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Strom wird deutlich teurer

Millionen Stromverbraucher müssen künftig tiefer in die Haushaltskasse greifen: Die Energieversorger EWE und Vattenfall haben zum Jahreswechsel kräftige Preiserhöhungen angekündigt. Nach einer Studie des Vergleichsportals Verivox wollen sogar mindestens 40 Stromanbieter die Preisschraube anziehen.

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Teurer Strom: Die Preise an der Leipziger Strombörse sind kräftig gesunken, die Verbraucher profitieren davon bislang kaum© Martin Meissner/AP

Auf Millionen Verbraucher in Deutschland rollt eine neue Welle von Strompreiserhöhungen zu. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Marktübersicht des Verbraucherportals Verivox.de wollen mindestens 40 Stromanbieter die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 5 Prozent erhöhen. Dies bedeute für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr eine Mehrbelastung von 46 Euro, berichteten die Experten.

Preiserhöhungen kündigten unter anderem die Energieversorger Vattenfall und EWE an. Deutschlands fünftgrößter Versorger EWE wird den Strompreis zum Jahreswechsel drastisch um 14 Prozent anheben. Ausschlaggebend dafür seien der Anstieg der Netzentgelte, die deutlich höheren Kosten für erneuerbare Energien und die gestiegenen Einkaufspreise, berichtete der Konzern.

Verbraucher zahlt auch für schlechte Einkaufspolitik

"Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber er hat auch seinen Preis", rechtfertigte EWE-Vertriebsleiter Christian Haferkamp die Preisanhebung. Rund ein Drittel der jetzt angekündigten Verteuerung werde durch die Kostensteigerung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen verursacht. Der Rest entfalle gleichmäßig auf die gestiegenen Netzentgelte und die höheren Beschaffungskosten. Denn der Verbraucher soll bei EWE auch für die misslungene Einkaufspolitik des Versorgers zahlen. "In dem Strom, den EWE ab 2010 an Privathaushalte verkauft, stecken auch Stromteilmengen, die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat", räumte Haferkamp ein. Inzwischen sind die Preise an der Leipziger Strombörse drastisch gefallen, ohne dass die deutschen Stromkunden bislang davon deutlich profitiert hätten.

Auch Vattenfall hebt seine Preise für Kunden in Hamburg und Berlin deutlich an. In der Grundversorgung zahlen Privatkunden in Hamburg künftig 4,4 Prozent mehr für ihren Strom, in Berlin sogar 5,9 Prozent. Für Gewerbekunden steigen die Preise sogar um 8,9 Prozent. Vattenfall begründet die Verteuerung ebenfalls mit den gestiegenen Kosten für erneuerbare Energien. Diese Aufwendungen hätten sich seit der letzen Preiserhöhung von Vattenfall im Jahr 2007 verdoppelt.

Umweltschützer weisen die Argumentation der Konzerne allerdings zurück. Die Agentur für erneuerbare Energien verwies darauf, dass die Förderung von Sonnen und Windkraft lediglich 5 Prozent des Strompreises ausmache.

Experten erwarten weitere Preissteigerungen

Ein Ende der Teuerungswelle ist nicht in Sicht. Die Experten von Verivox gehen davon aus, dass noch zahlreiche weitere kleinere Stromversorger ihre Preise zum Jahreswechsel erhöhen werden. "Sowohl die Beschaffungsstrategie, als auch die erhöhten Kosten aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz können für die Energieversorger ein Problem darstellen", sagte der Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Doch könnten die Verbraucher dem Versuch, dieses Problem in Form von Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben, leicht einen Riegel vorschieben - durch einen Wechsel des Stromanbieters.

AP
 
 
 
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