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31. Juli 2009, 12:59 Uhr

Banker kassieren ab - Steuerzahler sei Dank

Üppige Bonuszahlungen auf Staatskosten: Die US-Banken, die vor kurzem noch von der US-Regierung mit Milliarden gerettet werden mussten, haben 32,6 Milliarden US-Dollar Boni an ihre Manager ausgezahlt. Von Belohnung für gute Leistung keine Spur - die Banken hatten große Verluste gemacht.

Zoom
US-Banken, Boni, Milliardenhilfen, staatliche Hilfen, Manager, Banken

Die Finanzkrise erschütterte Wall Street im Herbst 2008 - doch jetzt fließen bereits wieder dicke Belohnungen© DPA

Milliardenschwere Staatshilfen einerseits, üppige Bonuszahlungen andererseits: Neun der größten US-Banken haben vom Steuerzahler im vergangenen Jahr zusammen 175 Milliarden Dollar (123 Milliarden Euro) bekommen und zugleich 32,6 Milliarden Dollar an Prämien ausgeschüttet, wie der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo am Donnerstag scharf kritisierte. Die Milliarden-Boni flossen teils trotz enormer Verluste.

Die Banken würden in guten wie in schlechten Zeiten hohe Boni zahlen, wirft der prominente Strafverfolger den Finanzhäusern in einer Untersuchung vor. "Es hat weder Hand noch Fuß, wie die Banken ihre Mitarbeiter entlohnen." Die neun überprüften Häuser hatten als erste Geld aus dem Tarp-Bankenrettungsprogramm der US-Regierung bekommen.

Viel Geld trotz schlechter Leistung

Die politische Debatte um die Vergütungen der Branche läuft in den USA auf Hochtouren. Ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Barack Obama soll Bonuszahlungen bei den vom Staat unterstützten Instituten überwachen. Das Abgeordnetenhaus berät Gesetze, die den Aktionären und der Bankenaufsicht mehr Mitsprache bei Boni geben sollen.

"Als die Banken gut abschnitten, bezahlten sie ihre Beschäftigten gut", so Cuomos Behörde. "Und als die Banken miserabel abschnitten, wurden sie vom Steuerzahler gerettet - und die Beschäftigten wurden weiter gut bezahlt."

Der Generalstaatsanwalt im Bundesstaat New York hat sich den Kampf gegen missbräuchliche Praktiken an der Wall Street seit langem demonstrativ auf die Fahnen geschrieben. Cuomos Amt gilt auch als politisches Sprungbrett.

Die zu den größten Verlierern der Krise zählende Citigroup etwa erhielt 45 Milliarden Dollar an direkten Hilfen. Der Staat ist dafür nun mit 34 Prozent größter Aktionär der Bank. Doch ausgerechnet sie schüttete 2008 mehr als 5,3 Milliarden Dollar an Boni aus. Und das bei einem Jahresverlust von 27,7 Milliarden Dollar. 738 Citi-Banker nahmen jeweils mehr als eine Millionen Dollar mit nach Hause.

Den rein rechnerisch höchsten Bonus je Mitarbeiter zahlte ein weiteres Mal Wall-Street-Legende Goldman Sachs. Die Investmentbank schüttete im Schnitt mehr als 160.000 Dollar aus. Die insgesamt 4,8 Milliarden Dollar an Prämien waren mehr als doppelt so hoch wie der Jahresgewinn der Bank. Die Bonuszahlungen für Händler, Banker und Manager an der Wall Street können traditionell ein Vielfaches der Grundgehälter ausmachen.

DPA
KOMMENTARE (10 von 38)
 
ganzbaf (01.08.2009, 09:18 Uhr)
Diese faulenzenden Bürostubenhocker...

