. .
News am 07.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
3. Oktober 2008, 22:05 Uhr
Schriftgröße: A A A

Bush unterzeichnet Rettungspaket

Große Erleichterung in den USA: Im zweiten Anlauf hat das US-Repräsentantenhaus den 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsplan für die US-Finanzbranche genehmigt. 263 Parlamentarier votierten für das Paket, 171 stimmten dagegen. Bereits kurz danach unterzeichnete US-Präsident George W. Bush das Gesetz.

US-Präsident George W. Bush unterzeichnet das Gesetz, mit dem der 700 Milliarden Dollar schwere Rettungsplan für die US-Finanzbranche in Kraft treten kann© Charles Dharapak/AP

Große Erleichterung für Washington und die Finanzmärkte in aller Welt: Nach zweiwöchigem dramatischen Tauziehen ist der 700 Milliarden Dollar schwere US-Rettungsplan für den amerikanischen Finanzsektor unter Dach und Fach. Nach dem Senat stimmte am Freitag auch das Abgeordnetenhaus dem Paket zu, mit dem der eingefrorene Kreditfluss der Banken wieder in Gang gesetzt werden soll. Kurz nach der Annahme durch den US-Kongress hat Präsident George W. Bush das Gesetz unterschrieben. Das teilte das Präsidialamt am Freitag in Washington mit.

In einer ersten Reaktion begrüßte Bush die positive Entscheidung im US-Kongress als dringende Maßnahme zur Stabilisierung der Märkte. Die Welt wisse nun, "dass wir die Finanzmärkte stabilisieren und eine führende Rolle in der Weltwirtschaft behalten werden", sagte Bush am Freitagnachmittag in Washington. Die US-Wirtschaft sei allerdings "in dieser schwierigen Zeit" weiter mit großen Herausforderungen konfrontiert, betonte er. "Es wird eine Zeit brauchen, bis dieses Gesetz sich richtig auf die Wirtschaft auswirkt."

Dank des Willens zur Zusammenarbeit von Regierung und Kongress sei das Gesetz verabschiedet worden. "Wir haben mutig gehandelt, um zu verhindern, dass eine Krise der Wall Street ... eine Krise unseres ganzen Landes wird." Die Kosten für den Steuerzahler würden letztendlich deutlich niedriger liegen als die jetzt zur Disposition stehende Summe, meinte Bush.

Er betonte, dass er als Anhänger des freien Unternehmertums kein Freund von staatlichen Interventionen in die Privatwirtschaft sei. "In dieser Situation aber war es notwendig." Regierung und Kongress müssten nun in aller Ruhe prüfen und analysieren, wie es zu der Krise kommen konnte und wie das künftig verhindert werden könne, sagte Bush.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, kündigte neue Kontrollen für die US-Finanzwirtschaft an. In mehreren Parlaments-Anhörungen müsse umgehend herausgefunden werden, wie die US-Finanzwirtschaft überhaupt in diese schwere Krise geraten konnte, sagte Pelosi kurz nach der Verabschiedung des Rettungsplans. "Wir glauben alle an die freie Marktwirtschaft", betonte die Demokratin, aber "unregulierte und nicht überwachte" Aktivitäten an der Wall Street hätten "ein Chaos produziert, ... dass es künftig nicht mehr geben darf".

Ein erster Entwurf des Pakets war am Montag im Abgeordnetenhaus hauptsächlich am Widerstand konservativer Parlamentarier gescheitert. Danach hatte der Senat die Initiative ergriffen und die Vorlage leicht ergänzt, um sie auch dem Abgeordnetenhaus schmackhaft zu machen. Allerdings war eine Zustimmung auch zur überarbeiteten Version am Freitag noch ungewiss gewesen. Am Ende stimmten 263 Parlamentarier dafür, 171 dagegen. Beim ersten Votum am Montag hatten zwölf Stimmen für eine Billigung des Programms gefehlt. Der Senat verabschiedete es am Mittwoch mit 74 zu 25 Stimmen.

