Deutsche Bank bespitzelte Gewerkschafter

4. Juli 2009, 12:37 Uhr

Ein neuer Spitzelverdacht belastet die Deutsche Bank. Laut einem Medienbericht soll die Deutsche Bank führende Gewerkschafter bespitzelt haben. Die Vorfälle reichen bis ins Jahr 2001 zurück. Bereits 2006 wurde bekannt, dass das Unternehmen Detektive auf Mitglieder des Vorstandes ansetzte.

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Der Deutschen Bank (hier ein Archivbild) wird erneute vorgewurfen, in eine Bespitzelung involviert zu sein©

Die Deutsche Bank hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auch den ehemaligen Gewerkschaftsvertreter von Verdi im Aufsichtsrat der Bank, Gerald Herrmann, von einer externen Detektei bespitzeln lassen. Das gehe aus dem internen Prüfbericht der Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton hervor, der seit Ende vergangener Woche der Bank vorliege, schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe.

Herrmann stand im Verdacht, Geschäftszahlen des dritten Quartals im Jahr 2001 an die Nachrichtenagentur Reuters gegeben zu haben. Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Sie werde sich erst äußern, wenn der Bericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vorliege, sagte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage.

Auch Vorstände im Visier der Spitzel

2006 wurden laut "Spiegel" auch Vorstände bespitzelt, die im Verdacht standen, Kontakte zum Medienunternehmer Leo Kirch zu unterhalten. Kirch überzieht die Bank seit dem Zusammenbruch seines Firmenimperiums, für den er das Institut verantwortlich macht, mit Klagen. Selbst der kritische Aktionär Michael Bohndorf, ein auf Ibiza lebender Rechtsanwalt, sei im Auftrag der Bank beschattet worden. Die Detektive erstellten dabei Bewegungsprofile und untersuchten, wann sich der Betroffene mit wem traf. Zudem sei gezielt nach persönlichen Schwächen des Anteilseigners gesucht worden. Dabei ist es dem Bericht zufolge auch zum Einsatz weiblicher Lockvögel gekommen. Die Betroffenen seien inzwischen von der Bank über die Maßnahmen informiert worden.

Die Bank arbeitete in Sicherheitsfragen mit unterschiedlichen Unternehmen zusammen, darunter Control Risks und Bühner Private Risk Advisors. Einer der Unterauftragnehmer war die von Ex-Stasi- Mitarbeitern geführte Firma Desa, die auch schon im Datenskandal bei der Deutschen Telekom eine Rolle gespielt hat, wie der "Spiegel" schreibt. In einer Sondersitzung sollen die Aufsichtsräte demnächst über die Ergebnisse der internen Prüfung unterrichtet werden.

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KOMMENTARE (10 von 14)
 
galonero (05.07.2009, 10:51 Uhr)
Bespitzelung
Liebe Vegefranz, dass Sie auf dem "Rechten Auge" blind sind, wissen wir doch schon lange .
Fahren Sie besser mal auf den Obersalzberg und schauen Sie sich das Grauen der Nazis an, dagegen ist das SED-Regiem "Puderzucker" gewesen!!!!
DasBertl (05.07.2009, 03:44 Uhr)
@vegefranz
by the way: Viele Viele Viele Filbingers haben danach noch auf unsere Kosten weitergelebt in unserem Land. Ohne Verfolgung ihrer Machenschaften befürchten zu müssen. Und ein paar dieser MiniAdolfs leben immernoch ungestört unter uns...
Mit Unrecht hatte Deutschland schon immer Probleme. Zumindest damit, es zu erkennen.
DasBertl (05.07.2009, 03:39 Uhr)
@vegefranz
im Auftrag der Deutschen Wirtschaft wurden allein in 6 Jahren (1939-1945) 40 Millionen Menschen getötet. Und die Deutsche Bank war VOLL dabei! Allein auf deutschem Boden 10 Millionen Menschen aus Randgruppen (Juden, Sinti, Roma etc..). Ob man das mit den paar tausend toten durch das SED-Regime vergleichen kann?! Eins haben beide gemeinsam gehabt: Es waren totalitäre Unrechtsregime, mit einem Unterschied: Ihnen Herr Vegefranz, vermute ich, ist eines der beiden Unrechtsregime wesentlich genehmer als das andere. So jedenfalls wie Sie immer schreiben...
DasBertl (05.07.2009, 03:30 Uhr)
Nachdem...
die Banken eh kein Geld mehr rausrücken (Kreditklemme) wär ich für eine einfache Lösung: Die Bundesbank vergibt ab sofort Kredite nur noch direkt an den Endkunden. Zu den Konditionen die die "freien Banken" bekommen... na dann ist aber mal was los hier
ganzbaf (04.07.2009, 15:26 Uhr)
Die SED...

