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Finstere Aussichten für McDonald's

McDonald's steckt in der Krise: Ein Gammelfleisch-Skandal in China hat die Fast-Food-Kette Vertrauen gekostet, in Russland werden Filialen geschlossen. Und neue Produktideen? Fehlanzeige.

  Schlechte Zeiten für McDonald's: In China kämpft das Unterenhmen um Glaubwürdigkeit und Vertrauen, in Russland schließt die Regierung Filialen.

Schlechte Zeiten für McDonald's: In China kämpft das Unterenhmen um Glaubwürdigkeit und Vertrauen, in Russland schließt die Regierung Filialen.

Dunkle Wolken ziehen über dem Burger-Imperium mit dem goldenen "M" auf. Gleich an mehreren Baustellen kämpft das Unternehmen gegen Probleme. In China hat McDonald's eine handfeste Vertrauenskrise, in Russland werden Filialen dicht gemacht - und auch in Europa und auf dem Heimatmarkt USA laufen die Geschäfte nicht mehr so überzeugend. Was ist passiert?

Die Quartalszahlen eines Unternehmens zeigen den kurzfristigen, geschäftlichen Erfolg. Und bei McDonald's sehen die Zahlen im dritten Quartal 2014 gar nicht gut aus: Der Umsatz geht um fünf Prozent zurück - der Gewinn jedoch bricht um erschreckende 30 Prozent ein. Je Aktie verdient der US-Burger-Brater noch 1,09 Dollar. Analysten hatten mit 1,37 Dollar gerechnet. McDonald's steckt in einer Krise.

Vertrauenskrise in China

Im Sommer erschütterte ein Gammelfleisch-Skandal die McDonald's-Kunden in China. Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum war vorsätzlich mit frischen Fleisch gemischt worden, um die Qualitätskontrolleure von McDonald's zu täuschen. Die Auswirkungen des Skandals spürt der US-Konzern bis heute: McDonald's musste in den 2000 Filialen in China nicht nur den Umsatzrückgang hinnehmen, sondern auch teure Imagekampagnen auffahren, um das Vertrauen der Kunden zurückzuerobern. Künftig werden Zulieferer stärker kontrolliert. Eine Hotline soll Missstände und Probleme bei der Lieferkette von Waren schneller aufdecken. Der Fleisch-Skandal hat den Umsatz in Asien, im Nahen Osten und in Afrika sinken lassen: Zehn Prozent weniger verdiente McDonald's.

Russland und USA machen auch Probleme

Aber nicht nur auf dem asiatischen Markt hat der Schnellrestaurant-Konzern Ärger. Auch Russland macht Probleme. In den vergangenen Monaten schloss die Verbraucherbehörde in Moskau einige McDonald's-Filialen. Offiziell wegen Hygieneverstößen, doch der eigentliche Grund dürften politische Differenzen zwischen Washington und Moskau wegen der Ukraine-Krise sein. Insgesamt betreibt McDonald's 450 Restaurants in Russland, derzeit werden 200 davon von der Behörde untersucht. Die politisch angespannte Lage zwischen den USA und Russland zeigt sich nun also auch am schwächelnden Burger-Geschäft. Insgesamt ging der Umsatz in ganz Europa - dazu zählt auch der russische Markt - um 1,4 Prozent zurück.

Auch der Heimatmarkt läuft nicht rund. Grund hierfür: In den USA gehen immer weniger Menschen zu McDonald's. "Business Insider" zitiert aus einer US-Umfrage einen Franchisnehmer: "Die oberste Führung des Konzerns hat keine Ahnung, was in den Filialen abgeht." Es gebe keine neuen Produkte. Insgesamt vermissen die McDonald's-Mitarbeiter innovative Ideen. Statt dessen beobachten sie, dass Kunden das "Vertrauen in die Marke" verlieren. Der Umsatz in den USA ging in den vergangenen drei Monaten um 3,3 Prozent zurück.

Der Trend aus den USA gilt zum Teil auch für Deutschland. Längst muss die Fast-Food-Kette mit anderen Anbietern den Markt teilen. Hierzulande konkurrieren die US-Amerikaner mit der System-Gastronomie wie Vapiano und dem ausgebauten Angebot von Bäckereien und Cafés. Auch das Image der Fast-Food-Kette hat jüngst gelitten: In Deutschland sorgte McDonald's - aber auch andere Fast-Food-Verkäufer - durch den Tarifstreit mit der Gewerkschaft zuletzt für Aufsehen: Es werde zwar der Mindestlohn gezahlt. Dafür würde an anderer Stelle, beispielsweise beim Weihnachts- und Urlaubsgeld, Leistungen gestrichen, so die Kritik der Gewerkschaft.

Katharina Grimm

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