Geldwäscher und Kurszocker führen sich auf wie Könige und Kaiser in einer Person.
Zeit für eine Revolution.
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Banken vertsaatlichen, jetzt!
mike24121953 (31.07.2009, 20:52 Uhr)
DieZeit ist reif,um zu verstehen...
"Die Berechtigung zur Herausgabe von Geld soll den Banken weggenommen und auf den Kongreß und das Volk übertragen werden.
Ich glaube ernsthaft, dass Banken mit dem Recht, Geld herauszugeben, gefährlicher für die Freiheit sind als stehende Armeen.“ Thomas Jefferson (1743-1826), Dritter Präsident der USA
1791 tat der deutsche Bankier Mayer Amschel Rothschild den berühmten Ausspruch:
»Man erlaube mir, die Währung einer Nation in Umlauf zu bringen und zu kontrollieren, und ich schere mich nicht darum, wer die Gesetze dieser Nation macht.«
»Es ist sehr gut, dass unsere Bürger unser Bankwesen und Währungssystem nicht verstehen, denn wenn sie es verstünden, dann gäbe es, so denke ich, noch vor Tagesanbruch eine Revolution.« ( Henry Ford)
Die Zeit ist reif, um zu verstehen…
http://video.google.de/videoplay?docid=-2537804408218048195
muzza (31.07.2009, 18:23 Uhr)
Boni-Debatte ist irreführend
Abgesehen davon, dass die erbrachte Leistung sowieso in keinem Verhältnis zur Entlohnung steht, hat sich auf Seite der Banken ja nichts verändert. In der derzeitigen Situation wurden zwar Verluste eingefahren, die Verantwortlichen waren aber offensichtlich integer genug sich durch Staatshilfen zu retten, oder anders gesagt, sie in der gewünschten Höhe bewilligt bekommen zu haben. Und so gesehen muss jemand der Bonus-Zahlungen der Banken bemängelt, die Staatshilfen an sich bemängeln, weil er dann vorraussetzt sie waren unwirksam oder werden es sein. Das bedeutet, Kritik ist nur dann angebracht, wenn auch die Staatshilfen kritisiert werden.
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Bei der Ausgangslage der betroffenen Staaten sollte man vermutet haben, sie würden auf diesem Wege Verhandlungen anstreben, mit denen sie wenigstens einen kleinen Teil ihrer Schuldenlast abwerfen könnten. Dass dies geschehen ist entzieht sich meiner und wahrscheinlich auch Ihrer Kenntnis. Es hat eher den Anschein, als ob die Banken sich über einen kleinen Umweg die Staatshilfen selbst gegeben haben. Dieser Punkt kann offensichtlich nicht kommuniziert werden.
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Beachtlich finde ich in diesem Zusammenhang das tolerieren der Grundstimmung in der Bevölkerung die dadurch ausgelöst wird. Wenn ich vom Teufel besessen wäre und ich wollte das Leben jedes Geringverdieners so effektiv wie möglich beschädigen, so dass ihm jeder Glaube an das Gute im Menschen verloren geht und er sich selbst aufgibt, ich würde es wohl auf diese Weise tun.
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Zu tieferen Ursachen der "Finanzkrise" sollten Sie sich unbedingt die sehr empfehlenswerten Vorträge von Bernd Senf anschauen, falls Sie z.B. noch nicht wissen dass die Geldschöpfung nicht in die Hände von Privatbanken gehört:
http://www.archive.org/search.php?query=bernd%20senf
starmax (31.07.2009, 18:02 Uhr)
@atticusFinch
Ihr Vorschlag greift imho zu kurz.
Warenabsicherungsgeschäfte müssen sein (Ernte etc.) - wo sollte man bei einem Verbot die Grenze ziehen ?
Nein richtig ist eine Abschaffung fder Zinsen. Denn nur diese haben für eine im Vergleich zum weltweiten Waren und Dienstleistungsangebot (World BIP) mehr als 100fach (!!!) größere (und völlig überflüssige) Geldmenge gesorgt, die sich krebsartig ständig erweitern muß. jetzt schon mit Betrug. Das endet mit Hyperinflation (Gelddrucken, weil die Regierung längstmöglich dran bleiben will) und CRASH.
acitapple (31.07.2009, 15:27 Uhr)
@rbrunner
vollste zustimmung !! das hat nichts mehr mit investitionen und geldbeschaffung zu tun. das ist nur noch ein riesiges wettbüro. leider werden dabei ganze volkswirtschaften aufs spiel gesetzt !!
Sozimod (31.07.2009, 14:06 Uhr)
Wie in USA auch in Germany
