sich bestimmt nicht zurückwünschen. Den Teufel treibt man schliesslich nicht mit dem Bezelbub aus.
Nursery (11.11.2009, 21:42 Uhr)
Geld drucken
ich denke Merkel kommt um eine Steigerung der Notenproduktion nicht umher.Zum einen steht der Winter so oder so vor der Tür.Und wenn es nur zum Heizen genügt erfüllt es allemal den Wunschträumern der CDU -FDP Regierung.ES ist absehbar, wir werden uns Steinbrück noch zurückwünschen.
Corazito3333 (11.11.2009, 21:19 Uhr)
super, ich dachte die Steuern sinken????
Und jetzt erhöhen wir die Beiträge...super...
die Politiker werden diesen Staat noch schneller in den Bankrott treiben, haben die keine Ahnung vor Wirtschaft????
Wie schön für die Karstadt-MA, verzichten auf Gehälter und Sonderleistungen und dürfen jetzt auch noch mehr Beiträge zahlen für ihre eigene Arbeitslosigkeit, genau wie die Opel-MA - ist nur eine Frage der Zeit
der2groeste (11.11.2009, 19:04 Uhr)
Die wahren Gruende des Defzits
So, nun sind wir von einem Surplus des Arbeitsamtes zu einem 40Milliardenloch gekommen, in sehr kurzer Zeit. Warum??Wieso??
Verursacher die Banken und die dadurch verursachte Finanzkrise. 1Euro Jobber kosten doch Geld.Die durch die Banken und Finanzkrise geschaffenen Arbeitslose kosten auch Geld, zu mindestens für 1 Jahr, schließlich haben die auch lange genug eingezahlt. Die Zahl die vom Arbeitsamt leben müsste inzwischen ungefähr 8 Millionen betragen. Natürlich nur 3 Millionen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik. Es ist für diese Politische Gesellschaft und dieser Politik so gut wie unmöglich Industrie und Arbeitsplätze zu schaffen denn diese können weder selber Arbeit leisten oder Produktions Firmen in Industrie und Landwirtschaft erstellen, aber man nennt sich selber als Experte. Experte in was?? Experte in Steuern abzuzocken und Geldverschwendung und Experte sich die eigenen Taschen voll zustopfen. Gott helfe uns. Die Feudalen des Mittelalters regieren wieder nur haben diese Ihren Titel geändert. Nicht mehr König Graf und co, sondern Kanzler, Minister und Bürgermeister, die Funktionen bleiben dieselben. Es lebe der Adel ein dreifaches Hoch,hoch,hoch, Hurra.
audio001 (11.11.2009, 19:01 Uhr)
Alles kein Problem...
...das holt die FDP mit Steuersenkungen locker wieder rein!
Erstrecht (11.11.2009, 16:58 Uhr)
Peanuts!
Was sind denn 42 Milliarden Defizit bis 2013? Zur Erinnerung die Hypo Real Estate hat alleine in diesem Jahr über 100 Milliardern in den Rachen geworfen bekommen und damit Herrn Ackermann gerettet. Und im nächsten jahr benötigt sie schon weitere 7 Milliarden.
Zahlen das die Zocker und Bänker? Nein, aber Arbeitslose, Rentner und die Mitte. Diese Regierung wird unser Land endgültig entsolidarisieren.
knilch_59 (11.11.2009, 16:27 Uhr)
Abschaffen!
Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ab sofort für Berufsneulinge abschaffen = alles jünger als Jahrgang 1985 braucht nicht mehr einzuzahlen. Zum Ausgleich ist der Lohn um 1,4% zu erhöhen. Ab 2015 werden auch die älteren Jahrgänge ausgegliedert, wobei sie noch für 2 Jahre Recht auf Leistungen haben, die vom aus Steuermitteln zu bezahlen sind.
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Die Leistung der BA besteht nur noch aus der Vermittlung in neue Arbeitsplätze, Unterstützungsleistungen gibt es nur noch bei Bedürftigkeit vom Sozialamt.
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Analog auch noch die Pflegeversicherung, Riester und diverse andere Geschenke: einstampfen! So werden die Bruttolöhne um über 5% erhöht, davon müsste sich jeder sein eigenes Polster für Notlagen schaffen: Nix Steuerförderung, Nix Verwaltungsapparat, nur Quellensteuer auf die Erträge.
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Das permanente Hin- und Herschaufeln zu Lasten der Arbeitskosten muss ein Ende finden! Arbeitnehmer sind mündig genug, um angemessene Eigenvorsorge zu betreiben, wenn man ihnen genügend Geld dazu lässt. Aber diese Sozialleistungen, die bei der breiten Masse doch nicht die Armut verhindern, nützen doch nur den besser Gestellten. Wer für 1.500 Euro gearbeitet hat, kommt auch heute schon nicht mehr mit dem ALG1 hin und muss ergänzende Hilfen beantragen. Und wenn ein ?Eckrentner? zum Pflegefall wird, reichen die Leistungen aus der Pflegeversicherung auch nicht, um ihn vor dem Gang zum Sozialamt zu bewahren.
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Fazit: Diese Sozialversicherungen sind schon längst keine mehr, sondern schützen nur noch die obere Hälfte mit Ausnahme der Reichen. Und die haben sich schon lange aus der solidarischen Finanzierung befreit. Deshalb abschaffen - je schneller, desto besser!
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