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Drei neue Stromautobahnen für Deutschland

1000 Kilometer weniger als gewünscht: Netzagentur und Bundesregierung haben den endgültigen Plan zum Ausbau der Stromleitungen vorgestellt. Eine Stromtrasse wird den Netzbetreibern verweigert.

Von Daniel Bakir

  2800 Kilometer zusätzliche Leitungen: Drei neue Stromautobahnen sollen die Energie vom Norden in den Süden transportieren.

2800 Kilometer zusätzliche Leitungen: Drei neue Stromautobahnen sollen die Energie vom Norden in den Süden transportieren.

An Wind fehlt es nicht an deutschen Küsten. Und auch Windräder drehen sich im hohen Norden schon mehr als manchen recht ist. Was fehlt, sind die Leitungen, die den erzeugten Strom in den Süden transportieren. An dieser Baustelle ist die Bundesregierung nun einen Schritt vorangekommen. Die Bundesnetzagentur übergab am Montag Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den endgültigen Netzentwicklungsplan - den nationalen Masterplan zum Ausbau der Stromtrassen.

Zentral sind vor allem die drei geplanten Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ). Sie sollen Strom in großen Mengen über Hunderte Kilometer von Nord nach Süd transportieren, weshalb sie auch Stromautobahnen genannt werden. Die westliche Trasse verläuft von der Nordsee über das Ruhrgebiet bis ins Rhein-Main-Gebiet. Die mittlere Nord-Süd-Verbindung beginnt im Raum Hamburg und endet östlich von Stuttgart. Die dritte Strecke verbindet Thüringen und Bayern. Eine ursprünglich geplante vierte Stromautobahn aus der Nähe von Bielefeld in den Großraum Frankfurt soll vorerst doch nicht gebaut werden.

1000 Kilometer weniger als geplant

Insgesamt sollen in den kommenden zehn Jahren neue Stromautobahnen mit einer Länge von 2800 Kilometern entstehen. Das sind rund 1000 Kilometer weniger als ursprünglich geplant. Zudem werden nur weitere 2800 Kilometer - statt ursprünglich vorgesehenen 4400 Kilometer - im bestehenden Höchstspannungsnetz verstärkt. Von den 74 Einzelmaßnahmen, die die Netzbetreiber vorgeschlagen hatten, bestätigte die Netzagentur nur 51. Die Kosten werden mit 20 Milliarden Euro veranschlagt. Wirtschaftsminister Rösler sprach von einem "Meilenstein für den Umbau der Energieversorgung".

Der Netzentwicklungsplan ist das Ergebnis eines aufwendigen Prozesses, der im Sommer des vergangenen Jahres gestartet war und auch betroffenen Bürgern und Bürgerinitiativen die Möglichkeit zur Mitsprache einräumte. Einen ersten Entwurf hatten die Übertragungsnetzbetreiber im August vorgelegt. Bei dessen Überprüfung seien 3300 Stellungnahmen eingeflossen, erklärte der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann. Die meisten wurden von Bürgern eingereicht.

Wie geht’s weiter?

Nun liegt der Ball beim Bundeswirtschaftsministerium, das den Plan in ein Gesetz gießen muss. Das nötige Bundesbedarfsplangesetz soll noch im Dezember vom Kabinett verabschiedet werden, damit das parlamentarische Verfahren beginnen kann. Mit dem Gesetz stehen die Anfangs- und Endpunkte der künftigen Höchstspannungsleitungen fest. Erst dann werden die Trassenkorridore festgelegt. Das sind bis zu tausend Meter breite Streifen, in denen später einmal die Leitungen verlaufen werden. Verlaufen die Stromautobahnen durch mehrere Bundesländer, liegt die Verantwortung künftig bei der Netzagentur. Ziel ist es, die für solche Großvorhaben übliche Verfahrensdauer von zehn und mehr Jahren deutlich zu verkürzen.

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