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Darum gibt es McDonald's-Burger nicht auf Tellern

McDonald's will künftig Porzellan- und Glasgeschirr verwenden - aber nur bei Heißgetränken. Warum kann der Konzern nicht auch bei Burgern und Cola auf Verpackungen verzichten? Wir haben bei McDonald's nachgefragt.

ist nicht nur der Inbegriff von Fastfood, sondern steht seit jeher auch für Verpackungsmüll. Doch die Zeiten ändern sich: Viele Verbraucher in Deutschland wollen sich heute gesünder ernähren und bewusster konsumieren. Junk-Food und Müllberge auf dem Tablett sind nicht mehr so gern gesehen wie noch vor einigen Jahren.

Beim Speisenangebot versucht McDonald's mit durchwachsenem Erfolg Antworten zu finden. Mal sollen mehr Salate, mal ein Burger mit Biofleisch (der schnell wieder von der Karte verschwand) den Erfolg bringen. Aber auch das Verpackungsmüll-Image würde der Konzern ganz gerne loswerden. Nun hat die Fastfoodkette bekanntgegeben, künftig in fast allen Deutschland-Filialen - und Glasgeschirr anzubieten, um den Verpackungsmüll zu reduzieren.

Durchschlagende Wirkung dürfte der Konzern mit der Neuerung aber eher nicht erzielen. Denn die Porzellanoffensive gilt nur für wie Kaffee, Tee oder Kakao. Und auch hier gibt es keine umwälzenden Verbesserungen. Denn in den McCafés, wo wohl die meisten Kaffees verkauft werden dürften, gab es eh schon vernünftiges Geschirr. Und für Coffee to go werden nach wie vor Wegwerfbecher ausgegeben - es sei denn, man bringt seinen eigenen Becher zum Auffüllen mit.

Die Neuerung gilt also nur für Kaffees, Tees und Kakaos, die am normalen Burger-Tresen gekauft und getrunken werden.

McDonald's steht sich selbst im Weg

Was zu der Frage führt, warum McDonald's nicht auch Burger und Pommes auf Porzellan-Tellern und Cola in Gläsern anbietet? Das würde ja mal wirklich einen Unterschied machen - und andere Burgerläden können das schließlich auch.

Auf eine entsprechende Anfrage erklärte McDonald's:

Für die Zubereitung unserer Burger, Pommes etc. nutzen wir aktuell nach wie vor unsere Verpackungen. Die McDonald's Verpackungen dienen zum einen der Produktpräsentation und enthalten Informationen für unsere Gäste. Zum anderen spielen die Verpackungen bereits beim Zubereitungsprozess unserer Produkte in der Küche eine wichtige Rolle.

Mit anderen Worten: Um Burger und Pommes auf Tellern anzubieten, müssten die auf Effizienz getrimmten Abläufe in der Küche zu sehr verändert werden. Im McCafé dagegen könnten Speisen auf Porzellangeschirr serviert werden, "da es sich dabei um ein grundsätzlich anderes Konzept als im klassischen McDonald's Restaurant handelt". Warum nicht wenigstens die Cola ins Glas kommt, erklärt McDonald's nicht. Dafür würden die Burger aus der Signature-Collection bereits heute "ansprechend angerichtet auf einem Tablett serviert".

Insgesamt hat McDonald's Deutschland laut eigenem Nachhaltigkeitsbericht 2016 eine Summe von 76.653 Tonnen Abfall produziert. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch 52 Tonnen Abfall je Restaurant. Rund ein Drittel des anfallenden Verpackungsmülls entfällt auf den Außer-Haus-Verkauf. Wieviel Verpackungsmüll durch die Porzellan- und Glasaktion für Heißgetränke eingespart werden könnte, will McDonald's nicht prognostizieren. Immerhin hat sich McDonald's das Ziel gesetzt, bis 2020 global ausschließlich recycelte Materialien oder Papier aus zertifizierter Forstwirtschaft einzusetzen.

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