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16. Juli 2008, 08:23 Uhr
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US-Regierung verspricht Milliarden-Hilfen

Das amerikanische Finanzministerium und die US-Zentralbank Fed haben angekündigt, die stark angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac zu unterstützen. Die Institute haben Schuldverschreibungen über fünf Billionen Dollar. Das entspricht einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts.

US-Finanzminister Henry Paulson will die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stützen© Joshua Roberts/Reuters

In den USA haben Regierung und Notenbank den angeschlagenen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac umfangreiche Hilfe angeboten. Ziel sei es, das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems und der Finanzmärkte inmitten der Kreditkrise zu stärken, erklärte Finanzminister Henry Paulson.

Paulson kündigte an, vorübergehend den staatlichen Kreditrahmen für die beiden Branchenführer von derzeit 2,25 Milliarden Dollar anzuheben. Zudem wolle die Regierung auch erstmals Anteile der staatlich geförderten Unternehmen kaufen, falls dies zur Stärkung der Kapitalbasis nötig sei. Die Federal Reserve bot Fannie und Freddie für eine Notfall-Finanzspritze Zugang zu ihrem Diskont-Kreditprogramm für Finanzinstitute an.

Mit dem Hilfsangebot versuchen Regierung und Notenbank die Märkte nach den neuen Turbulenzen zu beruhigen, die am Wochenende mit dem Zusammenbruch der Hypothekenbank IndyMac zur größten Bankenpleite in den USA seit mehr als 20 Jahren geführt hatte. Als wichtiger Vertrauenstest am Markt gilt nun eine Versteigerung kurzfristiger Anleihen von Freddie Mac am Montag im Volumen von drei Milliarden Dollar. Fannie und Freddie begrüßten die Hilfsangebote. Zwar seien beide Unternehmen ausreichend mit Kapital versorgt, doch würde dies Vertrauen schaffen.

Schuldverschreibungen über fünf Billionen Dollar

Die Regierungspläne bedürfen noch der Zustimmung des Kongresses. Ein Vertreter des Finanzministeriums zeigte sich aber zuversichtlich, dass diese noch in dieser Woche vorliegen werde. Die Regierung betonte die Bedeutung der beiden Hypothekenfinanzierer für den US-Immobilienmarkt und erteilte zugleich Spekulationen über eine Verstaatlichung eine Absage. "Fannie Mae und Freddie Mac spielen eine wichtige Rolle in unserem Immobilienmarkt und sollten diese Rolle in ihrer derzeitigen Form als börsennotierte Unternehmen fortsetzen", sagte Präsidialamtssprecherin Dana Perino.

Die Notenbank erklärte, sie wolle mit ihrem Diskontkredit-Angebot die Hilfszusagen der Regierung unterstützen und Fannie Mae und Freddie Mac in die Lage versetzen, ihr Hypothekengeschäft in einer Zeit angespannter Finanzmärkte fortzuführen. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im März hatte die Fed zusätzliche Kreditlinien für die großen Banken bereitgestellt, damit sich diese leichter bei der Notenbank refinanzieren können. Nach dem Debakel um die US-Investmentbank Bear Stearns, die mit Hilfe der Fed zunächst gerettet und dann an den Konkurrenten JPMorgan verkauft worden war, hatte die Fed ihre Diskontkredite auch auf Investmentbanken ausgeweitet. Diese Form der Refinanzierung hatte bis dahin nur normalen Geschäftsbanken zur Verfügung gestanden.

Freddie und Fannie haben Schuldverschreibungen im Volumen von insgesamt fünf Billionen Dollar in ihren Büchern, was mehr als einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im Falle einer Pleite würde ein völliger Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen, weil die beiden Firmen den Markt für Hypotheken nach dem Rückzug vieler Banken derzeit fast allein am Laufen halten. Die Aktien beider Unternehmen hatten wegen Sorgen um die Finanzsituation vergangene Woche massiv an Wert verloren.

Reuters/DPA
KOMMENTARE (3 von 3)
 
sausewindxxl (14.07.2008, 13:12 Uhr)
Wer bürgt eigentlich für die FED?
Frage: Wer bürgt eigentlich für die FED und mit was? Die produzierende Wirtschaft der USA liegt am Boden, das Land ist völlig überschuldet und seine Bürger durch die Bank total pleite. Ein Prozent der Bevölkerung sitzt permanent im Gefängnis und die militärischen Abenteuer verbraten ein paar hundert Millionen Dollar PRO TAG! Mir ist wirklich schleierhaft, wie man von diesem Staat noch voller Zuversicht Schuldscheine annehmen kann oder Vertrauen in die Stabilität seiner Währung setzen kann. Trotzdem gehen täglich gigantische Summen von Pensionsfonds,Staatsfonds und Lebensversicherungen in dieses ökonomische Monster. Warum? Vermutlich weil man Angst vor dem brutalen Todeskampf dieses Ungeheuers hätte, wenn es einmal nicht seine tägliche Ration Kreditgeld zu "fressen" bekommt!
gmathol (14.07.2008, 10:29 Uhr)
Wir sprechen hier nicht ueber Milliarden sonder ueber Trillionen.
Zahl mit 12 Nullen! Auf diesem Kartenhaus sind 80% aller Kredite Haus oder sonstige aufgebaut.
Die erste Bank INDYmac hat schon aufgegeben und auf der FDIC Liste stehen ca. 120 US Banken denen moeglicherweise in den naechsten Wochen das Ende droht.
Die US Finanzbetrugswirtschaft muss endlich von den internationalen Finanzmaerkten verbannt werden, oder auf USA und Grossbritannien beschraenkt bleiben.
Warum gibt es eigentlich die Vereinbarung BIS oder Basel 1+2? Die USA scheren sich einen feuchten Kehricht darum!
Die USA muessen endlich wegen Betrugs vor der WTO verklagt werden. Der Dollar als Leitwaehrung muss verschwinden, hier handelt es sich nur um wertloses frisch gedrucktes Papier.
frank77777 (14.07.2008, 09:58 Uhr)
Uups
Es gibt neue Chips im Casino!
Good luck!
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