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16. Dezember 2009, 15:24 Uhr

"Richtig gute Stimmung" an der Börse

Kurz vor Ende des Jahres strebt der Deutsche Aktien-Index (Dax) in bisher in diesem Jahr nicht gekannte Sphären. Am Mittwoch lag der Leitindex zeitweise bei 5896 Punkten. "Wir gehen Richtung 6000 Punkte", jubelte ein Händler. Die Krisen in Dubai und Griechenland seien schon vergessen.

Börse, Dax, Jahreshoch, 6000 Punkte, gute Stimmung

Kurz vor Jahresende zum Jahreshoch: Der Dax erreichte an der Frankfurter Börse 5872 Punkte© Wolfgang Rattay/Reuters

Kräftige Kursgewinne bei Finanzwerten haben dem Dax am Mittwoch zu einem neuen Jahreshoch verholfen. Der Leitindex stieg vorübergehend auf bis zu 5896 Punkte und notierte am Nachmittag noch bei 5872 Zählern - 1,1 Prozent höher als am Vortrag. "Hier herrscht richtig gute Stimmung, und wir gehen Richtung 6000 Punkte", sagte ein Händler. "Niemand interessiert sich mehr für Dubai oder Griechenland." Beide Länder stehen am Rande eines Staatsbankrotts und hatten daher die Finanzmärkte kurzzeitig erschüttert. Börsianern zufolge darf es nun aber keine Enttäuschung bei den noch anstehenden Konjunkturdaten geben, soll der Trend anhalten. Seit Jahresbeginn hat der Dax gut 20 Prozent zugelegt, seit dem Jahrestief Anfang März beläuft sich das Plus sogar auf rund 60 Prozent.

Ganz oben standen auf den Einkaufslisten der Anleger europaweit die Banken. Der europäische Branchenindex kletterte um 1,5 Prozent. Händler verwiesen auf Berichte, wonach die Banken mehr Zeit zur Umsetzung neuer Eigenkapitalvorschriften bekommen sollen. "Wenn dem so wäre, wäre das gut für die Banken, denn das würde ihnen mehr Luft verschaffen", sagte ein Händler. Ein weiterer Börsianer wies auf die möglichen Effekte für die Realwirtschaft hin: "Wenn die Banken entspannt sind, dann wird sich auch die Kreditvergabe entspannen."

Eine japanische Wirtschaftszeitung hatte von einer zehnjährigen Übergangsfrist berichtet, was faktisch einem Aufschub gleichkäme. In Tokio hatten Finanzwerte teilweise um 15 Prozent zugelegt. Im Basler Ausschuss beraten derzeit Notenbanker und Vertreter von Regulierungsbehörden über schärfere Auflagen für die Bankenbranche, deren riskante Geschäfte die Finanzkrise ausgelöst haben.

An die Dax-Spitze setzten sich die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von sechs Prozent. Deutsche Bank gewannen 4,6 Prozent, Aareal Bank im MDax gut sechs Prozent. In Paris legten BNP Paribas um knapp zwei Prozent zu, in der Schweiz stiegen Credit Suisse um 2,4 Prozent. Gegen den Trend lagen die Aktien irischer Banken im Minus. Belastet wurden sie von Aussichten auf eine Aufstockung des Staatsanteils. Die Papiere der Bank of Ireland fielen um 4,8 Prozent, die von Allied Irish Banks um 1,3 Prozent.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten außerdem die Aktien des Energiekonzerns Eon mit einem Plus von 1,2 Prozent. Die Aktien des Versorgers zählen wie die des Konkurrenten RWE zu den bislang schwächsten Dax-Werten im zu Ende gehenden Jahr. Im Nebenwerte-Index MDax stachen Tui mit Kursgewinnen von 6,8 Prozent hervor. Nach dem Anteilsverkauf der Swiss Life legten die Aktien des Finanzdienstleisters MLP gut zwei Prozent zu. Käufer des sechsprozentigen Anteils ist der Krankenversicherer Barmenia.

Reuters/dho
 
 
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