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13. August 2009, 08:11 Uhr

Wirtschaft wächst erstmals seit 2008

Die deutsche Wirtschaft freut sich über das Ende der Rezession. Erstmals seit 2008 ist das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal wieder gewachsen - auch dank staatlicher Konjunkturhilfen.

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Talfahrt beendet: Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im zweiten Quartal 2009 um 0,3 Prozent gestiegen© Maurizio Gambarini/DPA

Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist zu Ende. Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal überraschend um 0,3 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. "Das ist das erste Wachstum nach einem Jahr stetigen Schrumpfens", sagte ein Statistiker zu Reuters. Konsum, Bauinvestitionen und Außenhandel schoben die Konjunktur wieder an.

"Die Rezession ist vorbei", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die von Reuters befragten 35 Analysten hatten mit einem erneuten Minus von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem die Wirtschaft zuvor vier Quartale in Folge geschrumpft war. Zu Jahresbeginn war die Konjunktur mit revidiert 3,5 (bisher: 3,8) Prozent noch so stark eingebrochen wie nie. Ein Wachstum hatte es zuletzt im ersten Quartal 2008 gegeben.

Der Euro schnellte nach Bekanntgabe der Daten nach oben. Er notierte zuletzt bei 1,4263 Dollar, nachdem er zuvor bei 1,4210 gelegen hatte.

Staatliche Konjunkturprogramme wirken

Die milliardenschweren Konjunkturprogramme der Bundesregierung haben nach Ansicht des Statistischen Bundesamtes Wirkung Wirkung gezeigt. "Es sind Spuren der Konjunkturprogramme in den Zahlen zu erkennen", sagte ein Statistiker am Donnerstag in Wiesbaden. "Das gilt sowohl für den Konsum wie auch für das Steueraufkommen und die Bauinvestitionen." Die Abwrackprämie habe den Autoabsatz angekurbelt.

Da die Importe stärker sanken als die Exporte, trug auch der Außenhandel zum Wachstum bei. Der Unsicherheitsschock, der nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im September 2008 eingesetzt habe, sei abgeebbt, sagte Commerzbank-Experte Krämer: "Die Unternehmen holen Investitionen nach."

Wie stark die Wirtschaft aber immer noch unter den Folgen der weltweiten Finanzkrise leidet, zeigt der Vergleich mit dem zweiten Quartal 2008: Hier brach das Bruttoinlandsprodukt - die Summe aller in Deutschland hergestellten Waren und erbrachten Dienstleistungen - um 7,1 Prozent ein. "Einen stärkeren Rückgang gab es noch nie in der Nachkriegszeit", sagte ein Statistiker.

Noch kein Anlass zur Euphorie

Experten warnen deshalb vor Euphorie. "Das Risiko bleibt ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger, zu Reuters. "Sollte im Herbst Kurzarbeit verstärkt in Entlassungen umgewandelt werden, dämpft das die Löhne und den Konsum."

Die Bundesregierung und führende Institute rechnen bislang für 2009 mit einem Minus von sechs Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch seit Gründung der Bundesrepublik. Ursache dafür ist die globale Wirtschaftskrise, unter der Exportweltmeister Deutschland besonders leidet.

Auch Frankreich überrascht mit guten Zahlen

Auch Frankreich überrascht mit guten Konjunkturdaten. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nach Angaben des nationalen Statistikamts Insee im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Vor allem die positive Entwicklung im Bereich des Außenhandels habe dazu beigetragen, hieß es. Die Exporte seien um ein Prozent gestiegen, nachdem sie im vorangegangen Quartal noch um 7,1 Prozent gefallen seien.

Die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde nannte die Entwicklung sehr ermutigend. Zugleich betonte sie, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter schwierig bleibe.

Die Banque de France hatte zuletzt noch mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,5 Prozent gerechnet. Im Schlussquartal 2008 war das BIP um 1,5 Prozent, im ersten Quartal 2009 um 1,2 Prozent geschrumpft. Zum Wachstum im zweiten Quartal trug neben dem Außenhandel auch der private Verbrauch bei. Er legte um 0,3 Prozent zu.

Reuters
 
 
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