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14. Juli 2008, 09:01 Uhr

US-Regierung verspricht Milliarden-Hilfen

Das amerikanische Finanzministerium und die US-Zentralbank Fed haben angekündigt, die stark angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac zu unterstützen. Die Institute haben Schuldverschreibungen über fünf Billionen Dollar. Das entspricht einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts.

US-Finanzminister Henry Paulson will die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stützen© Joshua Roberts/Reuters

In den USA haben Regierung und Notenbank den angeschlagenen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac umfangreiche Hilfe angeboten. Ziel sei es, das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems und der Finanzmärkte inmitten der Kreditkrise zu stärken, erklärte Finanzminister Henry Paulson.

Paulson kündigte an, vorübergehend den staatlichen Kreditrahmen für die beiden Branchenführer von derzeit 2,25 Milliarden Dollar anzuheben. Zudem wolle die Regierung auch erstmals Anteile der staatlich geförderten Unternehmen kaufen, falls dies zur Stärkung der Kapitalbasis nötig sei. Die Federal Reserve bot Fannie und Freddie für eine Notfall-Finanzspritze Zugang zu ihrem Diskont-Kreditprogramm für Finanzinstitute an.

Mit dem Hilfsangebot versuchen Regierung und Notenbank die Märkte nach den neuen Turbulenzen zu beruhigen, die am Wochenende mit dem Zusammenbruch der Hypothekenbank IndyMac zur größten Bankenpleite in den USA seit mehr als 20 Jahren geführt hatte. Als wichtiger Vertrauenstest am Markt gilt nun eine Versteigerung kurzfristiger Anleihen von Freddie Mac am Montag im Volumen von drei Milliarden Dollar. Fannie und Freddie begrüßten die Hilfsangebote. Zwar seien beide Unternehmen ausreichend mit Kapital versorgt, doch würde dies Vertrauen schaffen.

Schuldverschreibungen über fünf Billionen Dollar

Die Regierungspläne bedürfen noch der Zustimmung des Kongresses. Ein Vertreter des Finanzministeriums zeigte sich aber zuversichtlich, dass diese noch in dieser Woche vorliegen werde. Die Regierung betonte die Bedeutung der beiden Hypothekenfinanzierer für den US-Immobilienmarkt und erteilte zugleich Spekulationen über eine Verstaatlichung eine Absage. "Fannie Mae und Freddie Mac spielen eine wichtige Rolle in unserem Immobilienmarkt und sollten diese Rolle in ihrer derzeitigen Form als börsennotierte Unternehmen fortsetzen", sagte Präsidialamtssprecherin Dana Perino.

Die Notenbank erklärte, sie wolle mit ihrem Diskontkredit-Angebot die Hilfszusagen der Regierung unterstützen und Fannie Mae und Freddie Mac in die Lage versetzen, ihr Hypothekengeschäft in einer Zeit angespannter Finanzmärkte fortzuführen. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im März hatte die Fed zusätzliche Kreditlinien für die großen Banken bereitgestellt, damit sich diese leichter bei der Notenbank refinanzieren können. Nach dem Debakel um die US-Investmentbank Bear Stearns, die mit Hilfe der Fed zunächst gerettet und dann an den Konkurrenten JPMorgan verkauft worden war, hatte die Fed ihre Diskontkredite auch auf Investmentbanken ausgeweitet. Diese Form der Refinanzierung hatte bis dahin nur normalen Geschäftsbanken zur Verfügung gestanden.

Freddie und Fannie haben Schuldverschreibungen im Volumen von insgesamt fünf Billionen Dollar in ihren Büchern, was mehr als einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im Falle einer Pleite würde ein völliger Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen, weil die beiden Firmen den Markt für Hypotheken nach dem Rückzug vieler Banken derzeit fast allein am Laufen halten. Die Aktien beider Unternehmen hatten wegen Sorgen um die Finanzsituation vergangene Woche massiv an Wert verloren.

Reuters/DPA
 
 
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