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Zahl der Nebenverdiener verdoppelt sich

2,4 Millionen Menschen, doppelt so viele wie noch vor einem Jahr, bessern ihr Haupteinkommen durch einen Minijob auf. Die Grünen sehen das als berufliche Sackgasse.

  Besonders viele Frauen versuchen mit einem Minijob ihren Verdienst zu verbessern

Besonders viele Frauen versuchen mit einem Minijob ihren Verdienst zu verbessern

In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen neben ihrem Hauptberuf noch in einem abgabenfreien Minijob. Im vergangenen Jahr ergänzten 2,4 Millionen Menschen ihre Hauptbeschäftigtung durch einen Minijob, wie aus einer am Samstag bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. Frauen haben demnach mit 61 Prozent unverändert einen hohen Anteil an den insgesamt 7,65 Millionen Minijobs.

Als Minijobs werden Beschäftigungsverhältnisse mit einem Monatsgehalt von zurzeit bis zu 450 Euro bezeichnet. Bis zu dieser Grenze müssen keine Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden. Die Minijobber haben dann aber auch keinen eigenen Sozialversicherungsschutz. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag angekündigt, Minijobber besser über ihre Rechte zu informieren und den Übergang in reguläre, sozialversicherungspflichtige Jobs zu erleichtern.

Die Zahl der Minijobber steigt jedoch weiter an: Mit 7,65 Millionen lag die Zahl der geringfügig Beschäftigten Ende 2013 um 77.000 höher als im Jahr zuvor, wie aus der Antwort des Staatssekretärs im Bundesarbeitsministerium, Jörg Asmussen, an die Grünen-Fraktion hervorgeht.

Berufliche Sackgasse

Verstärkt hat sich demnach vor allem der Trend, neben dem Hauptberuf noch einen Minijob anzunehmen: Hier verdoppelte sich die Zahl der Betroffenen auf 2,4 Millionen Ende 2013 gegenüber 1,2 Millionen zehn Jahre zuvor. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Brigitte Pothmer, warf der Bundesregierung Untätigkeit vor und forderte eine "umfassende Reform". Minijobs seien eine "Niedriglohnfalle", entpuppten sich häufig als berufliche Sackgasse und erschwerten vor allem Frauen die eigenständige Existenzsicherung.

Bedenklich sei zudem die "deutliche Verschiebung hin zu Minijobs im Nebenerwerb". Diese weise darauf hin, dass für viele der Lohn aus einem Job offenbar nicht zum Leben reiche, erklärte Pothmer.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte, geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse in echte Teilzeit umzuwandeln. Seit 2003 nehme die Zahl der Minijobber im Nebenberuf ununterbrochen zu, sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem "Tagesspiegel". Für die Arbeitgeber seien sie flexible und billige Kräfte. Der Antwort der Bundesregierung zufolge waren Ende 2003 etwas mehr als sechs Millionen Menschen in einem Minijob tätig.

ono/AFP/AFP
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