9. März 2013, 18:09 Uhr

Hedgefondmanager Homm in Italien in Haft

Vergangene Woche noch in einer ZDF-Talkshow, jetzt in Italien in Haft: Der jahrelang untergetauchte Fondsmanager Florian Homm wurde in Florenz geschnappt. Der Hinweis kam von der US-Bundespolizei FBI.

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International gesucht, trotzdem ein unbehelligter Talkgast beim ZDF: Florian Homm (r.) mit Moderator Peter Hahne.©

Der mutmaßliche Millionenbetrüger und ehemalige Hedgefondsmanager Florian Homm sitzt nach fünf Jahren Flucht in Italien in Haft. Der 53-Jährige sei bei einem Besuch der Uffizien in Florenz festgenommen worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Er habe das Museum zusammen mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn besucht. Den Hinweis habe ein FBI-Beamter beim US-Konsulat in Mailand gegeben, hieß es.

Dem Manager wird Betrug bei Wertpapier-Geschäften in großem Stil vorgeworfen. Die US-Börsenaufsicht SEC verlangt von ihm rund 56 Millionen Dollar (44 Millionen Euro). Homm soll für Verluste von Investoren der Hedgefonds-Gesellschaft Absolute Capital Management in Höhe von rund 200 Millionen Dollar verantwortlich sein. In Los Angeles liegt nach Angaben des FBI eine Strafanzeige gegen Homm wegen Verschwörung und Betrugs vor. Mit einem ausgefeilten Betrugssystem soll er den Wert von eigentlich wertlosen Aktien künstlich in die Höhe getrieben haben. Es wird erwartet, dass Homm an die USA ausgeliefert wird.

Aufsehen erregendes Investment beim BVB

Homm war zu Beginn der Jahrtausends wohl der bekannteste Spekulant Deutschlands. Die hohen Renditen seiner Hedgefond-Gesellschaft mit Sitz auf den Kaiman-Inseln sorgten für eine große Medienaufmerksamkeit und machten ihn in der Öffentlichkeit bekannt. Zu Spitzenzeiten verwaltete Homm seinerzeit Milliardenbeträge.

Öffentlichkeitswirksam war vor allem sein Investment in den heutigen deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund. In den damals finanziell angeschlagenen Club investierte er 20 Millionen Euro und betrieb zudem die Entmachtung der BVB-Führung. Ursprünglich hatte Homm nach eigener Aussage mit dem Verein Geld machen wollen, war sich - entgegen seiner Gewohnheit - jedoch nicht über die schlechte Situation des Bundesligisten im Klaren. Schließlich beschloss er, mit seinem Geld den Verein zu retten.

Im Sommer 2007 geriet sein Fond unter Druck - nicht zuletzt, weil häufig in inliquide Werte investiert wurde. Im Herbst desselben Jahres gab er über Nacht den Vorsitz ab. Seither galt er als flüchtig. Danach tauchte er nur gelegentlich in Medienberichten auf - unter anderem anlässlich einer Buchveröffentlichung im vergangenen Jahr, als er auch mit dem stern sprach.

Vergangene Woche diskutierte der Großneffe des Versandhändlers Josef Neckermann sogar entspannt mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht in der Talkshow von Peter Hahne im ZDF. Das Studio konnte der gesuchte Spekulant anschließend offenbar unbehelligt verlassen, ehe er schließlich am Freitag in Florenz auf Antrag der USA festgenommen wurde.

dho/DPA
 
 
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