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29. April 2009, 16:34 Uhr

US-Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Die US-Konjunktur hat Hoffnungen auf ein Signal der Besserung enttäuscht. Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten schrumpfte im ersten Quartal 2009 unerwartet stark. Der Export brach so heftig ein wie seit 40 Jahren nicht.

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Bis die Kreditkarten glühen: Die Amerikaner konsumieren so viel wie lange nicht mehr, dem Bruttoinlandsprodukt haben die Verbraucherausgaben aber kaum genutzt© Justin Lane/DPA

Die US-Wirtschaft ist zu Jahresbeginn noch stärker geschrumpft als erwartet und durchlebt mittlerweile die längste Durststrecke seit der Ölkrise Mitte der 1970er Jahre. Wegen drastisch fallender Exporte und Investitionen sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft im ersten Quartal 2009 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,1 Prozent. Das gab das Handelsministerium am Mittwoch auf Basis vorläufiger Berechnungen bekannt. Damit schrumpfte die Wirtschaft fast so stark wie im vierten Quartal 2008, als der Abschwung mit 6,3 Prozent so kräftig war wie seit 1982 nicht mehr.

Analysten hatten zum Jahresauftakt lediglich mit einem Rückgang von 4,9 Prozent gerechnet. Deshalb reagierten die Börsen beiderseits des Atlantiks mit Abschlägen. Der dramatische wirtschaftliche Einbruch schmälert zudem nach Ansicht von Börsianern die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed noch vor dem Jahresende ihre Nullzins-Politik beenden kann.

"Es steht außer Frage, das ist in vielerlei Hinsicht der schwerste wirtschaftliche Schock in der Nachkriegsära", sagte Neal Soss, Chefvolkswirt der Großbank Credit Suisse in New York. Allein die Exporte schrumpften um 30 Prozent und damit so stark wie seit 1969 nicht mehr. Die Rezession schreckte Firmen von Investitionen ab: Hier gab es einen Rekordrückgang von rund 38 Prozent.

Statt neuer Produktion bauten die Unternehmen ihre Lager im Rekordtempo ab: Die Bestände schrumpften um 103,7 Milliarden Dollar im Vergleich zum vierten Quartal 2008. Klammert man dies aus, wäre die Wirtschaft nur um 3,4 Prozent eingebrochen. Dies könnte nach Ansicht von Experten allerdings im laufenden Frühjahrsquartal die Wirtschaft ankurbeln, denn irgendwann müssen die Firmen ihre Lager wieder auffüllen.

Positiv überrascht zeigten sich Experten vom Anstieg der Verbraucherausgaben von 2,2 Prozent. Die Amerikaner kommen mit ihrem Privatkonsum immerhin für mehr als zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung auf. Die stärkste Rate seit zwei Jahren reichte aber nicht aus, um Ausgabenkürzungen von Unternehmen auf breiter Front auszugleichen.

Die USA befinden sich seit fast eineinhalb Jahren in der Rezession. Zuletzt hatte es zaghafte Signale gegeben, dass der Abschwung etwas an Fahrt verliert.

Reuters/AP
 
 
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