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Diese Lebensmittel können Sie auch nach Ablauf noch essen

Viele Lebensmittel landen im Müll, obwohl sie noch genießbar sind. Daran sind Mindesthaltbarkeitsdatum und mangelndes Wissen darüber schuld, finden einige EU-Länder. Über den Aufdruck wird diskutiert.

  Ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Viele Lebensmittel sind problemlos auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehrbar. Mehrere EU-Länder schlagen deshalb vor, mehr Produkte von der Pflicht zur Haltbarkeits-Kennzeichnung zu befreien. Schon heute gilt sie nicht für alle Nahrungsmittel.

Was besagt das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sollte ein Produkt normalerweise in Top-Zustand sein - also seinen vollen Geschmack behalten oder nicht matschig werden. Das setzt natürlich sachgemäße Aufbewahrung und eine intakte Verpackung voraus. Vor allem langlebige Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Tee können aber auch weit über das MHD hinaus noch ohne Bedenken genießbar bleiben.

Wann sollte man Lebensmittel besser wegwerfen?

Wenn das Verbrauchsdatum erreicht ist - Kunden erkennen es am Aufdruck "zu verbrauchen bis". "Das Verbrauchsdatum haben wir auf solchen Produkten, die sehr sensibel sind, weil sie aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer Herstellungsweise für mögliche Keimbelastung anfällig sind", erklärt Christian Böttcher vom Handelsverband HDE.

Bei welchen Waren ist besondere Vorsicht geboten?

Als Beispiele nennt Böttcher frisches Geflügel- oder Hackfleisch. "Das Verbrauchsdatum sollte der Kunde auch wirklich sehr ernst nehmen und diese Produkte nach dem Verbrauchsdatum nicht mehr verwenden." Das Bundeslandwirtschaftsministerium rät: "Wenn Sie deutliche Veränderungen in Farbe, Konsistenz, Geruch oder Geschmack entdecken, sollten Sie die Produkte besser entsorgen."

Ist Lebensmittelverschwendung ein großes Problem?

Geschätzte 89 Millionen Tonnen Lebensmittel werden nach einem Papier der niederländischen und schwedischen Regierungen jedes Jahr in Europa verschwendet. Die EU-Kommission redet gar von 100 Millionen Tonnen - dies entspreche einem Drittel der Nahrung für den menschlichen Gebrauch. Nicht alle Lebensmittelabfälle landen dabei in der privaten Mülltonne - manche Produkte erreichen den Verbraucher erst gar nicht, weil sie schon beim Transport beschädigt werden oder weil bei Veranstaltungen Reste auf dem Buffet übrigbleiben.

Welche Änderungen sind jetzt im Gespräch?

Die Regierungen Schwedens und der Niederlande wollen prüfen lassen, ob weitere haltbare Produkte von der Pflicht zum Mindesthaltbarkeitsdatum befreit werden könnten. Schon heute muss das Datum nicht auf jede Packung: Wein, Kaugummi, frisches Obst und Gemüse und einige weitere Lebensmittel sind von der Vorschrift ausgenommen. Deutschland unterstützt die Pläne. "Wir verschwenden Lebensmittel (...) und das ist auch ethisch nicht begründbar", sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU).

Was passiert jetzt?

Das ist noch nicht absehbar. Zunächst einmal müsste die EU-Kommission einen Vorschlag zur Änderung der relevanten EU-Verordnung machen. Bis sich die Vorschriften ändern, könnte es unter Umständen noch Jahre dauern.

jen/DPA/DPA
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