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Richter schickt Abofallen-Betreiber ins Gefängnis

Ein unbedachter Klick, dann die Mahnung: Mit Abofallen verdiente eine kriminelle Bande rund fünf Millionen Euro. Jetzt muss der Hauptangeklagte für mehr als drei Jahre ins Gefängnis.

  Reich durch Abzocke: 70.000 Internetnutzer mussten für dubiose Abofallen zahlen. Jetzt landete die Bande vor Gericht

Reich durch Abzocke: 70.000 Internetnutzer mussten für dubiose Abofallen zahlen. Jetzt landete die Bande vor Gericht

Mit raffinierten Tricks und Kostenfallen prellten sie fast 70.000 Internet-Nutzer um mehr als fünf Millionen Euro. Im Hamburger Prozess um den groß angelegten #link;http://www.stern.de/wirtschaft/news/inkasso-abzocke-millionengeschaeft-abmahnung-1744585.html;Internet-Betrug mit sogenannten Abofallen# verurteilte das Landgericht den Hauptangeklagten am Mittwoch wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Fünf seiner Mitangeklagten erhielten Bewährungsstrafen zwischen 12 und 22 Monaten oder Geldstrafen von bis zu 2800 Euro. Ein weiterer Angeklagter wurde verwarnt. Die sieben Männer hatten gestanden.

"Die Angeklagten haben die Erwartungshaltung vieler Nutzer auf der Suche nach kostenlosen Angeboten im Internet ausgenutzt", sagte die Richterin. Der aufmerksame Internet-Nutzer hätte allerdings erkennen können, dass es sich um kostenpflichtige Programme handle. Deshalb sei den unachtsamen Nutzern ein "nicht unerhebliches Mitverschulden zuzurechnen".

"Wir wollen die Dummen und die Angstzahler"

Zwischen Juli 2007 und Februar 2010 betrieben die Männer mit diversen Scheinfirmen Downloadportale. Eigentlich kann dort Software kostenlos heruntergeladen werden - doch die Angeklagten lenkten die Surfer auf ihre eigenen, trickreich gestalteten Internetangebote, die teilweise wie die Originalseiten gestaltet waren. Dabei wurden die Nutzer mit versteckten Kostenhinweisen getäuscht haben. Wenn die Nutzer nicht zahlten, soll ein ebenfalls angeklagter Rechtsanwalt Mahnschreiben verschickt haben.

In einem Internet-Chat schrieb der Hauptangeklagte: "Wir wollen die Dummen und die Angstzahler", wie die Richterin in ihrem Urteilsspruch noch aufführte. Der 28 Jahre ist bereits einschlägig vorbestraft. In dem bereits seit Ende Oktober laufenden Prozess hatte es eine Absprache über den Strafrahmen gegeben.

"Meines Wissens nach ist es das erste Mal, dass eine Haftstrafe in dieser Höhe wegen Abofallen im Internet verhängt wurde", sagte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn. Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers geht davon aus, dass das Urteil eine abschreckende Wirkung in der Abofallen-Szene haben werde. Die Anklage hatte vier Jahre Haft für den Hauptangeklagten gefordert.

Anfang März hat der Bundestag ein Gesetz beschlossen, mit dem die Verbraucher in Zukunft besser vor versteckten Kosten im Internet geschützt werden sollen: Demnach werden Internethändler künftig verpflichtet, bei jedem Bestellvorgang einen "Kosten-Button" einzublenden und auch die Folgekosten für den Nutzer hervorzuheben.

10 Tipps wie Sie sich gegen Abofallen-Abzocke wehren

cf/DPA/DPA

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