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Safer Sex? Dann mach's mit 'nem Einhorn!

Kondome sind teuer, störrisch verpackt - und über die Herstellung wissen wir wenig. Zwei Gründer wollen das ändern: Mit fair produzierten Präservativen. Für ihre Idee werben sie mit einem irren Video.

Kondome, hübscht verpackt: Die zwei Gründer von Einhorn wollen Präservativen ein neues Image verleihen.

Kondome, hübscht verpackt: Die zwei Gründer von Einhorn wollen Präservativen ein neues Image verleihen.

Da stehen sie, eingekeilt zwischen Damenbinden und Tampons, Kinderwindeln und Schwangerschaftstests. Ein schneller Griff ins Supermarktregal - und dann schnell raus hier. An der Kasse wird der flache Karton noch unter eine Chipstüte geschoben. Muss ja nicht jeder gleich sehen, was man da kauft.

Wir leben im 21. Jahrhundert und immer noch ist der Kondom-Kauf komisch. Präservative sind Mittel zum Zweck - aus ungeklärten Gründen mögen wir dieses Produkt nicht sonderlich. Das glauben zumindest Waldemar Zeiler und Philip Siefer. Die beiden Gründer wollen das ändern und Kondome nachhaltig, fair produziert und sexy machen.

Die beiden Gründer Philip Siefer (li.) und Waldemar Zeiler (re.) wollen Kondome aus der schnöden Schmuddelecke herausholen.

Die beiden Gründer Philip Siefer (li.) und Waldemar Zeiler (re.) wollen Kondome aus der schnöden Schmuddelecke herausholen.

Lifestyle für jeden Tag

Ihr Unternehmen Einhorn will neue Wege gehen. Kondome bestehen aus Naturkautschuk, der auf Riesenplantagen in Asien in Monokulturen geerntet wird. Der Einsatz von Pestiziden ist enorm, Regenwald muss den Anbauflächen weichen. "Wir wollen das erste wirklich fair und nachhaltig produzierte Kondom herstellen. Aber Einhorn-Kondome sind erst der Auftakt, denn das große Ziel ist: Faire Produkte sollen selbstverständlich werden. Und damit jede Kaufentscheidung eine gute", schreiben die Gründer zu ihrer Crowdfunding-Kampagne. Sie wollen, dass die Bauern vor Ort fair verdienen und der Kautschukanbau die Natur nicht belastet. Kondome sollen ein alltägliches Lifestyle-Produkt werden.

Jahresvorrat Kondome für 35 Euro

Und dafür brauchen sie Kohle. Und das läuft bislang ziemlich gut: Innerhalb weniger Tage griffen viele Crowdfunder tief in den Geldbeutel, über 67.000 Euro konnten die Gründer schon einsammeln.

Ein möglicher Grund dafür: Das unterhaltsame Image-Filmchen. Dort preisen Zeiler und Siefer in Einhorn-Kostümen nach bester Werbetexter-Art die durchgedrehten Vorteile ihrer Kondome an, die natürlich niemals eingehalten werden können. Um dann ernst zu werden: Warum sind Kondome eigentlich schnöde? Warum haben die einen so miesen Ruf?

Dann nehmen sie den Zuschauer mit auf einen Trip nach Malaysia. Dort sollen die Kondome später produziert werden. "Einhorn revolutioniert den Kondommarkt – denn die Kondome sind genauso sicher wie alle bereits im Handel erhältlichen Kondome, aber sie machen mehr Spaß, sind etwas günstiger, sehen von außen hübscher aus und lassen uns beim Kauf auch noch gut fühlen", sagen die Gründer.

Wer 15 Euro investiert, bekommt zwei Chipstüten - darin wollen sie nämlich ihre Kondome verkaufen. Ab 35 Euro Spendensumme gibt es sogar einen Jahresvorrat. Verkauft werden sollen die Präservative über das Internet. Auch spezielle Größen und besondere Geschmacksrichtungen soll es später im Angebot geben. Auf ihrem Youtube-Kanal antworten die Einhorn-Gründer einem User, dass der Geschmack von Ben & Jerry-Eis eine tolle Idee wäre.

Katharina Grimm
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