Wirtschaft in Deutschland und Europa erholt sich

13. November 2009, 12:00 Uhr

Die deutsche Wirtschaft lässt die Krise schneller hinter sich als gedacht. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent. Wachstumsmotor waren die Exporte und die Investitionen der Unternehmen. Auch die Euro-Zone meldet positive Zahlen.

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Konjuntur, Bruttoinlandsprodukt, Wirtschaftswachstum, Euro-Zone, Eurozone

Auch die Exporte haben die Wirtschaft angekurbelt©

Die deutsche Wirtschaft erholt sich immer weiter. Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist damit endgültig vorbei. Auch die Euro-Zone hat die Rezession hinter sich gelassen.

In Deutschland legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Die 39 von Reuters befragten Experten hatten ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. "Nach dem Einbruch im Winterhalbjahr scheint sich der Aufwärtstrend der Wirtschaft fortzusetzen", sagte ein Statistiker.

Im Frühjahr war die Wirtschaft nach einem Jahr Rezession erstmals wieder gewachsen: Das Plus wurde nachträglich von 0,3 auf 0,4 Prozent angehoben. Zu Jahresbeginn hatte es mit minus 3,5 Prozent noch den stärksten Einbruch seit Einführung der Quartalsvergleiche 1970 gegeben.

Angekurbelt wurde die Konjunktur im Sommer von den Exporten. Außerdem investierten die Unternehmen wieder mehr in Ausrüstungen und Bauten. "Die privaten Konsumausgaben gingen dagegen zurück und bremsten das Wirtschaftswachstum", hieß es. Die deutlich gestiegenen Importe sorgten dafür, dass die Unternehmen ihre Lagerbestände aufbauten. Details wollen die Statistiker am 24. November nennen.

Wie stark die Wirtschaft aber immer noch unter den Folgen der weltweiten Finanzkrise leidet, zeigt der Vergleich mit dem dritten Quartal 2008: Hier brach das Bruttoinlandsprodukt - die Summe aller in Deutschland hergestellten Waren und erbrachten Dienstleistungen - um 4,7 Prozent ein.

Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen ebenso wie die Bundesregierung für das Gesamtjahr mit einem Minus von 5,0 Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. Für 2010 sagen die Weisen ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus und sind damit etwas optimistischer als die Regierungsprognose von 1,2 Prozent.

Wachstum auch in Euro-Zone und EU

In der Euro-Zone wuchs das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September nach vorläufigen Berechnungen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Spitzenreiter war die Slowakei mit einem Wachstum von 1,6 Prozent, gefolgt von Österreich und Portugal mit jeweils 0,9 Prozent. Allerdings haben noch nicht alle 16 Mitgliedstaaten der Währungsunion die Krise überstanden. So schrumpfte in Spanien die Wirtschaft auch von Juli bis September. In Zypern sank das BIP mit 1,4 Prozent sogar noch schneller als im Frühjahr.

Auch die Europäische Union als Ganzes verzeichnete ein Wachstum und zwar von 0,2 Prozent. Unte den 27 Mitgliedsstaaten waren die Veränderungsraten im arg von der Wirtschaftskrise gebeutelten Baltikum besonders stark: Litauen lag mit plus 6,0 Prozent mit Abstand an der Spitze - Estland mit minus 2,8 Prozent abgeschlagen hinten.

Reuters
 
 
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KOMMENTARE (10 von 19)
 
Eisenbaer (14.11.2009, 13:21 Uhr)
Bitte meinen Beitrag von 12.17 Uhr löschen!!
Da ist der falsche Copy/Paste-Inhalt hineingerutscht!!
Fakten (14.11.2009, 00:05 Uhr)
Wie wuerde Alfred Tegtmeier so schoen sagen?
...aber siiicher.
auwei (13.11.2009, 17:06 Uhr)
@FreddyKraus
Wenn das Ganze auf Zahlen basiert, gehts ja noch - auch wenn die prognostische Aussagekraft limitiert ist. Vollends lächerlich sind die Stimmungsbarometer: "Der Komet schlägt in vier Tagen ein, aber die Befragten äußerten sich mehrheitlich optimistisch" (manchmal fügen die veröffentlichenden Institute relativierend immerhin noch ein "erstaunlicherweise" ein). Im Zusammmernspiel mit effektheischenden, dümmlichen Überschriften der Medien ("Komet - geht's jetzt aufwärts?") entsteht so tatsächlich etwas, dessen Wert sich ausschließlich in Druckerschwärze, Auflagenverkauf und Klicks bemessen lässt. Ach ja - und die Honorare der Kristallkugel-Institute.
FreddyKraus (13.11.2009, 16:49 Uhr)
Die Wirtschaft erholt sich
Ich kann es nicht mehr hören. Diese Woche erholt sie sich. Letzte Woche gings bergab. Nächste Woche werden wieder zusammen rund 10000 Menschen auf die Strasse gesetzt. Dann geht der Export zurück. Darauf steigt die Woche drauf wieder die Binnennachfrage, was sich eine Woche später als Irrtum herausstellt. Da kommen wider die zig Institute, die Voll- und Halbweise der verschiedenen Institute und widersprrechen sich gegenseitig mit ihren Daumenberechnungen. Auch ja, die Regierung meldet sich dann auch wieder zu Wort und sagt das alles so nicht stimmt. Aber nach Weihnachten gehts nach oben, weil wir im Januar schon wieder ins Tal maschieren müssen.