Keine spürbare Reaktion an den US-Aktienmärkten

Die US-Aktienmärkte reagierten zunächst kaum auf die Entscheidung. Offenbar hatten die Börsianer fest mit der Zustimmung gerechnet. Der Dow-Jones-Index notierte kurz nach dem Ergebnis rund 1,5 Prozent fester bei 10.640 Punkten - vor der Abstimmung hatte er sogar etwas über diesem Niveau gependelt.

Die demokratische Präsidentin der Parlamentskammer, Nancy Pelosi, hatte zuvor gewarnt, es dürfe nicht erneut zu einem Debakel kommen wie am Montag, als das Scheitern des Plans im Repräsentantenhaus eine dramatische Talfahrt der Aktienkurse an der Wall Street und an anderen Finanzplätzen ausgelöst hatte.

Auch der republikanische Fraktionschef John Boehner rief dazu auf, dem Gesetz zuzustimmen, auch wenn es nicht perfekt sei: "Nichthandeln ist keine Option." In der Debatte vor der Abstimmung machte eine Reihe von Abgeordneten klar, dass sie dem Paket nur schweren Herzens zustimmen würden. Es sei kein gutes Gesetz, aber ein "notwendiges Übel", sagte beispielsweise der Abgeordnete David Dreier. Der Demokrat Charlie Rangel beklagte, das Parlament entscheide mit einer "an den Kopf gehaltenen Waffe".

Das ursprünglich von Finanzminister Henry Paulson und Zentralbankchef Ben Bernanke vorgelegte Rettungspaket sieht im Kern vor, dass der Staat in Not geratenen Banken faule Kredite im Gesamtwert von bis zu 700 Milliarden Dollar abkauft. Damit soll erreicht werden, dass die Banken wieder Kredite an Unternehmer vergeben und dadurch der Wirtschaftskreislauf nicht unterbrochen wird. In einer ersten Tranche sollen 250 Milliarden Dollar an die Banken vergeben werden.

Parlament behält die Kontrolle über die Milliarden

Entgegen ersten Vorschlägen ist im Programm auch eine parlamentarische Aufsicht über die Kreditübernahme vorgesehen. Zudem sollen Manager von Banken, denen geholfen wird, keine großzügigen Abfindungen mehr erhalten. Auch ist vorgesehen, dass der Staat nach der Rettung einer Bank später an den Gewinnen beteiligt werden kann.

Zu den Ergänzungen nach dem ersten Scheitern am Montag gehört ein verbesserter Schutz für Einlagen privater Anleger bis zu 250.000 Dollar. Zusätzlich wurden Steuererleichterungen in Höhe von insgesamt 100 Milliarden Dollar für Unternehmen und den Mittelstand aufgenommen.

DPA/AP/Reuters
KOMMENTARE (10 von 32)
 
