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27. Juni 2008, 16:12 Uhr

Sprit kostet jetzt fast 1,60 Euro

Die Benzinpreise erreichen bald im Wochenrhythmus neue Höchststände: Wie die Mineralölfirmen melden, kostet der Liter Benzin nun 1,58 Euro - im Durchschnitt. Die steigenden Energiekosten treiben auch die Inflation hoch. Die Teuerungsrate hat nun den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht.

Teures Gut: Benzin war noch nie so teuer wie jetzt© Imago

Die Benzin- und Dieselpreise haben einen kräftigen Sprung nach oben gemacht und neue Höchstwerte erreicht. Für einen Liter Benzin müssen die Autofahrer in Deutschland im Durchschnitt 1,58 Euro bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg und Bochum mit. Diesel kostete im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen mehr als 1,53 Euro je Liter.

Die steigenden Energiekosten sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Hauptpreistreiber. Im Jahresvergleich hat sich Kraftstoff um 14,3 Prozent bis 16,4 Prozent verteuert, was auch die Inflationsrate nach oben schießen lässt. Die hat in Deutschland nun den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Im Juni lag die Teuerungsrate bei 3,3 Prozent - so hoch wie seit Dezember 1993 nicht mehr, teilte das Amt in Wiesbaden auf Grundlage von Zahlen aus sechs Bundesländern miteilte.

Im Mai hatte der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat noch 3,0 Prozent betragen, im April 2,4 Prozent. Im Vergleich zum Mai stieg der Gesamtindex im Juni um 0,3 Prozentpunkte. Preistreiber waren nach den Angaben des Bundesamtes neben der Energie Lebensmittel. Heizöl verteuerte sich im Jahresvergleich je nach Bundesland zwischen 57,3 Prozent und 69,3 Prozent, Gegenüber Mai 2008 kostete Heizöl zwischen 3,0 Prozent und 7,2 Prozent mehr, der Spritpreis legte um 1,8 Prozent bis 3,2 Prozent zu.

Vor allem Fahrer von Dieselfahrzeugen mussten wieder tiefer in die Tasche greifen: Diesel war zwischen 27,3 Prozent und 32,0 Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Preise für Nahrungsmittel lagen um 7,0 Prozent bis 8,8 Prozent höher als im Juni 2007.

Erst zuletzt hatte das Statistische Bundesamt über den höchsten Anstieg der Einfuhrpreise seit fast acht Jahren berichtet. Importe verteuerten sich demnach im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 Prozent. Ohne Rohöl und Mineralölprodukte wären die Importpreise nach Angaben der Statistiker nur um 2 Prozent gestiegen.

Die Europäische Zentralbank hat nach Monaten des Abwartens erstmals vor gut zwei Wochen begonnen, die Möglichkeit einer Leitzinsanhebung deutlicher zu signalisieren. Präsident Jean-Claude Trichet sagte, er wolle im Kampf gegen die Inflation eine Erhöhung um einen kleinen Betrag bei der nächsten Sitzung des EZB-Rates nicht ausschließen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen komme es entscheidend darauf an, den Preisauftrieb unter Kontrolle zu halten, so Trichet.

"Keine Lohn-Preis-Spirale nach oben"

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte jüngst dem "Spiegel" gesagt, angesichts der hohen Inflation müsse man ernsthaft die Leitzinsen überprüfen. "Es spricht vieles dafür, dass wir rasch zu einem Ergebnis kommen werden." Den möglichen Zinsschritt begründete Stark damit, "dass es nicht zu einer Lohn-Preis-Spirale nach oben" kommen dürfe. Der Bundesverband deutscher Banken hat die Signale der EZB bereits begrüßt. Der geschäftsführende Vorstand des Verbandes, Manfred Weber, erklärte, eine moderate Zinserhöhung könne sowohl dem Inflationsdruck als auch den verstärkten Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung entgegenwirken.

 
 
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