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5. November 2008, 12:16 Uhr

Boeing verschiebt Erstflug des "Dreamliner"

Boeing bekommt seinen Hoffnungsträger "Dreamliner" nicht in die Lüfte: Der amerikanische Konzern muss den Erstflug des neuen Langstreckenflugzeugs erneut verschieben. Bisher hinkt der Flugzeugbauer seinem Zeitplan schon mehr als ein Jahr hinterher.

Der Dreamliner muss vorerst am Boden bleiben. Boeing hat den Erstflug erneut verschoben© Ted S. Warren/AP

Der US-Flugzeugbauer Boeing bekommt seine Probleme beim neuen Hoffnungsträger 787 "Dreamliner" nicht in den Griff und muss den bereits mehrfach verzögerten Erstflug erneut verschieben. Für den weiteren schweren Rückschlag sorgten fehlerhafte Nieten für den Flugzeugrumpf und ein eben beendeter zweimonatiger Mechaniker-Streik. Dem Rivalen des europäischen Airbus-Konzerns drohen nun zusätzliche milliardenschwere Umsatzausfälle sowie Strafzahlungen.

Das Langstreckenflugzeug könne nicht wie zuletzt geplant bis Ende dieses Jahres erstmals abheben, sagte eine Boeing-Sprecherin am Dienstag in Seattle. Der "Dreamliner" hinkte schon bisher rund 15 Monate hinter den ursprünglichen Vorgaben her. Der erneute Aufschub ist bereits die mindestens vierte massive Verzögerung der Boeing 787.

Ein neuer Termin für den Erstflug stehe noch nicht fest, sagte die Sprecherin. Auch die bislang für das dritte Quartal 2009 vorgesehene Auslieferung an den ersten Kunden steht nun in den Sternen. Experten spekulieren bereits über einen neuen Termin erst im Jahr 2010.

Trotz aller Probleme ist die Boeing 787 bisher mit rund 900 Bestellungen das erfolgreichste Flugzeug der Konzerngeschichte. Das erhöht den Druck auf den Konzern zusätzlich.

Nach dem Streikende am vergangenen Sonntag arbeite Boeing noch an einer neuen Produktionsplanung, sagte die Sprecherin. Der Konzern muss Tausende von Zulieferern falsch angebrachte Nieten und Bolzen zur Verbindung der Rumpfteile austauschen. Boeing betritt beim "Dreamliner" Neuland: Die 787 besteht zu großen Teilen aus modernem Verbundwerkstoff (Carbon), der Betrieb und Wartung des Jets günstiger machen soll. Die erste im Juli 2007 gezeigte Maschine war noch notdürftig von provisorischen Nieten zusammengehalten worden.

Der Hersteller kämpfte schon mehrfach mit massiven Schwierigkeiten durch die Zulieferer. Aus Kostengründen hatte Boeing weite Teile der Produktion ausgelagert, später aber viele Arbeiten wegen der Fehler doch wieder selbst übernehmen müssen.

Auch Airbus kämpft bei seinen neuen Flugzeugen immer wieder mit massiven Verzögerungen. So erinnern Boeings Pannen an das Debakel der EADS-Tochter beim Großraumflugzeug A 380.

Der jüngste Streik hatte bei Boeing die Verkehrsflugzeugfertigung völlig lahmgelegt und Umsätze in Milliardenhöhe verzögert. Im vergangenen Quartal erlitt der Konzern deshalb einen Gewinneinbruch.

DPA
 
 
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