PaulBrasch (05.10.2008, 03:26 Uhr)
PeterPan.....
....so wichtig ist es denn dann auch wieder nicht.
peterpan1001 (05.10.2008, 01:13 Uhr)
wenn
mich jemand etwas fragen will dann kann er mir eine email schicken bei web.de
PaulBrasch (04.10.2008, 20:33 Uhr)
PeterPan1001.......
.....worauf beruhen denn Ihre Prophezeiungen?
042020 (04.10.2008, 18:57 Uhr)
@onceKnown
betr.Hamburg1369
wie meine liebe Oma immer gesagt hat,
er hat nicht alle Tassen im Schrank.
also bei dem Bus ungluck in Indien (Montag)waren auch die amis dran schuld ???? es war eine Pershing
missle die von der US aus geschickt wurde.
hamburg123 (04.10.2008, 15:11 Uhr)
@known
"Vergessen Sie die 50 süßen Hoppel-Häschen nicht, die auch getötet wurden." Wow, sie sind ja richtig witzig, hätte ich nicht gedacht. Es werden täglich unschuldige Zivilisten umgebracht, die überhaupt nicht wissen, warum sie angegiffen werden. Natürlich gibt es auch immer einige tote Terroristen. Aber wie naiv muss man sein, wenn man glaubt, dass der Hass der Bevölkerung auf die Besatzer nicht wächst?
Rainhelt (04.10.2008, 13:16 Uhr)
@OnceKnown
Volle Zustimmung... Und leider ist es im Moment "IN" einen an der Waffel zuhaben...
OnceKnown (04.10.2008, 12:57 Uhr)
@hamburg123
Vergessen Sie die 50 süßen Hoppel-Häschen nicht, die auch getötet wurden. Schon komisch: Jedes Mal, wenn die US-Streitkräfte einen als Koranschule o.Ä. getarnten Treffpunkt von Terroristen angreifen, sterben angeblich immer nur Zivilisten, jedoch niemals nur ein einziger Taliban.
.
Alles ziemlich OT. Nun ja...
.
"im dezember wird israel ein attentat auf einen politiker organisieren, ein false flag aktion, so wie bei 9-11, das man dem iran in die schuhe schiebt, um einen krieg gegen den iran beginnen zu können. das ist der beginn des 3ten weltkriegs."
.
Sie haben einen an der Waffel, sie Antisemit, äh äh äh...Entschuldigung: AntiZIONIST.
hamburg123 (04.10.2008, 10:58 Uhr)
Super
Während man sich in den USA über das Rettungspaket unterhält, tötet das US-Militär in Pakistan 36 Zivilisten.
terrax (04.10.2008, 10:20 Uhr)
@peterpan1001
Ich kenne den Plan. Es ist der Plan der Bilderberger... Ich plane das gleiche wie sie. Ich bin auch mitlerweile am überlegen, ob ich nicht nach Norwegen auswander anstatt in die Schweiz. Und nicht umsonst hat Onkel Bush sich eine neue Ranch in Paraguay gekauft...
FalconFly (04.10.2008, 09:27 Uhr)
Feine Sache das...
...fuer die korrupten Seilschaften aus Hochfinanz und Politik.
Beide Seiten greifen kraeftig ab und wenn eine Seite mal ordentlich Mist baut, gibt's die kostenlose Geldspritze als Belohnung dazu.
Lukrativer koennen Fehler nicht belohnt werden, 700Mrd $ - geschenkt ; Verzeihung, vom Steuerzahler gestohlen.
Man sieht mal wieder, dass sich die korrupten Herren mittlerweile so arrogant sicher sind, dass sie gar keinen Hehl mehr um ihre Korruption machen (und es zeigt sich, dass beide Presidentschaftskandidaten genauso korrupt sind wie vorhergesagt, sie gehoeren schon lange zum Establishment der korrupten Seilschaften).
Wenn die Voelker unter dem Kapitalismus leiden, interessiert dies keinen korrupten Politiker, leiden die hohen Herren selbst, wird schnell und "sozial" in die Bresche gesprungen.
Was fuer eine abgrundtief asoziale Welt, und das dumme Volk dort kapiert die Masche nicht einmal... Sie werden weiter eine der beiden hochgradig korrupten Parteien waehlen.
MEHR ZUM ARTIKEL
US-Finanzkrise Senat stimmt Rettungsplan zu

Die erste Hürde ist genommen: Mit großer Mehrheit hat der Senat das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket angenommen, mit dem die US-Regierung die taumelnde Finanzbranche stützen will. Jetzt muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen - was jedoch keineswegs als sicher gilt. mehr...

US-Finanzkrise Bush warnt vor dauerhaften Schäden

Der US-Präsident hatte es eilig: Nach dem überraschenden Scheitern des Rettungspakets für die taumelnde Finanzbranche trat George W. Bush nur fünf Minuten vor die Presse. In seiner Rede warnte er vor "schmerzhaften und dauerhaften" Schäden für die US-Wirtschaft - und betonte, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei mehr...

US-Finanzkrise Auf dem Hügel der Ignoranz

Nach dem überraschenden Scheitern des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets für die Finanzindustrie beginnen in den USA die Schuldzuweisungen. Tatsächlich steht das selbstmörderische "Nein" des Kongresses auch für den Niedergang der Vereinigten Staaten. mehr...

 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...