Dadurch das wir das Wirtschafts und Finanzsystem aus den USA übernommen haben, sehe ich eine reale Sozialwirtschaft nicht. Mal einfach ausgedrückt: Versicherungsmakler besucht Mandanten 1977. Er berät über die notwendigen Versicherungen und Kapitalanlagen des Mandanten. Die fleißigen hatten ein gutes Einkommen. Versicherungsmakler 1997-2009: Bietet keine Versicherungen (pfui das Wort darf man ja nicht mehr in den Mund nehmen), sondern spricht von Vorsorgeleistungen. Er bietet alles was er kann an (egal ob der Mandant vlt. schon ähnliche Verträge abgeschlossen hat), achtet nicht mehr auf das Einkommen seines Mandanten und freut sich über viele Jahre über seine schöne hohe Provision. Durch Preisererhöhungen (Versicherungssteuer, Mehrwertsteuer, weniger Nettolohn ect., dynamische Beitragserhöhung) kan der Mandant diese Ausgaben nicht mehr begleichen. Er muss aus diesen Verträgen. Plötzlich zahlt er für vorzeitige Kündigung ect. Alles endet nach Jahren vor Gericht. Will sagen: Banken betrügen ihre Mandanten und werden von der Regierung auch noch unterstützt. Durch Steuergelder werden die Schrottpapiere beglichen. Wenn ihr wirklich Interesse daran habt wie man eine Soziale Marktwirtschaft richtig handhabt, lest die Bücher von Oskar Lafontaine. Er war der einzige der 2001 diese Krise vorausgesagt hat. Er wollte eben nicht eine Marionette der Banken und Großunternehmen sein. Der Mensch in Deutschland hat ein Anrecht vertrauensvoll beraten zu werden. Diese Profiteure dieses Systems müssen für ihre egoistische Philosophie bestraft werden. Nein die Regierung hat ja auch dafür gesorgt, das die Bänker ihre Boni sich selbst auszahlen durften aus Steuergeldern finanziert. Aber diverse Vorstände haben ja auch kein Problem sich zu bedienen. Wir haben keine soziale, sondern a-soziale Marktwirtschaft.
HombreUno (31.07.2009, 14:01 Uhr)
"Volkswillen"
Jetzt dauert es aber bis zum nächsten Kommentar.
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Ob die wirklich mal nachdenken, was sie hier verzapfen?
Tempelhofer (31.07.2009, 13:49 Uhr)
@ Halodri73
Was ich nicht verstehe ist, dass die ganzen links- und rechtsextremen Umstürzler hier sich einerseits immer auf den Volkswillen berufen (die Politik muss dem Volk dienen...), gleichzeitig aber offen das Volk als dumm und blöd verachten.
Wie definieren diese Ultra´s eigentlich den Begriff "Volkswillen" ? Der Mehrheitswille der Bevölkerung ist ja damit offensichtlich nicht gemeint. Es ist wohl eher so, dass eigene primitive Gewaltphantasien als "Volkswille" umgedeutet werden. Liebe Ultras: Die BLÖD-Leser, Unterschichtenfernsehen-Zuschauer, deutsche Michel usw., das IST Euer Volk. Take it, or forget it.
Halodri73 (31.07.2009, 13:41 Uhr)
@ "Revoluzzer" ;-)
mit dem indirekten Aufruf zur blutigen Revolution stehen Sie Gott sei Dank ziemlich alleine da.
Das braucht kein Mensch.
Und wenn Sie es schaffen, die Bevölkerung zu mobilisieren und wir dann in Deutschland lieber Anarchie oder real existierensden Sozialismus haben wollen, dann bleibt mir ja immer noch der Widerstand oder das Exil
;-)
Natürlich gibt es andere Möglichkeiten und natürlich wird es auch noch mhehr Regeln für den Kapitalmarkt geben. Dafür ist er einfach zu wichtig für die Welt.
Und um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin lediglich Fan der sozialen Marktwirtschaft, kein Kapitalist! Wer den Unterschied nicht erkennt, muss im Wirtschaftsunterricht nachsitzen...
:-)
Kiezzabel (31.07.2009, 13:34 Uhr)
schönschön
"... so wichtig ist es jetzt, mit klarem Kopf dem Finanzmarkt ein paar Regeln samt Strafenkatalog aufzuerlegen, damit sowas eben nicht nochmal passiert."
Ja, das wäre ja ganz nett. Macht nur keiner. Da können'se wählen, wen se wollen.
Ich denke, das ist ein Problem. Die Milliarden wurden ja auch ohne parlamentarische Kontrolle. Das muss für einige Manager gewesen sein, wie Weihnachten und Ostern an einem Tag.
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