Es wäre so schön wenn alle diese Zahlenfetischisten und Institute nur einmal für 3 Monate ihren Mund halten würden.
ecomen (13.11.2009, 16:21 Uhr)
Test
.... first comment zensiert? :))
neyzen (13.11.2009, 15:52 Uhr)
Ohmmm....
die Wirtschaft wächst,ohmmmmm, und geht es wieder gut,ohmmm,,,,wir werden nicht mehr gekündigt ohmmm.ohmm...ohmm du mich auch..!
emeinung (13.11.2009, 14:48 Uhr)
Was für eine Propaganda
"Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist damit endgültig vorbei. " Ach wie toll. Gerade heute habe ich wieder von einigen Leuten in meiner Umgebung gehört, die gerade ihre Arbeit verloren haben. Die werden über solche Aussagen sicher ergötzt sein!
SirExekutive (13.11.2009, 14:12 Uhr)
binnenkonjunktur wird nie wachsen
denn das würde bedeuten, das die menschen mehr geld zum ausgeben haben müssten.
.
aber genau diese entwicklung wird doch in diesem lande auf grund der neoliberalen ideologie und dem "wirtschaftsfaschismus" zerstört.
.
die mehrheit der bürger muss für den privaten wohlstand der großen wirtschaftsverbände sorgen. gleichzeitig wirkt sich die steuerliche belastung gerade bei der mittelschicht und den geringverdienern am gravierensten aus, so das ihnen zum konsum überhaupt kein spielraum mehr bleibt.
.
und die höhere schicht hat doch eh schon alles was sie braucht. weshalb der geldüberschuss auch auf der bank landet oder in irgendwelchen "wertpapieren" investiert wird.
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je länger der neoliberalismus als systemsteuerung etabliert bleibt, wird der binnenmarkt sich niemals erholen können. ganz im gegenteil, durch die neuen maßnahmen wird dieser völlig zum erliegen kommen. aber die cdu/csu, fdp und auch die oppositionellen parteien wollen einfach keine erkenntnis erlangen
.
sie beharren auf den status qo richtung nirvana.
.
egal wie sie nun auch die misere durch flächendeckende propagandamaßnahmen die probleme zu verschleiern versuchen, die rechnung wird kommen. und diese rechnung wird höher sein, als wir auch nur im ansatz vorhandene mittel zu tilgung haben.
auwei (13.11.2009, 14:12 Uhr)
Weitgehend nutzlos
ist jeder Aufschwung, wenn es sich um "jobless growth" handelt. Insofern: Jubelt mal schön, is' ja auch nix Schlechtes, wenn was wächst - aber an unseren Problemen ändert das wenig. Das würde es noch nicht einmal, wenn wir alle Ingenieure, Produktentwickler und Dienstleister wären. Das Wachstum macht sich auf dem Papier gut, das wars dann aber auch schon. Oder solte ich mich irren, und der nächste Aufschwung bringt massenhaft unbefristete Vollzeitstellen in allen Sektoren - auch der Produktion und im Segment für Geringqualifizierte? Dann nehme ich alles zurück. Aber daran glaubt noch nicht einmal der mittelständische Herr Brüderchen.
Robbespierre (13.11.2009, 13:48 Uhr)
Nutzt eh nur China
Wie in den Jahren zuvor werden massiv hiesige Gewinne in den Bau neuer Fertigungsanlagen in China investiert, weil man dort die die Menschen besser ausbeuten kann und die Zölle einseitig abgebaut wurden. Die reinvestierten Gewinne können hierzulande von der Steuer abgeschrieben werden und die chinesische Diktatur wächst weiter. Arbeitsplätze hierzulande? Fehlanzeige. "Jobless growth forever" - Wann wird endlich mal über diesen ökonomischen Wahnsinn berichtet?
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