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1. Februar 2006, 11:34 Uhr

Erst Schmiergeld, dann Behandlung

Korruption ist immer ein schlimmes Verbrechen. In der Wirtschaft kostet sie viel Geld, im Gesundheitswesen aber Leid und Leben. Vor allem Kinder sind betroffen.

Es ist viel Geld vorhanden, aber bei den ärmsten der Armen kommt es nicht an© Graeme Robertson/Getty Images

Die Korruption im Gesundheitswesen bereitet nach einer neuen Studie rund um den Globus zunehmend Probleme. Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) warnte am Mittwoch in London, dass auf diese Weise die weltweiten Ziele für eine bessere Gesundheitsversorgung gefährdet würden. Als Beispiel nannte sie den Kampf gegen die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit AIDS. Das Geld, das die internationale Gemeinschaft dafür zur Verfügung gestellt habe, sei in vielen Ländern einfach versickert.

Aggressives Marketing der Pharmafirmen

Die Probleme reichten von Schmiergeldzahlungen in Arztpraxen und Krankenhäusern über Erpressung bis hin zur Veruntreuung von Geldern. Bis ein Medikament beim Patienten ankomme, fließe "viel Geld in viele Hände". Dazu gehöre, dass sich Pharmafirmen durch "aggressives Marketing" die Unterstützung von Ärzten erkauften. Zudem gebe es einen großen Markt für gefälschte Medikamente. Der Preis für Korruption sei jedoch "nicht in Geld zu messen, sondern in menschlichem Leid", sagte die TI-Vorsitzende Huguette Labelle.

Kinder sterben weiter

Besonders schwer hätten viele Entwicklungsländer zu leiden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Ziele, die sich die Vereinten Nationen bis zum Jahr 2015 in der Gesundheitsversorgung gesetzt hätten, würden vor allem dort wegen Korruption nicht erreicht. Dabei gehe es um die Reduzierung der Kindersterblichkeit ebenso wie um den Kampf gegen AIDS und Malaria. Transparency International rief die Staatengemeinschaft deshalb auf, strengere Kontrollmechanismen einzuführen.

DPA
 
 
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