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30. August 2010, 08:59 Uhr

Infineon verkauft Handy-Sparte an Intel

Der Deal war lange erwartet worden – nun ist er über die Bühne gegangen: Der klamme deutsche Chiphersteller Infineon hat seine Handy-Sparte an den US-Computer-Giganten Intel verkauft. Die Amerikaner zahlen 1,1 Milliarden Euro.

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Der Infineon-Firmensitz bei München: Der deutsche Chip-Hersteller hat seine Handy-Sparte an Intel verkauft© Andreas Gebert/DPA

Der deutsche Chiphersteller Infineon verkauft seine Drahtlos-Sparte an den US-Wettbewerber Intel. Intel zahle für das Geschäft 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), wie beide Unternehmen mitteilten.

Der lang erwartete Verkauf sei "eine strategische Entscheidung" für Infineon, erklärte der Konzern, der sich künftig auf Automobil-, Industrie- und Sicherheitstechnologie konzentrieren will. Der Konzern war in der Krise schwer angeschlagen, weshalb die Unternehmensführung Infineon derzeit umbaut und sich von Geschäftsfeldern trennt, die als nicht-strategisch bewertet werden.

Handysparte soll selbsständige Geschäftseinheit bleiben

Die mittlerweile profitable Sparte Wireless Solutions machte 2009 etwa ein Drittel des Jahresumsatzes von Infineon aus. Sie produziert unter anderem die Prozessoren für Apples iPhone, galt aber jahrelang als Sorgenkind. Das Hauptgeschäft von Infineon sind Chips für die Industrie- und Autobranche.

Unter Führung von Intel soll sie nun den Angaben zufolge als "eigenständige Geschäftseinheit" agieren und mit ihren bisherigen Kunden weiter zusammenarbeiten. Der US-Chipriese ist bislang vor allem im Geschäft mit der drahtlosen WLAN- und Wimax-Technik aktiv. Durch den Kauf der Infineon-Sparte setzt Intel nun auf das derzeit boomende Geschäft des Internetzugangs über das Handynetz. Infineon bietet insbesondere die UMTS-Technik für vergleichsweise schnelle Internetzugänge per Mobilfunk an.

Höherer Preis angestrebt

Intel will nun zudem auf die Mobilfunk-Technik der vierten Generation (4G) setzen: Die sogenannte LTE-Technik bietet nochmals deutlich schnellere Internetzugänge und soll schon Ende des Jahres in Deutschland starten. Intel setzt den Angaben zufolge nun vor allem darauf, diese Technik für die derzeit begehrten Mini-Laptops verfügbar zu machen. Diese sogenannten Netbooks laufen mit wenigen Ausnahmen alle mit einem Intel-Chip. Auch Smartphones und Tablet-PCs sollen von der Technik profitieren.

Laut Börsenhändlern hatten Investoren auf einen höheren Preis gehofft. Analysten der DZ Bank hatten noch am Freitag einen Wert der Sparte von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro genannt und davon gesprochen, dass sich Infineon einen Zielpreis von 1,5 Milliarden Euro gesetzt haben dürfte.

kng/DPA/APN
 
 
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