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4. September 2008, 16:45 Uhr
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Jeder Vierte kauft gefälschte Produkte

Haben Sie schon einmal nachgemachte Markenware gekauft? Wenn ja, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Einer Umfrage zufolge sehen viele Verbraucher den Erbwerb von Fälschungen offenbar als Kavaliersdelikt an. Und das in vollem Bewusstsein der möglichen Risiken.

Zollbeamte gehen auf einer Schuhmesse in Düsseldorf gegen Produktpiraterie vor© Rolf Vennenbernd/DPA

Mehr als jeder vierte Kunde kauft zumindest gelegentlich gefälschte Markenware. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young, und des Markenverbandes. 28 Prozent der Befragten hätten in den vergangenen drei Jahren Erzeugnisse von Produkt- und Markenpiraten gekauft, bei den Jüngeren sei der Anteil noch deutlich höher, heißt es in der Studie. In mehr als 60 Prozent der Fälle hätten die Käufer bewusst zu einem nachgeahmten Produkt gegriffen.

"Die Fälschung ist mittlerweile gesellschaftsfähig geworden", sagte der Leiter der Umfrage, Peter Schommer. Neun von zehn Konsumenten sähen dadurch ihr Ansehen bei Freunden und Verwandten nicht gefährdet. Immerhin rechneten 67 Prozent der Verbraucher mit Unfallrisiken, hervorgerufen durch die Verarbeitung minderwertiger Materialien. Schäden für ihre Gesundheit schlössen 61 Prozent nicht aus, 48 Prozent erwarteten finanzielle Risiken. Trotz des Bewusstseins verführe aber der günstige Preis zum Kauf.

Markenverband fordert Haftstrafen

Der Industrie entsteht nach Angaben von Schommer durch Marken- und Produktpiraterie ein Schaden von 35 Milliarden Euro im Jahr. Das entspreche etwa zwei Prozent des gesamten Umsatzes der Konsumgüterbranche. Fälschungen gebe es inzwischen auf der ganzen Warenpalette, von Klebstoffen über Parfüm bis hin zu Fertignahrung und Schokolade. In der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sei bereits jedes zweite Unternehmen davon betroffen. Die Europäische Union hatte zudem kürzlich gewarnt, dass immer häufiger nachgemachte Arzneimittel auftauchten.

Der Markenverband, der rund 400 deutsche Unternehmen vertritt, verlangte schärfere Strafen für Fälscher und mehr Aufklärung für die Kunden. Die Täter würden selten entdeckt und noch seltener bestraft, klagte Hauptgeschäftsführer Christoph Kannengießer. "Es geht keiner in den Bau." Kannengießer sprach sich für eine Mindesthaftstrafe von sechs Monaten aus.

DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Eisenbaer (05.09.2008, 16:28 Uhr)
@DasBertl - Markenjeans
Sind Sie sicher, dass es sich bei Ihren Jeans wirklich um Markenjeans und nicht um ein Fake derselben handelt? Also meine Markenjeans halten in aller Regel um die drei Jahre, bevor ich zu ersten Mal mit Nadel und Faden operieren muss..
DasBertl (05.09.2008, 09:39 Uhr)
Höhere Strafen?
Was soll das bringen, höhere Strafen für Fälscher? Die sitzen in China, die lachen sich eins, wenn Europa die Strafen erhöht. Ausserdem muss ich sagen, ist mir schwer aufgefallen in den letzten Jahren das z.B. die Markenjeans nach 3 Monaten die ersten Löcher aufweisen, während ich bei NoName-Jeans für die hälfte oder gar ein drittel des Preise 2 Jahre minimum was davon hab. Marke = Qualität? Das war vielleicht mal so, als die Marken noch daheim Produziert wurden. Heutzutage ist Marke nicht mehr als Schein...
keinheiliger (05.09.2008, 08:21 Uhr)
Wind um Nix
35 Milliarden? 2 Prozent? Das sindTropfen auf den beruehmten heissen Stein. Und was einige Hersteller in Marketing investieren!! Da geht’s mir wie Salzstreuer. Werde sowie so nie verstehen, wie man fuer teures Geld, welches man einigen Sportartikelherstellern fuer ihre ueberdesignten Klamotten bezahlen muss, freiwillig Reklame laeuft. Ansonsten gilt so ziemlich fuer alle Luxusgueter, das was DrZoidberg schrieb, ein potentieller Kunde einer Edeluhrenmarke z.B. wuerde sich niemals mit einer Faelschung zufrieden geben und Otto-Normal-Verbraucher ist hier in keinem Fall Zielgruppe. So what? MfG
DrZoidberg (04.09.2008, 23:31 Uhr)
35 Milliarden Euro
Ich kann zwar Produktpiraterie nicht gutheißen, aber die Berechnung der Schadenssumme ist immer sehr irreführend. der Großteil der Leute die Fälschungen kaufen, können sich die original Ware gar nicht leisten und fallen als Kunden sowieso weg.
XFire (04.09.2008, 22:32 Uhr)
@Dragono
Liegt vielleicht daran das es diegleichen "Angestelten" sind die morgens bis nachmittags die Originale herstellen und danach die Fälschungen um sich was dazu zu verdienen. Meistens ist es aber auch so das sich neben der Original Fabrik auch gleich mehrere Firmen ansiedeln die das Know How dann von dort beziehen. das ist in China zb gang und gebe.
Allerdings sollte man sich bei Plagiaten immer der gefahr bewusst sein. Bei Kleidung mag es noch gehen auch wenn verarbeitung und Qualität meist sehr schlecht ist. Bei allen anderen wie technischen Gerät, bei Spielzeug oder Sportutensilen soltle man doch lieber ein paar Euros mehr ausgeben, der Gesundheit wegen.
norbert_l. (04.09.2008, 22:27 Uhr)
Wer ist Kannegießer ?
Das Prizip von Ursache und Wirkung gilt nach wie vor auch in diesem Bereich.Die sogenannten Markenartikler haben angefangen mit der Verarsche, indem sie uns Herkunft,Inhalt und Herstellungsmethoden ihrer Produkte falsch dargestellt haben.Oft wird der Premiumanspruch nur durch das Etikett, neudeutsch: Label gerechtfertigt. Und es ist doch so. "Wer mich veralbert, den darf ich auch veralbern"...
Dragono (04.09.2008, 19:53 Uhr)
Die Studie...
... riecht Komisch, denn selbst wenn der Lippenbalsam von Rilanja hergestellt wurde statt von dem Marktführer, wurde er dort als Nachahmerprodukt eingestuft.
Zu den vermeintlichen Gesundheitsgefahren, die Plagiate kommen aus den gleichen Ländern wie die Original, oft aus der gleichen Stadt...
Salzsteuer (04.09.2008, 19:47 Uhr)
Firmen wie adidas
geben bei Turnschuhen beispielsweise mehr Geld für Marketing als für Produktion aus.
Da hält sich mein Mitleid doch sehr in Grenzen.
gmathol (04.09.2008, 19:04 Uhr)
Markenware...
...wird haeufig auch nur in indischen oder chinesischen Hinterhofwerkstaetten mit in Europa verbotenen Werkstoffen produziert.
Wer z. B. diese dort produzierten Textilien erwirbt sollte diese auf jeden Fall vor dem Tragen mehrfach waschen! Hautkrebs und andere unangenehme Allergien drohen.
Maria1000 (04.09.2008, 18:33 Uhr)
Für miche in weiterer Beweis der zunehmenden Verblödung. Man "weiss" also
bzw. rechnet damit, dass ein Fake-Produkt "gesundheitsschädlich" sein kann, man riskiert dies aber einfach hirnbefreit, Wie ABHÄNGIG(!!!) sind eigentlich Jüngere heutzutage von dem, was ANDERE Menschen über sie "denken" und sie deshalb sich unterwerfen und lieber ein gefälschtes gesundheitsgefährliches Designerkleidungsstück kaufen statt ein gesundheitlich unbedenkliches No-Name- oder normallevel Produkt? Eine Generation von Idio*en wurde da herangezogen von Eltern und Medien und Politikern ...
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