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Mainstream schluckt Schlager

Der Musikkonzern Universal Music setzt nach seinem Koch-Einstieg in die Volks- und Schlagermusik künftig auch in diesem Bereich auf den Vertrieb über das Internet.

Die beginnende Internetära in der Musikbranche treibt selbst so unterschiedliche Firmen wie den auf Volksmusik und Schlager spezialisierten Musikverlag Koch International und den Musikkonzern Universal Music zusammen. Der Firmengründer von Koch International (München), Franz Koch, sieht das so: »Das Internet steht vor der Tür, und darauf können nur große Konzerne reagieren.« Das europäische Geschäft von Koch gehört künftig zum Musikkonzern Universal Music International. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Stillschweigen.

Klares Beschaffungsproblem

»Je mehr sich Online-Dienste bei den über 30-Jährigen durchsetzen, desto mehr erreicht man ein Publikum, das heutzutage ein Beschaffungsproblem hat«, so der Chef von Universal Music Deutschland, Tim Renner. Die meisten Schallplattenläden richten sich auf eine sehr junge Käuferschaft aus. »Ältere Kunden - zumal noch mit Interesse an Schlagern und Volksmusik - werden dort wenig oder gar nicht bedient.« Diese Musik gibt es eher in den großen Elektromärkten, wo es aber an Beratung mangelt. Diese Käufergruppe hat also Schwierigkeiten, ihre Produkte zu finden.

Spektrum klug erweitert

Der Konzern Universal Music, bei dem Popstars wie Elton John, Rockgruppen wie U2 und Klassikkünstler wie Anne-Sophie Mutter unter Vertrag sind, will sein Repertoire in Europa um Volks- und Schlagermusik erweitern. Mit diesem Ziel übernimmt Universal das europäische Musik- und Musikverlagsgeschäft des unabhängigen Unternehmens Koch International. Mit volkstümlichen Gruppen wie den Kastelruther Spatzen und Schlagersängern wie G.G. Anderson setzt Koch jährlich 80 bis 100 Millionen Euro um.

Expansion in Nischenmärkte

Gerade in Nischenmärkten wie der Volks- und Unterhaltungsmusik sieht Renner ein großes Expansionspotenzial im Internet. Das Web ist für die Informationsvermittlung und die Beratung über Kataloge ideal, meint Renner. Musikclubs mit Volks- und Schlagermusik sind schon jetzt sehr erfolgreich, weil die Kunden dort informiert werden und direkt bestellen können. »In einer Idealform hat der Kunde die Ware sofort und in einer nicht-physischen Form«, fügte Renner mit Blick auf das Herunterladen digitalisierter Musikstücke hinzu.

Kaum Interesse an Downloads

Der Online-Vertrieb von Schlager- und Volksmusik hat zudem den großen Vorteil, dass die Zielgruppe wenig am Knacken von Urheberschutzsystemen interessiert ist. »Je mehr Geld und je weniger Zeit ein Konsument hat, desto weniger tendiert er dazu.«

Universal setzt auf Kopierschutz

Die deutsche Musikindustrie führt einen Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent im Jahr 2001 vor allem auf das Herunterladen von Musikdateien aus dem Internet und das massenhafte Kopieren von CDs zurück. Universal Music ist davon zwar auch betroffen, habe aber keine Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, sagte Renner. Dennoch setzt Universal auf kopiergeschützte CDs und eigene, kostenpflichtige Online-Angebote zum Herunterladen von Musik.

Anteil wird sogar noch steigen

In Deutschland sind Renner zufolge 50 bis 75 Universal-Titel kopiergeschützt am Markt, was fünf bis zehn Prozent des Repertoires entspricht. »Der Kopierschutz ist zwar immer nur eine Hürde, die einen kleinen Vorsprung schafft«, sagte Renner mit Blick auf zahlreiche Programme, mit denen solche Schutzmechanismen umgangen werden können. »Diesen Vorsprung sollten wir auch im Sinn unserer Künstler aber tunlichst nutzen.« Universal plant, den Anteil kopiergeschützter CDs noch zu erhöhen.

Pressplay noch in Warteschleife

Um das Kundenpotenzial Online-erfahrener Musikfans zu nutzen, will Universal Music Deutschland zudem noch in diesem Frühjahr einen eigenen Internet-Dienst zum Herunterladen von Musik starten. Es müssten für diese Kundengruppe legale Angebote geschaffen werden, sagte Renner. Bereits angeboten wird ein Service, bei dem sich Internet-Nutzer ihre eigene CD zusammenstellen und von Universal produzieren und zuschicken lassen können. Mit dem Deutschland-Start von Pressplay, dem in den USA bereits laufenden Internet-Joint-Venture von Universal und Sony, rechnet Renner erst Ende des Jahres.

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