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Arbeitgeberpräsident kritisiert gierige Manager

19. Januar 2013, 12:49 Uhr

Dieter Hundt sorgt sich um das Image der Unternehmer: Der Arbeitgeberpräsident vermisst bei einigen Managern den Anstand und kritisiert zu üppige Gehälter. Auch der Bankensektor bekommt sein Fett weg.

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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt bedauert, dass manche Manager seines Erachtens die Grenzen des Anstands überschreiten©

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat zu hohe Gehälter für Manager kritisiert. Es gebe "Verhaltensweisen, die gegen moralische Regeln verstoßen", sagt Hundt der "Welt am Sonntag". Er fügte hinzu: Ich habe zum Beispiel kein Verständnis für gewisse extreme Gehalts- beziehungsweise Abfindungsregelungen. Damit wird unser Ruf ruiniert." Es gehe um das richtige Maß.

"Normalerweise neiden Menschen einem Unternehmer, der tüchtig und erfolgreich ist und Arbeitsplätze sichert, seinen Wohlstand nicht. In meiner Unternehmensgruppe gehöre ich zu denjenigen, die ein schöneres Haus haben und ein größeres Auto fahren als andere. Das akzeptieren die Mitarbeiter", sagte Hundt. "Aber es gibt Anstandsgrenzen. Die überschreiten einige Manager gerade in anderen Ländern bedauerlicherweise." Konkrete Fälle nannte Hundt nicht.

Hundt fordert Regulierung der Finanzmärkte

Die meisten Arbeitgeber haben Hundt zufolge einen guten Ruf bei ihren Angestellten. Leider gebe es aber auch Einzelfälle, die für das gesamte Unternehmertum belastend seien. Hundt glaubt, dass sich die Ansprüche an Moral und Anstand verändert haben. Das habe auch mit dem Einfluss aus den USA zu tun.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sprach sich zudem für mehr Regulierung an den internationalen Finanzmärkten aus. "Das nicht an der Realwirtschaft orientierte Bankgeschäft braucht klare Regeln, damit nicht mehr so leicht mit fremdem Geld gezockt werden kann und der Staat gegebenenfalls sogar das Risiko tragen muss und die Verantwortlichen auch noch mit horrenden Abfindungen belohnt werden."

mlr/DPA

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