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Griechenland-Retter erschrecken über eigene Naivität

Ungewöhnliche Selbstkritik: Der Weltwährungsfonds gesteht ein, dass er bei der Vergabe der Milliarden an Griechenland zu optimistisch war. Ändern wird die Selbsterkenntnis aber erst einmal nichts.

Von Lutz Meier

  Protestaktion vor dem griechischen Parlament: Die drastischen Sparmaßnahmen treffen viele Menschen hart. Doch das Land kommt mit seinen Reformen nicht so schnell voran, wie vom IWF eigentlich angenommen - zu diesem Urteil kommt der IWF nun.

Protestaktion vor dem griechischen Parlament: Die drastischen Sparmaßnahmen treffen viele Menschen hart. Doch das Land kommt mit seinen Reformen nicht so schnell voran, wie vom IWF eigentlich angenommen - zu diesem Urteil kommt der IWF nun.

  • Lutz Meier

Es sind harte Worte. "Bedeutende Misserfolge" hat sich der Internationale Währungsfonds (IWF) selbst attestiert. Experten der Organisation hatten zuvor in einem Länderbericht die Rettungsversuche für Griechenland nach der Finanzkrise überprüft, an denen sich der IWF mit Milliardenkrediten und beteiligt hat. Das vernichtende Fazit der Prüfer: Bei der Bewilligung des Geldes vor drei Jahren hätten die Verantwortlichen falschen Annahmen vertraut, man sei viel zu optimistisch über die Fähigkeiten des Landes gewesen, aus seinen Schulden zu kommen. Griechenland komme bei seinen Reformen lange nicht so schnell voran, wie damals unterstellt, gleichzeitig sei die Wirtschaftsmisere tiefer und dauerhafter als angenommen.

Ein hartes Urteil und erst einmal keine Konsequenzen

Für einen Kreditgeber ist das ein vernichtendes Urteil. Wäre es eine Bank, die auf derart wackliger Grundlage Milliarden verliehen hätte, dann würden dort vielleicht Köpfe rollen und die Aufsicht müsste womöglich einschreiten. Im Fall des IWF, der von 188 Staaten getragen wird (Deutschland hält gut sechs Prozent des Kapitals), sind solche Konsequenzen unmittelbar nicht zu erwarten. Denn der Bericht bekräftigt ausdrücklich, dass es richtig gewesen sei, dem Land den Kredit zu geben - anderenfalls hätten unkalkulierbare Folgen für die Weltwirtschaft gedroht. Allerdings erwarten IWF-Insider, dass Regierungsvertreter in den Gremien den Bericht zur Sprache bringen werden. Ein Thema könnten etwa die kritischen Anmerkungen der Prüfer zur Zusammenarbeit zwischen IWF, EU und EZB sein. Die sogenannte Troika habe nicht richtig funktioniert, heißt es.

Der IWF hatte zusammen mit der EU und der Europäischen Zentralbank 2010 ein 110 Milliarden Euro schweres Kreditpaket geschnürt, um den wirtschaftlichen absturz des hochverschuldeten Landes zu verhindern. 2012 kamen Kreditzusagen über weitere 165 Milliarden Euro hinzu, zudem mussten Inhaber griechischer Staatsanleihen 107 Millarden in den Wind schreiben. Man hätte die privaten Gläubiger viel früher zum Verzicht auf Teile ihres Geldes drängen müssen, heißt es nun in dem IWF-Bericht.

"Eine Chance, es besser zu machen"

Obwohl die Experten den Griechen Reformversäumnisse vorwerfen, äußert sich die Regierung in Athen positiv. "Der Bericht ist objektiv und ist uns willkommen", kommentierte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras die Erkenntnisse in der Athener Zeitung "Kathimerini". Der Bericht gebe "allen die Chance, ihre Fehler zu erkennen, damit sie nicht wiederholt werden". Das würden wahrscheinlich auch die IWF-Verantwortlichen unterschreiben.

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