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Mineralöl im Vanillezucker: Dr. Oetker rauscht bei Ökotest durch

Tiefkühlpizza, Pudding, Milchreis oder Müsli: Insgesamt 26 Produkte des Lebensmittelkonzerns Dr. Oetker wurden vom Verbrauchermagazin Ökotest geprüft - mit erschreckendem Ergebnis: Nur vier Mal waren die Tester zufrieden.

  Von 265 getesteten Produkten überzeugten nur vier die Ökotest, einige Lebensmittel fielen ganz durch.

Von 265 getesteten Produkten überzeugten nur vier die Ökotest, einige Lebensmittel fielen ganz durch.

Diese Untersuchung freut den Lebensmittelriesen Dr. Oetker sicherlich gar nicht: Das Verbrauchermagazin Ökotest hat 26 der rund 3500 Produkte des Herstellers genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Ein Produkt war "Sehr gut", einige "Gut" oder "Befriedigend" - doch gleich achtmal hagelte es die Note "Mangelhaft" und auch zweimal verteilten die Tester ein "Ungenügend".

Mineralöl in Lebensmitteln

Schuld an den schlechten Noten sind der hohe Mineralölgehalt, die zugesetzten Aromen und die große Portion Zucker in den Produkten. Ökotest schickte den Dr.-Oetker-Einkauf ins Labor. Bei 14 Produkten war zu viel Mineralöl aus gesättigten Kohlenwasserstoffen enthalten. Vier davon waren sogar besonders belastet. Ökotest vermutet, dass die Verpackung an den erhöhten Werten Schuld sein kann oder auch Schmieröl aus der Produktion in die Lebensmittel gelangt sein könnte. Mineralöl kann zur Schädigung von Leber und Lymphknoten führen, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Am stärksten sei der Bourbon Vanillzucker belastet gewesen, berichtet Ökotest in der aktuellen Ausgabe.

Dr. Oetker versucht die Kritik zu entschärfen. Bei keinem Produkt aus dem Hause Dr. Oetker bestehe direkter Kontakt zwischen dem Lebensmittel und dem Karton. Außerdem handele es sich bei nahezu allen Produkten um sogenannte Halbfertigware - diese würde noch gebacken oder gekocht werden. Von "vernachlässigbaren Gehalten" spricht der Hersteller in Bezug auf die Mineralölwerte. Dennoch sollen die Kontrollen verstärkt werden.

Viel zu viel Zucker - auch in Kinder-Pudding

Zweiter Kritikpunkt der Tester: Viele Produkte seien überzuckert. Und zwar auch solche Lebensmittel, bei denen man es gar nicht vermuten würde, beispielsweise beim geprüften Pizzaburger aus der Tiefkühltruhe. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die tägliche Höchstmenge von 25 Gramm Zucker nicht überschritten werden. Dabei wird Frucht- und Milchzucker nicht mitgerechnet. Der Richtwert bezieht sich auf Erwachsene - daher gefiel es den Testern gar nicht, dass ausgerechnet der Paula-Pudding für Kinder mehr als die Hälfte der empfohlenen Höchstmenge enthielt. 

Aromen als Ausgleich

Auch mit Aromen geht Dr. Oetker großzügig um, fanden die Tester heraus. In 16 der untersuchten 26 Produkte fanden sie diese Geschmackszusätze. Aromen würden Lebensmittel zugesetzt, um Qualitätsunterschiede auszugleichen und zu standardisieren. "Das werten wir grundsätzlich ab", urteilt Ökotest. Allerdings unterscheiden die Tester: Wird die Quelle beim natürlichen Aroma genannt und stammt das Aroma dann auch zu mindestens 95 Prozent aus diesem Lebensmittel, dann werten die Ökotester nicht ab.

Mandeln gewinnen, Kakao fällt durch

Testsieger sind die gehobelten Mandeln mit dem Ergebniss "Sehr gut", dahinter folgen mit der Note "Gut" geröstetes Haselnuss-Krokant, die pikante Backmischung Pizzateig italienische Art und das Vitalis-Roasted-Müsli mit Cranberry-Kürbiskern. "Mangelhaft" sind unter anderem der Grieß-Pudding (Natur) und der Marmorkuchen mit Schokoglasur. Mit der schlechtesten Note "Ungenügend" rauschen der Kakao zum Backen und die Backmischung für vier Choco Lava Törtchen durch. 

Den gesamten Test können Sie hier gegen Gebühr abrufen. 

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