hat wahrscheinlich weniger Menschen auf dem Gewissen, als die Deutsche Bank.
.
Abgesehen davon lus ich neulich dies:
.
„Falls das amerikanische Volk die Kontrolle und die Herausgabe seiner Währung jemals Banken übertragen sollte, werden diese (und die Firmen, die sich herum bilden werden) dem Volk zuerst mittels Inflation und dann über Deflation solange
dessen Eigentum wegnehmen, bis die Kinder auf dem Kontinent, den ihre Väter in Besitz genommen haben, obdachlos aufwachen.
Die Berechtigung zur Herausgabe von Geld soll den Banken weggenommen
und auf den Kongress und das Volk übertragen werden.Ich glaube ernsthaft, dass Banken mit dem Recht, Geld herauszugeben, gefährlicher für die Freiheit sind als stehende Armeen."
Der dritte Präsident der USA, Thomas Jefferson (1743-1826)
;-)
vegefranz (04.07.2009, 15:20 Uhr)
@Linke/exSEDler hier

da Eure SED die Leute bespitzelt, gefoltert, Familien zerstört hat, steht Euch kein Urteil über die Deutsche Bank zu
So einfach ist das!!
Juris1 (04.07.2009, 14:33 Uhr)
@ vegefranz
Vielleicht sollten Sie zur Kenntnis nehmen, dass die Ex-DDR ein Unrechtsstaat war. Die bundesdeutschen Parteienlandschaft haben überwiegend demokratische Strukturen und haben mit dem Unrechtsstaat der DDR aber auch so gar nichts gemein.
Vielleicht sollten sie einmal das Parteiprogramm der Linken lesen und sich einen eigenen Eindruch verschaffen, anstatt ständig über Dinge in Stammtischmanier zu schwadronieren.
Informieren Sie sich-
u.a. hier:
http://www.linksfraktion.de/initiativen.php
1valentino (04.07.2009, 14:31 Uhr)
Natur des Kapitalismus
Überall, wo sehr viel Geld verdient wird, liegen Leichen im Keller.
.
Mit Moral lässt sich nunmal keine Kohle machen. Zumindest nicht so viel, das man sich davon eine Yacht leisten kann.
.
Also: Wer ein übertrieben dickes Auto fahren muss, der hat halt vorher übertrieben dick abkassiert. Ist doch ganz einfach. (Ja ja, es gibt auch welche, die sparen dafür, bla bla...)
.
Alles andere ist verleumderisch oder naiv. Gewerkschaften u.ä. zu bespitzeln, gehört in den Chefetagen heute, hinter geschlossenen Türen, zum guten Ton. Das sich da mal keiner was vormacht...
Putinki (04.07.2009, 14:29 Uhr)
Spitzel
So eine Frechheit, und dann noch "führende" Gewerkschaftler. Diese wollen ja nur das kapitalistische System möglichst lange am Leben erhalten, damit sie menschenwürdig, gerecht leben können. Anschließend wird getrillert,erpresst und die Welt gerettet.
vegefranz (04.07.2009, 14:25 Uhr)
josh: Empehlenswert ist, sich mit der jüngeren Geschichte mal etwas konkreter zu befassen.

es gibt hier in berlin eine stasi-gedenkstätte. da lässt sich gut erkennen, mit welchen methoden die SED gefoltert hat.
das Problem ist bei den heutigen Schülern: Es sind kaum noch Kenntnisse über die DDR-Diktatur vorhanden
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