8. November 2007, 17:12 Uhr

Benzinpreis klettert auf 1,47 Euro

Der Abstecher zur Tankstelle wird immer mehr zum Luxus-Trip. Binnen einer Woche sind die Preise für Benzin und Diesel bereits das dritte Mal gestiegen. Am Donnerstag erreichten sie Rekordhöhen. Ein Liter Superbenzin kostet im Schnitt nun 1,47 Eurol

Ein Luxusgut: Mit einem Einfüllstutzen wird an einer Tankstelle Benzin in einen Tank gefüllt©

Nach der dritten Preisrunde innerhalb einer Woche sind die Preise für Benzin und Diesel auf neue Höchststände geklettert. Die Autofahrer mussten am Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen 1,36 Euro für einen Liter Dieselkraftstoff und 1,47 Euro für Superbenzin bezahlen, teilten Sprecher aus der Mineralölbranche in Hamburg und Bochum mit. Damit wurden alle bisherigen Preisrekorde gebrochen.

Die Erhöhung um bis zu drei Cent je Liter war jedoch zunächst nicht flächendeckend zu beobachten; einzelne Anbieter warteten am Nachmittag noch ab. Es ist damit zu rechnen, dass sie noch im Laufe des Tages nachziehen. Damit haben sich die Spritpreise innerhalb weniger Tage um zehn Cent je Liter erhöht. Ursache seien die steigenden Notierungen für Rohöl und am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam, hieß es aus der Branche.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Fox59Fire (09.11.2007, 06:07 Uhr)
Preisschock? Es wird nicht der letzte gewesen sein!
Höchste Warnstufe seit 1976: der Rotterdamer Hafen ist seit Donnerstagabend annähernd komplett lahm gelegt, der Schiffsverkehr von und nach Rotterdam ist gestoppt. Aufgrund der sich nähernden Sturmfront sind auch die Ostfriesischen Inseln in Gefahr, nördlich Norderney haben aufgrund eines zu erwartenden Seegangs von bis zu 8,5 Metern mehrere Öl-Förderplattformen vorübergehend den Betrieb bereits eingestellt.
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Was ich damit sagen will? Öl- und Chemiekonzerne, Ölraffinerien, eine Vielzahl chemischer und petrochemischer Unternehmen, namhafte Tanklager- und Vertriebsgesellschaften, kurz: "Mainport Rotterdam" ist der wichtigste Hafen Europas und in strategischer Hinsicht "eines der weltweit wichtigsten Zentren für Öl und Chemikalien." Nun ist nicht nur die Verbindung zu über 1000 Häfen in allen Teilen der Welt unterbrochen, sondern auch die Offshore-Industrie ist erheblich beeinträchtigt. Das Synergiegefüge gerät aufgrund der Hafenschließung ins Stocken.
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Und was bedeutet dies für uns, für Deutschland? Nun, im Hinblick auf die zurzeit vorherrschenden Höchstpreise für Benzin und Diesel sicher nichts Gutes. Die Benzinpreise steigen in bisher nicht gekanntem Ausmaß, erreichen immer wieder neue Rekordstände, explodieren am europäischen Benzinmarkt in Rotterdam regelrecht. Und nun kommt zu den flächendeckenden Streiks der GDL im Güterbahnverkehr noch die Bedrohung der Ölförderung in der Nordsee. Selbst die anhaltenden Währungsschwankungen hinsichtlich des niedrigen Dollarkurses im Verhältnis zum anhaltenden Euro-Hoch, die die Europäische Zentralbank als "brutal" bezeichnet, wirken sich direkt auf die Benzin- und Dieselpreise aus, die aus den aufgeführten Gründen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Tagen und Wochen noch weiter ansteigen werden.
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Der amerikanische Geologe Colin Campbell sagte einmal: "Wir haben das Ende der ersten Hälfte des Ölzeitalters erreicht. In diesen 150 Jahren haben wir ein beispielloses Wachstum erlebt: Industrie, Transport, Handel, Landwirtschaft. Einige Leute bezeichnen moderne Landwirtschaft als Umwandlung von Öl in Nahrung. In dieser Zeit ist die Weltbevölkerung explodiert. Ebenso explosionsartig ist der Wohlstand gewachsen. All dies wurde erst möglich gemacht durch das reichliche Angebot billiger Öl-basierter Energie. Öl ist der Lebenssaft der Weltwirtschaft. Jetzt erreichen wir den Höhepunkt der möglichen Förderung und werden mit der darauf folgenden Verknappung dieses Gutes konfrontiert und das wird Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens haben."
