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15. Dezember 2007, 13:53 Uhr

Gaspreise steigen auf breiter Front

Ein halbes Jahr etwa brauche es, bis die Verteuerung der Ölpreise auch beim Gas ankomme, so Umweltökonomen. Das scheint nun der Fall: Ab dem 1. Januar 2008 wollen 40 Prozent der Gasversorger ihre Preise anheben.

Um teilweise bis zu 40 Prozent wollen einige Gasversorger ihre Preise erhöhen© Roland Weihrauch/DPA

Viele Gaskunden in Deutschland müssen sich auf höhere Preise zum 1. Januar einstellen. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" und des Verbraucherportals Verivox wollen mindestens ein Drittel der bundesweit etwa 750 Versorgungsunternehmen ihre Tarife um durchschnittlich mehr als 5 Prozent anheben. Nach einem Rückgang der Tarife im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent sei nun eine Trendwende eingeleitet, erklärte Verivox: "Verbraucher müssen sich 2008 auf steigende Gaspreise einstellen." Die Umweltökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) verwies auf die Koppelung der Gas- an die Ölpreise. "Ich rechne mit 20 Prozent mehr bis April, da die Teuerung beim Öl ein halbes Jahr später auch beim Gas ankommt", sagte Kemfert "Euro am Sonntag".

Die Zeitung meldete unter Berufung auf Daten des Vergleichsportals Wechseln.de und des Leipziger Energiemarkt-Datenlieferanten GET, bundesweit wollten rund 40 Prozent der Gasversorger ihre Tarife zum Jahresbeginn zwischen 5 und mehr als 20 Prozent anheben. Bei Kunden, die im Schnitt 20.000 Kilowattstunden verbrauchten, hätten insgesamt 303 Versorger ihren Preis erhöht. 439 behielten ihn bei, 6 Anbieter wollen weniger verlangen. Verivox.de meldete, knapp lokale 250 Gasversorger würden ihre Preise erhöhen, und zwar um durchschnittlich 5,8 Prozent oder - bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden - um 74 Euro. Wegen der Ölpreisbindung sei zumindest mittelfristig wieder mit steigenden Gaspreisen zu rechnen, nachdem die Tarife im bundesweiten Durchschnitt 2007 um 3,4 Prozent gesunken seien. "Berücksichtigt man alle Preisänderungen der vergangenen zwölf Monate, haben 560 Versorger ihre Gaspreise effektiv gesenkt. 126 Versorger erhöhten die Preise und 52 Versorger haben keine Veränderung vorgenommen", resümiert das Verbraucherportal. Die Heidelberger Experten rieten zu einem Preisvergleich. "Bei immerhin 146 lokalen Anbietern gibt es ein Einsparpotenzial zwischen 100 und 500 Euro", sagte Verivox-Chefredakteur Thomas Stollberger.

Merkel hat Verständnis für Sorgen über Energiekosten

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte Verständnis für die Sorgen vieler Menschen über die rasant steigenden Energiekosten. "Allerdings sind die Energiepreise politisch für ein Land wie Deutschland nur wenig zu beeinflussen, weil sie vor allem mit einer weltweit drastisch steigenden Nachfrage nach Öl und Gas durch große Länder wie China und Indien zu tun haben", sagte die CDU-Politikern der "Super Illu". Die Politik könne jedoch in Deutschland mehr Wettbewerb unter den Energieversorgern schaffen. "Deshalb haben wir gerade auch eine Kartellrechts-Novelle mit einer besseren Durchgriffsmöglichkeit gegen Preisabsprachen auf den Weg gebracht", erklärte Merkel. "Darüber hinaus setzen wir Anreize unter anderem durch zinsverbilligte Kredite und gezielte Zuschüsse -, damit die Menschen ihre Häuser isolieren, ihre Heizungen modernisieren und auch stärker auf erneuerbare Energien setzen können." Das nutze der Umwelt und mache die Bürger auch unabhängiger von steigenden Öl- und Gaspreisen.

AP
 
 
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