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Öl ist nicht nur der Lebenssaft der Weltwirtschaft, er ist auch der Treibstoff des Krieges! Die Entdeckung und Förderung der Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre haben Europa ein Stück weniger abhängig vom Öl des Mittleren Ostens gemacht, doch der Höhepunkt der Förderung ist längst erreicht. Experten rechnen damit, dass schon in 15 Jahren die Nordsee-Vorkommen zur Neige gehen werden. Bei einer ständig steigenden Nachfrage wird eine stärker werdende Abhängigkeit nicht nur von der OPEC, sondern auch von russischem Erdöl die Folge sein, denn in den unendlichen Weiten Ostsibiriens vermutet man weitere unentdeckte Vorkommen, deren Erschließung und Transport jedoch immer schwieriger und daher teurer wird.
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Die Öl-Multis geben offen zu, das ihnen nur eines wichtig ist: nämlich die Welt so lange wie möglich in Abhängigkeit zu halten! "Den OPEC-Ländern ist es egal, was in 20, 30 oder 40 Jahren geschieht. Alles was für sie zählt ist, wie viel sie heute bekommen." Öl wird nicht allein zur Energiegewinnung verwendet: Die moderne Landwirtschaft z. B. wird als "Umwandlung von Öl in Nahrung" bezeichnet. Düngemittel, Plastik, Insektenvernichter, Tiernahrung, Medikamente ... die Grüne Revolution wurde erst durch Öl möglich. Was geschieht, wenn die Erdöl- und Erdgasvorkommen langsam versiegen, kann sich jeder selbst ausmalen. Und immer dort, wo neue Erdölvorkommen entdeckt werden, werden sie zu "einem Magneten für Konflikt und Krieg."
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Wasserstoffbasierte Brennstoffzellen werden uns retten? Nun, die Wasserstoffproduktion ist sehr Energie-intensiv. Auch Lagerung und Transport von Wasserstoff wird uns noch vor ungeahnte Probleme stellen. Zu bezweifeln ist, dass man mithilfe von Brennstoffzellen auch Rasierwasser und Zahncreme und alle anderen erdölbasierenden Errungenschaften unserer Zivilisation wird herstellen können. "Preisschock" aufgrund steigender Benzin- und Dieselpreise? Es wird nicht der letzte gewesen sein. Stellen wir uns darauf ein!
bob-der-meister (08.11.2007, 19:26 Uhr)
Hybrid-Schwindel
Interessant. Wenn es stimmt, dass die Mineralölkonzerne uns Kunden ausnehmen, weil sie wissen, dass wir auf ihr Produkt angewiesen sind, würde ein massenhafter Umstieg auf Hybrid- und ähnliche Antriebe nur eine weitere Preisspirale auslösen. Der Preis für Energie jeder Art hat doch weniger mit der tatsächlichen Angebots- und Nachfragesituationen zu tun, als damit dass er durch Spekulation an den Börsen künstlich in die Höhe getrieben wird.
StefanAugsburg (08.11.2007, 18:27 Uhr)
Kennen wir doch alles, oder ?
Das dürfte dasselbe Prinzip sein wie bei den Stromerzeugern - mit immer denselben Ausreden. Die Ölfirmen wittern Morgenluft, wissen, daß der Autofahrer nicht ohne Sprit "sein" kann und deshalb geht es halt durch. Teilweise sind wir auch selber schuld, denn bisher geht es uns ja noch nicht schlecht genug, wenn wir soviel reisen, überall hin mit den Autos fahren und auch beim Antrieb selber immer noch Sprit wählen. Der Anteil der Hybridwagen oder Autos mit Gasantrieben ist nach wie vor zu gering. Aber das kommt noch, keine Angst , das kommt noch ! ;-) Wir kapieren es schon irgendwann .... grins
-Dagegen- (08.11.2007, 17:54 Uhr)
Abzocker!
Mir soll einmal jemand erklären, warum unmittelbar nach der Erhöhung des Rohölpreises die Benzinpreise steigen. Die Lager sind voll und bis so etwas hier durchschlagen dürfte vergehen Monate.
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